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Erzbistum spricht über Chancen und Verärgerung
Politik 07.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Rückblick aufs Jahr 2015

Erzbistum spricht über Chancen und Verärgerung

Generalvikar Leo Wagener skizzierte die Herausforderungen hinsichtlich der Trennung von Kirche und Staat.
Rückblick aufs Jahr 2015

Erzbistum spricht über Chancen und Verärgerung

Generalvikar Leo Wagener skizzierte die Herausforderungen hinsichtlich der Trennung von Kirche und Staat.
Foto: Guy Jallay
Politik 07.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Rückblick aufs Jahr 2015

Erzbistum spricht über Chancen und Verärgerung

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
"Es war kein einfaches Jahr", bilanziert Generalvikar Leo Wagener. Seit der im Januar 2015 unterzeichneten Trennung zwischen Kirche und Staat hat sich vieles gewandelt - mit einschneidenden Änderungen und neuen Perspektiven.

(BB) - Es war ein historisches Jahr, es war ein schwieriges Jahr, sagt Generalvikar Leo Wagener. Wenn er auf die Ereignisse seit Januar 2015 zurückblickt, als die Verträge über die Trennung von Kirche und Staat unterzeichnet wurden, weist er auf die großen Herausforderungen hin: Die neue Kirchenfinanzierung, die Neuordnung bei den Kirchenfabriken und die Abschaffung der Religionskurse in den Schulen.

"Die einschneidenden Änderungen sorgten für viel Verärgerung, Unverständnis und Irritation bei den Leuten. Alle Sorgen konnten bis zum heutigen Tag nicht behoben werden", so Leo Wagener.

Bildungsminister Claude Meisch hat Lösungsvorschläge für die Übernahme der Religionslehrer vorgestellt. 140 von 210 Lehrern werden vom Staat übernommen und je nach Ausbildung unterschiedlichen beruflichen Aufgabenbereichen zugeteilt.

Rund 40 Religionslehrer werden sich künftig in den Pfarreien um die Katechese kümmern. Ihre Gehälter werden bis zu ihrem Ruhestand vom Staat gezahlt. "Im Vergleich zum ursprünglichen Vorhaben haben wir Verbesserungen für die Lehrer erreicht. Doch die Erwartungen aller Betroffenen konnten nicht zufriedenstellend erfüllt werden", so Leo Wagener.

Ein stärkeres Miteinander

Mit der Trennung von Kirche und Staat ist die katholische Kirche in Luxemburg gefordert, sich neu aufzustellen. Die Pfarrverbände werden neu gegliedert. Der Wandel hat die Glaubensgemeinschaft jedoch im Miteinander näher zusammenrücken lassen. "Die Veränderung kann eine Chance sein, spirituell und organisatorisch neue Wege zu gehen. Eine neue Nähe kann sich entfalten", so Elisabeth Werner, Koordinatorin des Service de la Pastorale.

Das Erzbistum erzielte 2015 einen Überschuss von 5,3 Millionen Euro. Die Finanzlage wurde durch Einsparungen im Bistum (-28 Prozent) und durch Ergebnisverbesserungen bei Immobilien und im Medienbereich (+38 Prozent) erreicht.

Leo Wagener gibt zu bedenken, dass die Konten bald stark unter Druck geraten werden, wenn die Kirche selbst für alle Gehälter von neuen Geistlichen und Laien aufkommen muss. Ein neuer Fonds bei der Fondation Sainte Irmine soll hier zum Teil für Entlastung sorgen.

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