Entlohnung von Verwaltungsräten

Protinvest: "Schneider soll Geld rückerstatten"

Vizepremier Etienne Schneider verteidigt das luxemburgische System.
Foto: Lex Kleren

(ml) - Statt sich empört zu zeigen, sollte Vizepremier Etienne Schneider die Bezüge, die er als ehemaliger Beamter im Wirtschaftsministerium für seine Anwesenheit in mehreren Aufsichtsräten kassierte, dem Staat zurückerstatten, heißt es in einem Presseschreiben von Protinvest. Des Weiteren ruft die Vereinigung, die für den Schutz der kleinen Investoren eintritt, den LSAP-Wirtschaftsminister dazu auf, alle anderen betroffenen Personen dazu zu drängen, das Gleiche zu tun.

Für Verwaltungsratsmitglieder, die den Staat in einem Unternehmen vertreten, würden klare gesetzliche Bestimmungen gelten, heißt es weiter. Protinvest reagiert somit auf Aussagen, die Etienne Schneider am vergangenen Samstag in der RTL-Sendung "Background" gemacht hatte. Bereits zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" Minister Schneider in seiner neusten Ausgabe an den Pranger gestellt, weil er in der Vergangenheit in mehreren Aufsichtsräten saß und dafür üppige Summen kassierte.

Schneider wiegelte die "Spiegel"Kritik ab, indem er behauptete, dass es lediglich darum ginge, Luxemburg erneut zu diskreditieren. Im Visier der Kritiker stehe EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der am Donnerstag im Zuge der LuxLeaks-Affäre vor einem Sonderausschuss des Europaparlaments Stellung beziehen wird, so der Vizepremier. 

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