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Erste Bilanz des Kirchenfonds: 2,5 Millionen Euro Verlust
Politik 2 Min. 04.06.2019

Erste Bilanz des Kirchenfonds: 2,5 Millionen Euro Verlust

Erste Bilanz des Kirchenfonds: 2,5 Millionen Euro Verlust

Bild: Guy Wolff
Politik 2 Min. 04.06.2019

Erste Bilanz des Kirchenfonds: 2,5 Millionen Euro Verlust

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Vor gut einem Jahr hat der Kirchenfonds seine Arbeit aufgenommen. Am Montag zogen die Verantwortlichen eine erste Bilanz.

Am 1. Mai 2018 hat der Kirchenfonds seine Arbeit aufgenommen. Am 1. Mai dieses Jahres ist die Übergangsphase abgelaufen. Zeit für eine erste Bilanz. Im Rahmen einer Pressekonferenz berichteten die Verantwortlichen des Fonds am Dienstag über ihre Erfahrungen der ersten Monate.

Nach den ersten zwölf Monaten seines Bestehens betrug das Defizit beim Kierchefong 2,5 Millionen Euro. Mit 15,5 Millionen Euro an liquiden Mitteln verfügt die Einrichtung noch über ein relativ dickes finanzielles Polster. Die Verantwortlichen gaben am Montag zudem Zahlen über den Immobilienbestand des Fonds bekannt: Zum Besitz zählen unter anderem 135 Kirchen und Kapellen, 1500 Hektar Grundstücke und 408 Hektar Wald.


Nach dem Aus der alten Kirchenfabriken im Vorjahr mussten alle Beteiligten umdenken. Der Fonds, der auf dem Gesetz von 13. Februar 2018 basiert, funktioniert auf drei Ebenen. In jeder Gemeinde gibt es seit Mai 2018 eine neue, kommunale Kirchenfabrik, die allerdings im Gegensatz zu den Vorgängerinnen über kein juristisches Statut verfügt. Die freiwilligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kümmern sich um das Tagesgeschäft. Über kleinere Anschaffungen, etwa den Blumenschmuck in den Kirchen, können sie selbst entscheiden. Die kommunalen Kirchenfabriken sollen die Zusammenarbeit mit den Gemeinden garantieren.


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Eine Stufe über den neuen Kirchenfabriken agieren die Conseil de gestion paroissiaux (CGP). Diese Vermögensverwaltungsräte kommen auf der Ebene der 33 Pfarreien ins Spiel. Während die alltäglichen Aktivitäten in den Kirchen in den kommunalen Kirchenfabriken organisiert werden, kümmern sich die Vermögensverwaltungsräte in den Pfarreien um die finanziellen Belange. Sie überprüfen die Haushalte der kommunalen Kirchenfabriken, sie erstellen die Bilanzen und die Budgets der Pfarreien und sie sind für das Personal zuständig.

In den Zuständigkeitsbereich der CGP fällt auch die Verwaltung der Immobilien. Sie kümmern sich sowohl um die Kirchengebäude, die dem Fonds gehören, als auch um die Gebäude und Liegenschaften, die keinem religiösen Zweck dienen.

Die einzelnen Kirchenfabriken schicken ihre Vertreter in die CGF. Die Zahl der Mitglieder in den einzelnen Vermögensverwaltungsräten variiert. Ausschlaggebend sind die Zahl der kommunalen Kirchenfabriken, die es in der jeweiligen Pfarrei gibt, und die Einwohnerzahl der Gemeinden.


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Über den 33 CGP steht schließlich der Verwaltungsrat des Fonds, wo alle Fäden zusammenlaufen. Auf dieser dritten Ebene werden die Ziele und die Strategien des Fonds ausgearbeitet. Der Verwaltungsrat ist auch für die Finanzen insgesamt zuständig.  Bindeglied zwischen dem Verwaltungsrat und den 33 CGP ist die „Cellule de coordination et d'assistance“.

Der erste Verwaltungsrat nach der Gründung des Fonds wurde von Norbert Haupert präsidiert. Neben Haupert gehören auch Generalvikar Leo Wagener, der Finanz- und Immobilienspezialist Philip Mauel sowie der Ökonom Marc Wagener dem Verwaltungsrat an. Mauel leitet zudem als Direktionsbeauftragter das Tagesgeschäft des Fonds.

 


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