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Empfang am Flughafen Findel: Syrische Flüchtlinge in Luxemburg angekommen
Politik 1 2 Min. 05.05.2015

Empfang am Flughafen Findel: Syrische Flüchtlinge in Luxemburg angekommen

Politik 1 2 Min. 05.05.2015

Empfang am Flughafen Findel: Syrische Flüchtlinge in Luxemburg angekommen

Neun Familien, die vor dem kriegerischen Konflikt in Syrien geflohen sind, finden in Luxemburg eine neue Perspektive. Sie kamen am Dienstag am Findel an. Derweil harren knapp vier Millionen weiterer Syrer in den Nachbarländern ihrer Heimat aus, oft unter widrigen Bedingungen.

(ks) - 43 Flüchtlinge aus Syrien sind am Mittag in Luxemburg angekommen, darunter 27 Kinder. Eine Frau und zwei weitere Kinder werden am Mittwoch im Großherzogtum erwartet. Die insgesamt neun Familien werden von Luxemburg im Rahmen eines Programm des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) aufgenommen. Sie erhalten den Flüchtlingsstatus.

Integrationsministerin Corinne Cahen empfing die Familien am Dienstag am Flughafen.
Integrationsministerin Corinne Cahen empfing die Familien am Dienstag am Flughafen.
SIP / Charles Caratini

Sie werden zunächst im Foyer Heliar in Weilerbach aufgenommen. Dort erhalten sie soziale und falls notwendig auch psychologische Betreuung, wie das Integrationsministerium auf Anfrage mitteilte. Die Kinder werden in der Aufnahme-Einrichtung zudem unterrichtet.

Der Aufenthalt in Weilerbach soll eine Übergangslösung darstellen. Das "Office luxembourgeois de l’accueil et de l’intégration" (Olai) suche derzeit nach Wohnungen, erklärt Ministeriumssprecherin Jacquie Zahlen. "Wenn alles gut geht, werden die Flüchtlinge im September umziehen, so dass die Kinder die normalen Schulen besuchen können."

Asselborn: "Es ist nie genug"

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnete die Aufnahme der 46 Flüchtlinge als einen "Tropfen auf den heißen Stein". "Es ist nie genug. Aber wir können nicht tausende Menschen aufnehmen", erklärte Außenminister Jean Asselborn gegenüber dem "Luxemburger Wort". Das Großherzogtum empfange gemessen an seiner Gesamtbevölkerung und im Vergleich zu anderen EU-Staaten viele Flüchtlinge. "Wir engagieren uns sehr stark. Man kann nicht nur auf die Zahlen schauen. Wenn wir die Menschen hier aufnehmen, wollen wir auch, dass sie Arbeit und eine Wohnung finden. Wir wollen hier keine Camps errichten."

Luxemburg sei bereit, pro Jahr 15 bis 20 Asylsuchende aufzunehmen und stehe auch nicht zurück, wenn es europaweit zur Flüchtlingsquote kommen sollte, erklärte der Außenminister.

Millionen Menschen auf der Flucht

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR haben seit Beginn des Konflikts 3,9 Millionen Syrer Zuflucht in den Nachbarstaaten und in Nordafrika gefunden. Allein im Libanon leben 1,2 Millionen Flüchtlinge. Die Türkei hat 1,78 Millionen Syrer aufgenommen. Darüber hinaus beantragten 200.000 Betroffene in europäischen Ländern Asyl. Bereits im vergangenen April hatte Luxemburg 28 syrische Flüchtlinge aufgenommen.

Viele der Flüchtlinge, die es in die Nachbarstaaten ihres zerstörten Heimatlandes geschafft haben, leben dort unter schwierigen Bedingungen. Satellitenfotos, die in zeitlichem Abstand aufgenommen wurden, zeigen beispielhaft die Entwicklung des Flüchtlingscamps Al Zaatari in Jordanien:

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UNOSAT, das Satellitenprogramm der Vereinten Nationen, zählte im August 2012 wenige Wochen der Eröffnung 1.382 Zelte. Im November 2014 waren es bereits über 29.000 dieser provisorischen Unterkünfte. "Das Flüchtlingscamp Al Zaatari hat sich zur zweitgrößten Flüchtlingssiedlung weltweit entwickelt und zur viertgrößten Stadt in Jordanien", heißt es in einem Bericht der Organisation. Derzeit leben dort 83.000 Menschen.


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