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„Es muss zu einer Waffenruhe kommen“
Politik 1 04.03.2022 Aus unserem online-Archiv
Krieg in der Ukraine

„Es muss zu einer Waffenruhe kommen“

Premier Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Freitag nach der Kabinettssitzung mit den Schwerpunktthemen Ukraine-Krieg und Covid-19.
Krieg in der Ukraine

„Es muss zu einer Waffenruhe kommen“

Premier Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Freitag nach der Kabinettssitzung mit den Schwerpunktthemen Ukraine-Krieg und Covid-19.
Foto: Anouk Antony
Politik 1 04.03.2022 Aus unserem online-Archiv
Krieg in der Ukraine

„Es muss zu einer Waffenruhe kommen“

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Entwicklungen in der Ukraine beschäftigten am Freitag den Ministerrat. In Luxemburg sind inzwischen 200 Geflüchtete angekommen.

Die Nachrichtenlage aus der Ukraine verdrängt alle anderen Nachrichten im Moment, selbst die richtig guten. Die richtig Gute am Freitag beim Pressebriefing nach der Kabinettssitzung war, dass die Regierung beschlossen hat, sämtliche Covid-Restriktionen bis auf einige Ausnahmen aufzuheben.

Dieser Moment, auf den alle gewartet haben, aber wird überschattet von den Ereignissen in der Ukraine und die Angst vor einer weiteren Eskalation, möglicherweise über die Ukraine hinaus, und vor einer atomaren Katastrophe, sollte Russland weitere Atomkraftwerke in der Ukraine angreifen.

Premierminister Xavier Bettel (DP) war bemüht, die Menschen zu beruhigen. „Luxemburg ist ein sicherer Ort. Man muss keine Angst haben“, so der Premier mit Verweis auf die Nato-Mitgliedschaft des Großherzogtums. „Sie ist die größte Garantie für den Frieden in unserem Land.“ 

Bettel schloss ein direktes Einschreiten der Nato in der Ukraine aus. Ein solcher Schritt führe unmittelbar zu einem Weltkrieg. Man müsse den Druck auf Russland weiter hochhalten und zugleich alle diplomatischen Möglichkeiten nutzen. „Es muss zu einer Waffenruhe kommen.“ 

200 Geflüchtete in Luxemburg 

Mit jedem Tag steigt die Zahl der Vertriebenen, die in Europa Schutz suchen. In Luxemburg sind Bettel zufolge rund 200 Personen aus der Ukraine angekommen, darunter 20 hier Ansässige, die sich in der Ukraine aufgehalten haben. Die Hilfsbereitschaft sei enorm und müsse koordiniert werden. 

Die Hilfsorganisationen Caritas und Croix Rouge haben diesbezüglich eine Initiative gestartet. Privatpersonen, die helfen wollen, können sich unter der Telefonnummer 621 796 780 oder per E-Mail (ukraine@zesummeliewen.lu) melden. Wie viele Flüchtlinge noch kommen werden beziehungsweise aufgenommen werden können, sei derzeit nicht absehbar. 

Bettel warnt vor Russophobie 

Bettel warnte davor, das russische Volk mit dem Aggressor aus Moskau gleichzusetzen und forderte Solidarität mit Russen, „die nicht mit dem einverstanden sind, was gerade passiert“. 


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Wegen des Ukraine-Kriegs ist die Nachfrage nach Jodtabletten gestiegen. Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) warnte erneut davor, Jodtabletten präventiv einzunehmen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei das nicht angebracht. „Wir werden die Menschen rechtzeitig informieren und dafür sorgen, dass sie die Tabletten bekommen, sollte die Situation es erfordern.“

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