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Eine Woche Homeschooling für alle
Politik 1 3 Min. 22.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Eine Woche Homeschooling für alle

Zwischen dem 4. und dem 10. Januar 2021 muss gelernt werden, aber von zu Hause aus.

Eine Woche Homeschooling für alle

Zwischen dem 4. und dem 10. Januar 2021 muss gelernt werden, aber von zu Hause aus.
Foto: Getty Images
Politik 1 3 Min. 22.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Eine Woche Homeschooling für alle

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Am Dienstag gab Bildungsminister Claude Meisch (DP) Erläuterungen zur angekündigten Schulschließung und zu weiteren Maßnahmen.

Am Dienstag gab Bildungsminister Claude Meisch (DP) bei einer Pressekonferenz Erläuterungen zu den angekündigten neuen Maßnahmen im Schulwesen nach den Weihnachtsferien.


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Die Schulen bleiben bis zum 10. Januar geschlossen und die Schüler wechseln ab dem 4. Januar alle in den Fernunterricht, auch die Grundschüler. Es bleibt den Grundschullehrern überlassen, wie sie den Unterricht organisieren. Im Prinzip soll es eine Übungswoche werden, um Lernstoff aus dem ersten Trimester zu wiederholen und zu vertiefen, wie Claude Meisch erklärte. Auch Videokonferenzen mit der ganzen Klasse oder einem Teil der Schüler sind möglich. 

Wir wollen, dass jeder Primaner eine faire Chance hat, den Abschluss zu schaffen.

Bildungsminister Claude Meisch

Im Secondaire findet normaler Unterricht im Live-Stream statt. Hier könne man auf positive Erfahrungen zurückgreifen aus den vergangenen Wochen in der Oberstufe. Alle Prüfungen, die in der Woche des 4. Januar geplant waren, werden verschoben, das gilt auch für die Primaner. Deren Semester wird um eine Woche verlängert.

Das Bildungsministerium will untersuchen, inwiefern es durch Quarantänen und Fernunterricht zu Verzögerungen beim Vermitteln des Lernstoffs gekommen ist. Dies gilt im Besonderen für die Première-Klassen. Falls das der Fall sein soll, werden Claude Meisch zufolge Anpassungen bei den Programmen vorgenommen, „damit jeder Primaner eine faire Chance hat, den Abschluss zu schaffen“. Zugleich werde man dafür sorgen, dass es sich um eine vollwertige Première handelt „und die Schüler gut auf weiterführende Studien vorbereitet sind“.

Kompetenzzentren: Sofortige Quarantäne

Auch die Kompetenzzentren, in denen Kinder mit spezifischen Bedürfnissen unterrichtet werden, schalten auf Fernunterricht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Virus sich in den Kompetenzzentren leichter verbreitet, weil die „Gestes barrières“ nicht konsequent eingehalten werden können. Deshalb wurde beschlossen, die Klassen bei einem Einzelfall sofort in Quarantäne zu schicken, und nicht erst bei zwei Fällen pro Klasse.

Die Erwachsenenbildung sowie der Musikunterricht funktioniert in der Woche des 4. Januar exklusiv über Fernunterricht.

Kinderbetreuung

Ab dem 28. Dezember und bis zum 10. Januar sind alle Betreuungseinrichtungen (Kindertagesstätten, Maisons relais, Schulfoyers, Tageseltern) geschlossen, bis auf eine Notbetreuung für Personal, das im Gesundheitssektor arbeitet. Eltern, die keine Lösung für die Betreuung ihrer Kinder haben, können auf einen speziellen „Congé pour raisons familiales“ zurückgreifen. Das Formular kann man auf www.guichet.lu herunterladen.

Die Schließung gilt auch für alle organisierten Kinder- und Jugendaktivitäten (Jugendhäuser, SNJ, Jugendvereine, Scouts usw.). 

Großflächige Tests bei Schülern und Lehrern

Bevor die Schulen und Betreuungsstrukturen wieder öffnen, erhalten alle Schüler zwischen vier und 19 Jahren eine Einladung, sich testen zu lassen. Das gilt auch für die Lehrer und das Personal in den Betreuungseinrichtungen. 

Zusätzlichen Schutz verspricht sich der Minister vom Einsatz sogenannter CO2-Ampeln. In den Betreuungsstrukturen soll dafür gesorgt werden, dass Kinder, die in der Schule getrennt sind, in den Maisons relais nicht vermischt werden, so wie es am Montag das Lehrersyndikat SNE in einer Pressemitteilung gefordert hatte. Ferner werde der Einsatz von FFP-2-Masken für Lehrer und Betreuer geprüft sowie die Möglichkeit, in einer zweiten Phase Lehr- und Betreuungspersonal zu impfen.

Das Bildungsministerium will nach den Weihnachtsferien einen Covid-Bericht über die zweite Hälfte des ersten Trimesters veröffentlichen. Anders als im Covid-Bericht, der nach den Herbstferien veröffentlicht wurde, werden in dieser Analyse nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer berücksichtigt.


Politik, Pressekonferenz Minister Meisch - Details Rentrée scolaire, des Schuljahres 2020, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
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Das Bildungsministerium hat zusammen mit dem CePAS und dem Office national de l'enfance (ONE) eine Helpline eingerichtet, an die Kinder, Jugendliche und Erwachsene sich wenden können, wenn sie psychologische Hilfe brauchen. Die Nummer: 8002-9393 ist täglich von 8 Uhr bis 22 Uhr erreichbar. 

Hinzu kommt eine Hotline für pädagogische Fragen: 8002-9090. Die Hotline richtet sich an Eltern und ist wochentags sowie am 2. und 3. Januar von 9 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 16 Uhr erreichbar. Fragen können auch online gestellt werden (www.schouldoheem.lu).

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