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Erster Corona-Toter zu beklagen
Politik 2 Min. 13.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Erster Corona-Toter zu beklagen

Alle drei Minister dankten den vielen Helfern und besonders unter Druck stehenden Beschäftigten für ihr Engagement. „Wir müssen als Gesellschaft zusammenstehen“, war ihre Botschaft.

Erster Corona-Toter zu beklagen

Alle drei Minister dankten den vielen Helfern und besonders unter Druck stehenden Beschäftigten für ihr Engagement. „Wir müssen als Gesellschaft zusammenstehen“, war ihre Botschaft.
Foto: Guy Wolff
Politik 2 Min. 13.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Erster Corona-Toter zu beklagen

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Familienministerin Corinne Cahen und Gesundheitsministerin Paulette Lenert appellieren daran, die älteren Mitbürger zu schützen.

Sichtlich bewegt teilte Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) gestern mit, dass eine 94-Jährige Person am Corona-Virus verstorben ist. „Wir entbieten den Angehörigen unser tiefstes Mitgefühl. 94 Jahre ist ein hohes Alter, weswegen eine besondere Anfälligkeit bestand. Wir müssen deswegen die älteren Mitbürger so gut wie möglich schützen.“ 

Nur wenn wir uns alle an die Regeln halten, ist die Verbreitung einzudämmen.

Paulette Lenert

38 Infizierte gab es zum Stand Freitag Abend. „Wir müssen uns alle zusammenreißen und unsere Gewohnheiten überdenken“, appellierte sie. „Nur wenn wir uns alle an die Regeln halten, ist die Verbreitung einzudämmen und wir gewinnen Zeit zur Aufrechterhalten des Gesundheitssystem."

Die Bürger sollen Geduld mit der Hotline haben, die derzeit überfordert sei und sich auch auf der Internetseite informieren. Über das Wochenende käme Hilfe, denn es hätten sich viele Ehrenamtliche aus den Verwaltungen für die Hotline gemeldet und auch die Militärmusiker seien im Gesundheitsministerium im Einsatz. „Wir arbeiten daran, zeitgleich zu informieren und haben die Auskünfte im Internet überarbeitet und verständlicher gemacht. Sie wurden auch mit den Nachbarländern abgeglichen.“

Altersheime für Besucher geschlossen

Die Maßnahmen zum besonderen Schutz der älteren Menschen erklärte Familienministerin Corinne Cahen (DP): Die Seniorentreffs bieten keine Aktivitäten an und die Alters- und Pflegeheime sind für Besucher geschlossen, damit kein Kontakt entsteht mit Personen, die das Virus eventuell übertragen könnten

Die Direktionen können in besonderen Fällen Ausnahmen zulassen, aber: „Wer hereingeht, darf auf keinen Fall Krankheitssymptome aufweisen.“ Die Heiminsassen dürften sich zwar frei bewegen, sollten aber möglichst das Heim nicht verlassen. 

Sich um ältere Nachbarn kümmern, aber nicht besuchen

Im Behindertenbereich werde von Fall zu Fall und je nach Anfälligkeit der Betroffenen selber entschieden, inwieweit die Strukturen für Außenstehende geschlossen werden. Ältere Personen, zumal solche, denen Isolation droht, sollte man nicht besuchen, sich aber um sie kümmern. Wer Hilfe braucht, soll das Seniorentelefon kontaktieren.

An die Eltern, die den Extra-Urlaub wegen der geschlossenen Schulen und Betreuungsstrukturen beantragen erging der Appell, dass die im Alten- und Pflegesektor Beschäftigten möglichst keinen Urlaub nehmen und auch geplante Urlaube verschieben. An die Schalter der Behörden, wie dem FNS, dem ONIS oder der Zukunftskasse sollte man nicht kommen, sondern möglichst über Telefon oder online kommunizieren.

Adapto-Service wird ausgebaut

Auch Transportminister François Bausch dankte allen Mitarbeitern, die den Transport aufrecht erhalten. Ab nächste Woche wird auf „Vakanzenservice“ übergegangen und man möge Geduld haben, wenn bei den Anzeigetafeln nicht alles gleich perfekt läuft

Der Behindertentransport wird eingestellt, weil die Zentren eingeschränkt funktionieren, der Adapto-Service wird dafür erweitert. Die CFL wird die Zug- und die Tram-Kadenzen herunterschrauben – außer in den Spitzenzeiten. „Die Nachfrage ist gesunken“, erklärte Bausch. Es werden dagegen mehr Busse eingesetzt zumal in den Spitzenzeiten, damit sich die Passagiere nicht zu nahe kommen. 

„Am besten informiert man sich immer wieder auf der CFL-Webseite. Die Schalter bleiben zwar geöffnet, man sollte dennoch besser anrufen oder eben online nachschauen“, so Bausch. 


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