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Ein strahlendes Ende
Politik 2 Min. 26.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Geplante Schließung von Fessenheim

Ein strahlendes Ende

Cattenom und Fessenheim befinden sich beide in Grenzregionen und sind an Flüsse angebunden.
Geplante Schließung von Fessenheim

Ein strahlendes Ende

Cattenom und Fessenheim befinden sich beide in Grenzregionen und sind an Flüsse angebunden.
Foto: Pierre Matgé
Politik 2 Min. 26.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Geplante Schließung von Fessenheim

Ein strahlendes Ende

Die Electricité de France (EDF) will das Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass vom Netz nehmen. Gute Nachrichten für Luxemburg, findet der Abgeordnete des Europaparlaments Claude Turmes.

(m.r.)- Am Dienstag hat der Stromgigant Electricité de France (EDF) sich mit dem französischen Staat über die Bedingungen einer Abschaltung des Atomkraftwerks Fessenheim geeinigt. Rund 490 Millionen Euro soll Frankreich die Abschaltung des Meilers im Elsass kosten.

Seit Jahren fordern Atomkraftgegner die Stilllegung des Kraftwerks. Insbesondere die Lage innerhalb einer Erdbebengefährdungszone sorgt für Sicherheitsbedenken.

Die Schließung des Meilers an der deutsch-französischen Grenze war ein Wahlkampfversprechen von Frankreichs Präsident François Hollande. Immer wieder musste die Abschaltung jedoch nach hinten verschoben werden. Durch die Einigung mit der EDF scheint 2018 jetzt als Termin möglich.

Keine endgültige Entscheidung

In trockenen Tüchern ist die Abschaltung jedoch noch nicht. Der Konzern muss noch einen Antrag für die Aufhebung der Betriebserlaubnis für das Kraftwerk stellen. Dafür ist ein staatliches Dekret von Nöten.

Mit dem Scheiden von Hollande aus dem Präsidentsschaftsamt bleibt die politische Zukunft Frankreichs ungewiss. Der konservative Präsidentschaftskandidat François Fillon hat sich in der Vergangenheit gegen eine Schließung des Kraftwerks ausgesprochen. Ein möglicher Wahlsieg könnte somit die Entscheidung kippen.

Im Rahmen seines Energiewendegesetzes hat Frankreich das Ziel ausgegeben, den Anteil der Atomkraft an seinem Strommix bis 2025 auf 50 Prozent zu reduzieren. Bisher bezieht das Nachbarland drei Viertel seines Stroms aus Atomkraft. Um sein Energieversprechen zu erfüllen, muss die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone zukünftig noch weitere seiner 58 Atomkraftwerke stilllegen.

„Die Chancen für eine Abschaltung Cattenoms standen noch nie so gut“, so Claude Turmes, Abgeordneter des Europaparlaments. Das Ende Fessenheims schaffe einen Präzedenzfall, den Luxemburg sich zu Nutzen machen könne.

Es bestehen viele Ähnlichkeiten zwischen den Meilern. Beide befinden sich in Grenzregionen und sind an Flüsse angebunden. Im Falle eines Reaktorunfalls würde das radioaktive Material sich großflächig über den Luft- und Wasserweg verbreiten. Die Abschaltung der Atomzentrale in Lothringen habe höchste Priorität, bekräftigt Turmes.

Mittel und Wege

Alternative Energiequellen zu Atomstrom gäbe es genug. „In Europa herrscht ein Energieüberfluss und der Konsum stagniert seit Jahren“, betont der Politiker der Grünen.

Luxemburg ist in seinem Kampf gegen das angrenzende Atomkraftwerk nicht alleine. Auch die deutsche Regierung hat in der Vergangenheit immer wieder ihre Bedenken gegenüber der Atomzentrale geäußert.

Die französische Umweltministerin Ségolène Royal hatte im Mai 2016 die Abschaltung von Cattenom als prioritär bezeichnet. Wann das Kraftwerk in Lothringen tatsächlich vom Netz genommen werden soll, ist noch unklar. Cattenom gilt als sogenannter Pannenreaktor. Alleine im vergangenen Dezember wurden fünf Störfälle verzeichnet.



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