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Bettel: "Ich habe nicht geschummelt, gelogen oder getrickst"
Politik 1 2 Min. 19.11.2021
Plagiatsvorwürfe

Bettel: "Ich habe nicht geschummelt, gelogen oder getrickst"

"Ech hu net bedukst, net gelunn, net getrickst." - Xavier Bettel über seine Abschlussarbeit.
Plagiatsvorwürfe

Bettel: "Ich habe nicht geschummelt, gelogen oder getrickst"

"Ech hu net bedukst, net gelunn, net getrickst." - Xavier Bettel über seine Abschlussarbeit.
Foto: Guy Jallay
Politik 1 2 Min. 19.11.2021
Plagiatsvorwürfe

Bettel: "Ich habe nicht geschummelt, gelogen oder getrickst"

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Die nationale Presse bringt den Premierminister nah an eine Entschuldigung für seine plagiierte Abschlussarbeit. Aber eben nur nah dran.

Xavier Bettels erster Termin vor der Luxemburger Presse seit Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe gegen den Premierminister drehte sich eigentlich um die Covid-Situation im Großherzogtum. 

Als die Appelle, sich impfen zu lassen gemacht und die nächsten Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie vorgestellt waren, ließen sich die versammelten Journalisten die Gelegenheit aber nicht entgehen, Bettel mit der brennenden Frage zu konfrontieren, auf die sie bisher von ihm keine wirkliche Antwort bekamen: Wie er denn heute zu den Vorwürfen stehe, im Jahr 1999 sehr große Teile seiner Abschlussarbeit an der Universität Nancy von fremden Quellen übernommen zu haben, ohne diese kenntlich zu machen. 


Xavier Bettel said he has received death threats as a result of the latest plans to extend the CovidCheck system to the workplace
Plagiatsvorwurf gegen Xavier Bettel
Die Abschlussarbeit des Premierministers soll schwere wissenschaftliche Mängel aufweisen. Bettel nimmt zu den Vorwürfen Stellung.

Die Antwort sprudelt förmlich aus dem Premier heraus. Er spricht mit Nachdruck. „Hier wird getan, als habe ich betrügen wollen, aber der Professor selbst hat ja erklärt, dass das nicht der Fall war“, so Bettel. „Mir war bewusst, dass die Arbeit nicht gut war - auch das hat übrigens der Professor damals schon gesagt. Nach dem schriftlichen Teil kam die mündliche Verteidigung, bei der es besser lief, und der Prüfungsausschuss hat mir daraufhin ein 'Genügend' gegeben. Insgesamt kein Meisterstück, und ich bin auch nicht sehr stolz darauf“, erinnert sich Bettel an seine Zeit als 26-jähriger Student. „Die Uni evaluiert die Arbeit jetzt erneut und die Entscheidung, die dann fällt, werde ich akzeptieren.“ 

Mit welchen Konsequenzen das dann verbunden sei, so die Rückfrage aus dem Plenum. Antwort: „Wenn ich den Abschluss aberkannt bekomme, werde ich das akzeptieren.“ Er habe „22 Jahre gut schlafen können“, so Bettel und tue das auch jetzt noch. Die etwas ungläubige Rückfrage einer Journalistin: „Aber Sie haben doch abgeschrieben?“ - Nein, erwidert Bettel: „Ich habe eine Reihe von Punkten von links und rechts zusammengetragen.“ 

„Net beduckst, net gelunn, net getrickst“

Auf seine Arbeit auf internationalem Parkett, auf Luxemburgs internationale Beziehungen habe die Geschichte jedenfalls trotz lautem Presse-Echo quer durch Europa keinen großen Einfluss, so der Premier: „In Glasgow bei der Klimakonferenz hat zumindest niemand einen Bogen um mich gemacht.“ Ob er sich denn entschuldigen wolle? Bettel laviert: „Falls ich dafür mitverantwortlich bin, dass die Glaubwürdigkeit der Politik gelitten hat, dann tut mir das leid.“ 


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Und was er Studenten von heute, die vor ihrer Masterarbeit stehen, raten würde? Bettel verweist nochmals darauf, dass es „damals noch kein Bologna“ gab, er also keine Masterarbeit geschrieben habe. Studenten von heute sollten „es so machen, wie der Professor es ihnen sagt“ - genau wie das bei ihm gewesen sei. Schließlich habe der ihm bestätigt: „Ech hu net beduckst, net gelunn, net getrickst.“  

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