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Erinnerung : Europa gedenkt des Großen Krieges
99 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs: In Erinnerung geeint.

Erinnerung : Europa gedenkt des Großen Krieges

Foto: AFP
99 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs: In Erinnerung geeint.
Politik 15 2 Min. 11.11.2017

Erinnerung : Europa gedenkt des Großen Krieges

Pol SCHOCK
Pol SCHOCK
Zehn Millionen Menschen mussten sterben, bis der „Great War“ oder „Grande Guerre“ vor 99 Jahren endlich zu Ende ging. In Paris und London wurde an den Waffenstillstand erinnert. In Luxemburg wartet man immer noch auf die digitale Ausstellung der Regierung.

(dpa/ps) - Frankreich und Großbritannien haben am Samstag an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 99 Jahren erinnert. Am 11. November 1918 war im französischen Compiègne der Waffenstillstand zum Kriegsende geschlossen worden. Insgesamt starben zwischen dem Kriegsausbruch im Sommer 1914 und der deutschen Kapitulation 1918 etwa zehn Millionen Soldaten.

Der französische Präsident Emmanuel Macron legte einen Kranz am Pariser Triumphbogen nieder, wo eine ewige Flamme am Grab des Unbekannten Soldaten brennt. Der Zeremonie wohnten auch die ehemaligen Präsidenten François Hollande und Nicolas Sarkozy bei. Als Teil des Militärbündnisses mit Großbritannien und Russland hatte das Land im Krieg gegen das Deutsche Reich und seine Verbündeten große Verluste erlitten. Mehr als 1,3 Millionen französische Soldaten galten nach dem Krieg als gefallen oder vermisst.

In Großbritannien gedachten mehrere Tausend Menschen mit zwei Schweigeminuten der britischen Toten des Krieges. Am zentralen Kriegsdenkmal in London versammelten sich Politiker, Militärs, Veteranen und Gäste. An ihrer Kleidung trugen sie Mohnblumen, die in Großbritannien traditionell zum Gedenken an gefallene Soldaten getragen werden.

Das erste gemeinsame deutsch-französische Museum

Elf Glockenschläge des Big Ben läuteten um 11.00 Uhr die Schweigeminuten ein. Das Geläut des Parlaments-Glockenturms war eigens zu diesem Anlass reaktiviert worden. Weil der Turm derzeit restauriert wird, schweigen seine Glocken eigentlich bis 2021. Ähnliche Gedenkzeremonien gab es auch in der Londoner Westminster Abbey und in zahlreichen weiteren Städten des Landes.

Am Freitag hatte Macron gemeinsam mit seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier im Elsass das erste gemeinsame deutsch-französische Museum zum Ersten Weltkrieg eingeweiht. Großbritannien plant für Sonntag ein größeres Gedenken, an dem auch Königin Elizabeth II. teilnehmen soll. Zum ersten Mal will die 91-Jährige in diesem Jahr die Zeremonie vom Balkon aus verfolgen, während ihr Sohn Prinz Charles für sie einen Kranz niederlegen soll.

Und Luxemburg?

Auch im Großherzogthum gab es eine Erinnerungsfeier,  die sich  vom "Monument du Souvenir" über die "Gëlle Fra" - die in den Zwanziger Jahren zu Ehren der Luxemburger Legionäre, die in den Reihen der Ententen  kämpften, errichtet wurde - bis zum Friedhof Notre-Dame auf Limpertsberg. Luxemburg tut sich jedoch mit dem Erbe des Ersten Weltkriegs weiterhin schwer. "Der Erste Weltkrieg ist ein vernachlässigtes Feld sowohl in der Forschung als auch in der Erinnerungskultur",  sagt etwa Historiker Denis Scuto. Das liege vor allem an der Dominanz des Zweiten Weltkriegs, der in Luxemburg nahezu den gesamten historischen Raum einnehme – aber auch an der unklaren Rolle Luxemburgs in den Jahren zwischen 1914 und 1918.

Scuto abeitet gemeinsam mit der Historikerin Sandra Camarda einer digitalen Ausstellung zum Ersten Weltkrieg. Die virtuelle Schau ist dabei das Nachfolgeprojekts der annullieren Ausstellung von 2014. Und eigentlich stand die Ausstellung schon in den Startlöchern. Doch wie es jetzt heißt, soll "Lëtzebuerg am Eischten Weltkrich" erst im Februar 2018 online gehen.  Der Grund? "Technische Schwierigkeiten". 


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