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Erzbistum: Sechs gemeldete Missbrauchsfälle in 2019
Politik 13.02.2020

Erzbistum: Sechs gemeldete Missbrauchsfälle in 2019

Das Leiden der Opfer lag über mehrere Jahrzehnte im Schatten.

Erzbistum: Sechs gemeldete Missbrauchsfälle in 2019

Das Leiden der Opfer lag über mehrere Jahrzehnte im Schatten.
Foto: dpa
Politik 13.02.2020

Erzbistum: Sechs gemeldete Missbrauchsfälle in 2019

Vier der Opfer, die sich bei der Anlaufstelle der katholischen Kirche meldeten, waren männlich, die anderen beiden weiblich. Die Taten ereigneten sich zwischen 1940 und 1979.

(MaH) - Das Erzbistum hat am Donnerstag die Zahlen der Anlaufstelle für Missbrauchsopfer der katholischen Kirche für 2019 veröffentlicht. Im vergangenen Jahr meldeten sich dort sechs Personen. Vier der Opfer waren Männer, zwei Frauen. Die Taten ereigneten sich zwischen 1940 und 1979, die Opfer waren zum Zeitpunkt der jeweiligen Taten zwischen sechs und zwölf Jahre alt. 

Als Täter wurden drei Priester beziehungsweise Ordensmänner sowie eine weitere Person benannt. Sie sind alle bereits verstorben. Vier Übergriffe ereigneten sich in Heimen respektive Internaten, zwei in Kirchen. Sämtliche Fälle wurden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Zwei Personen erhielten Entschädigungen

2019 gab es insgesamt zehn Kontakte. Neben der innerkirchlichen sexuellen Gewalt ging es in sieben Fällen um physische Gewalt, in vier weiteren um emotionale Misshandlungen. Mehrfachnennungen waren möglich. Einmal ging es um innerkirchliche sexuelle Gewalt in Ausland.

Zwei Personen erhielten eine finanzielle Entschädigung als „Anerkennung des erlittenen Leids“. Es ist zudem die Mitteilung, dass der Erzbischof alle betroffenen Opfer aufrichtig um Verzeihung für das ihnen zugefügte Leid und die Folgen des Missbrauchs bitte. 2019 nahmen 74 Personen an vier ganztägigen Präventionskursen für kirchliche Mitarbeiter, sowohl Laien als auch Mitglieder des Klerus, teil.


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Betroffene können die Anlaufstelle für Missbrauchsopfer telefonisch unter folgender Telefonnummer erreichen: 621-676349

Alternativ kann die Kontaktaufnahme auch per Mail an die Adresse fir-iech-do@cathol.lu erfolgen.



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