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Eine Chance für Benachteiligte
Politik 10.07.2017 Aus unserem online-Archiv
Arbeit und Beschäftigung

Eine Chance für Benachteiligte

Behinderte und Beschäftigte mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit sollen wieder einen Job finden.
Arbeit und Beschäftigung

Eine Chance für Benachteiligte

Behinderte und Beschäftigte mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit sollen wieder einen Job finden.
Foto: Shutterstock
Politik 10.07.2017 Aus unserem online-Archiv
Arbeit und Beschäftigung

Eine Chance für Benachteiligte

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Behinderte und Menschen mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit haben es nach wie vor schwer, einen Job zu finden. Eine gemeinsame Initiative der Adem, des Gesundheits- und des Familienministeriums soll nun Abhilfe schaffen.

(DS) - Im Mai hatten 15.465 Menschen keinen Job. Fast ein Viertel der Arbeitssuchenden haben gesundheitliche Probleme. 1.381 haben eine Behinderung, weitere 1.793 sind wegen ihrer Beschwerden nur eingeschränkt arbeitsfähig (reclassement).

Zusammenarbeit

Auch in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs finden sie nur sehr schwer einen Arbeitsplatz. Deshalb hat die Adem nun das Projekt "COSP-HR" lanciert, das den Betroffenen ermöglichen soll, wieder Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen.

Damit die Betreuung möglichst umfassend gestaltet werden kann, holte die Arbeitsagentur das Gesundheits- wie auch das Familienministerium mit ins Boot. Herzstück der neuen Initiative ist das "Centre d'orientation socio-professionnelle pour les demandeurs d'emploi avec statut de salarié handicapé et/ou reclassé externe" in Lintgen.

Worum geht es? Die Betroffenen werden zwei Monate lang speziell betreut. Dabei werden ihre Beeinträchtigungen zunächst einer genauen Bewertung unterzogen, um herauszufinden, über welche Fähigkeiten sie noch verfügen. Nur so lässt sich ermitteln, welche Arbeiten sie noch verrichten können.

Bislang verfügt die Adem nämlich nur zum Teil über diese Kenntnisse. Und genau aus diesem Grund ist es so schwer, Behinderte oder Menschen mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit zu vermitteln.

Bewerten und orientieren

Es geht aber nicht nur um die genaue Einschätzung des Gesundheitszustandes. Den  Betroffenen werden auch spezielle Weiterbildungen angeboten, etwa  Sprach- und Informatikkurse.

Besonders wichtig ist aber, dass bei den einzelnen "Ateliers" ein Arzt, bzw. ein Ergotherapeut dabei ist, um den Betroffenen wichtige Ratschläge zu geben. Das Angebot ist auf die Bedürfnisse von Menschen mit physischen, psychischen oder mentalen Probleme ausgerichtet.

Das Projekt „COSP-HR“ wurde zu Beginn des Jahres lanciert. Die erste Bilanz fällt positiv aus. Seit dem Start haben 83 Kandidaten teilgenommen, 15 haben bereits einen Job gefunden. Oberstes Ziel ist es natürlich, die Arbeitssuchenden wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Sind die Probleme aber zu groß, können auch Beschäftigungsinitiativen oder die "ateliers protégés" einen Ausweg bieten.

Die Kosten werden auf 2,9 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt. Die Hälfte übernimmt der Europäische Sozialfonds.


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