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"Eine Frage der Souveränität"
Politik 06.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Auftakt der UN-Klimakonferenz in Bonn

"Eine Frage der Souveränität"

Ministerin Carole Dieschbourg setzt große Hoffnungen in den COP-Vorsitz der Fidschis.
Auftakt der UN-Klimakonferenz in Bonn

"Eine Frage der Souveränität"

Ministerin Carole Dieschbourg setzt große Hoffnungen in den COP-Vorsitz der Fidschis.
Lex Kleren
Politik 06.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Auftakt der UN-Klimakonferenz in Bonn

"Eine Frage der Souveränität"

Marc SCHLAMMES
Marc SCHLAMMES
Die Klimaerwärmung schreitet rasanter voran denn je. Da kommt die 23. UN-Klimakonferenz, die heute in Bonn beginnt, gerade richtig um energisch gegenzusteuern.

(mas) - Die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre ist nach Messungen der Klimaforscher noch nie so schnell gestiegen wie im vergangenen Jahr. „Ohne rapide Einschnitte bei CO2- und anderen Treibhausgasemissionen steuern wir bis Ende des Jahrhunderts auf gefährliche Temperaturanstiege zu, die deutlich über den Zielen des Weltklimaabkommens von Paris liegen“, schlägt  Petteri Taalas, Generalsekretär der  Weltwetterorganisation Alarm.

Da kommt die heute in Bonn beginnende UN-Klimakonferenz gerade richtig. Die luxemburgische Umweltministerin Carole Dieschbourg erwartet sich positive Signale von der COP-23.  Zum einen soll sich der Konferenz-Vorsitz durch die Fidschi-Inseln belebend auswirken; der Inselstaat im Südpazifik erfährt die Folgen des Klimawandels hautnah durch einen steigenden Meeresspiegel. "Für die Fidschis ist Klimaschutz eine Frage der Wahrung ihrer Souverainität", umreißt Carole Dieschbourg die Herausforderung.

Werbung für "grünen" Finanzplatz

Zum anderen hofft die luxemburgische Ministerin darauf, dass es Fortschritte bei der Ausarbeitung des Regelwerkes zur Umsetzung des Pariser Klimavertrages aus 2015 gibt. Dies sei zwar eine regelrechte "Knochenarbeit", so die Grünen-Politikerin, die vor zwei Jahren maßgeblich am Abschluss eines globalen Klimaabkommens beteiligt war. "Diese Regeln entscheiden letztlich aber darüber, wie schnell und wie gut wir das Abkommen umsetzen."

Einer der Knackpunkte ist die Frage der Finanzierung. Luxemburg will deshalb in Bonn vor allem Werbung für seine "grünen" Finanzierungsinstrumente am Bankenplatz werben, ob es sich um die Fondsindustrie handelt oder die Partnerschaft mit der Europäischen Investitionsbank.

Besuch vom Großherzog 

Dass Luxemburg der COP-23 eine besondere Bedeutung beimisst, zeigt sich daran, dass das Land mit einem eigenen Pavillon teilnimmt; dieser Auftritt soll, so Carole Dieschbourg, unter anderem dazu dienen, die Verknüpfung der Klimaherausforderung mit anderen globalen Phänomenen, die in der "Agenda 2030" zusammengefasst sind, hervorzuheben -  Beispiel Artenvielfalt, Beispiel Meeresschutz, Beispiel Menschenrechte.

Den Stellenwert der Klimakonferenz für Luxemburg unterstreicht aber auch der Umstand, dass der Großherzog die COP-23 in der zweiten Tagungswoche besuchen wird.




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