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Ein Schritt in Richtung Normalität
Politik 2 4 Min. 04.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Corona-Lage in Luxemburg

Ein Schritt in Richtung Normalität

Premier Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) sind erleichtert, den Menschen wieder mehr Freiheiten zurückgeben zu können.
Corona-Lage in Luxemburg

Ein Schritt in Richtung Normalität

Premier Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) sind erleichtert, den Menschen wieder mehr Freiheiten zurückgeben zu können.
Foto: Anouk Antony
Politik 2 4 Min. 04.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Corona-Lage in Luxemburg

Ein Schritt in Richtung Normalität

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Regierung lockert die Corona-Regeln. Die Isolation wird verkürzt, die Quarantäne abgeschafft und aus 2G+ wird wieder 3G.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist immer noch hoch, doch die Lage in den Spitälern weiterhin entspannt. Deshalb hat die Regierung beschlossen, die Einschränkungen zu lockern. Im privaten Bereich (bis zu 2.000 Personen) werden sämtliche Restriktionen aufgehoben, die Sperrstunde im Horeca-Sektor entfällt und überall gilt 3G. Für Ungeimpfte bedeutet das, dass sie wieder überall Zugang haben, sofern sie einen PCR- oder einen zertifizierten Schnelltest vorweisen können. 

Rückkehr zum 3G 

Der CovidCheck am Arbeitsplatz bleibt in Absprache mit den Sozialpartnern bestehen, wird aber nach dem 28. Februar, wenn das aktuelle Gesetz ausläuft, fakultativ. Betriebe ohne CovidCheck müssen wieder zu den alten Maßnahmen – Maskenpflicht und Distanzregel – zurückkehren. 


ARCHIV - 01.05.2021, Brandenburg, Schönefeld: ILLUSTRATION - Ein Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr bekommt von einem Bundeswehrarzt eine Impfung gegen Covid-19 mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer im Impfzentrum der Bundeswehr und der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. am Flughafen BER. (zu dpa "Corona-Impfverweigerung soll für Soldaten Konsequenzen haben") Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen nimmt leicht ab
Knapp 15.000 Personen haben sich laut Santé vergangene Woche mit Covid angesteckt. Die Lage in den Spitälern bleibt stabil.

Erstgeimpfte können sich bis zur Zweitimpfung bekanntlich umsonst testen lassen. Die eigens hierfür eingerichteten Testzentren bleiben noch bis zum 28. Februar in Betrieb. Über diesen Zeitraum hinaus erhalten sie bis zur Zweitimpfung wöchentlich einen Testgutschein. 

Das hohe Infektionsgeschehen führt in vielen Betrieben zu Personalmangel. Um dem entgegenzuwirken, können Infizierte fortan früher aus der Isolation, und zwar nach zwei negativen Schnelltests an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. 

Die Quarantäne wird aufgehoben, wobei Ungeimpften geraten wird, sich nach einem Kontakt mit einem Infizierten sicherheitshalber während fünf Tagen täglich zu testen und bei Kontakten FFP2-Masken zu tragen. Wann die neuen Regeln in Kraft treten, ist noch unklar.

„Die Situation erlaubt es, den Menschen wieder ein Stück mehr Freiheit zurückzugeben“, sagte Premier Xavier Bettel (DP) am Freitag beim gemeinsamen Pressebriefing mit Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP)


Reportage WEB école fondamentale Lenkeschlei  au temps du covid Dudelange photo Christophe Olinger 31.02.2022
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Beide ermahnten dennoch zur Vorsicht und erneuerten ihren Appell an die Ungeimpften, sich impfen zu lassen. Die Lockerungen seien möglich, „weil wir die Impfung haben. Sie bleibt der beste Weg zurück in ein dauerhaft normales Leben“. 

Höhepunkt der Welle erreicht 

Laut Paulette Lenert dürfte die aktuelle Welle mit rund 15.000 Neuinfektionen pro Woche ihren Höhepunkt erreicht haben. Das Virus zirkuliere nach wie vor viel und überall, allerdings mehr bei Ungeimpften als bei Geimpften, so Lenert. Auch zeigten die Inzidenzen zwischen Oktober und Ende Januar ganz deutlich, dass das Risiko, auf der Intensivstation zu landen, für Ungeimpfte im Vergleich zu Geimpften um ein 19-Faches höher sei. „Es ist die Impfung, die uns ermöglicht, einen Schritt in Richtung Normalität zu gehen und hoffentlich bald ganz aus der Krise heraus zu sein. Ohne Impfung wäre das nicht denkbar.“

Lenert verteidigte die Einführung strengerer Regeln im Dezember. Es sei notwendig gewesen, die Handbremse zu ziehen. „Damals wussten wir nicht, was wir heute über die neue Variante wissen.“ 

Ihre Zuversicht zieht die Ministerin auch aus der aktuellen Impf- und Genesenen-Quote bei den Risikogruppen. In der Gruppe der über 60-Jährigen sind über 90 Prozent geimpft zuzüglich die Genesenen. Über 77 Prozent haben ihre Boosterimpfung. In der Gesamtbevölkerung sind von den Ungeimpften 15,6 Prozent genesen. „Wir bewegen uns demnach insgesamt in einer relativ sicheren Situation.“ 

Bis Ende März erwartet Luxemburg eine Lieferung von 30.000 Dosen des Novavax-Impfstoffs. Er wird ausschließlich in den Impfzentren verabreicht. Die erste Novavax-Lieferung (9.000 Dosen) wird am 21. Februar in Luxemburg erwartet. 


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Regierung hält an Impfpflicht fest 

Die Lockerungen stünden nicht in Widerspruch zur Notwendigkeit einer Impfpflicht, meinte der Premier. „Die Regierung steht immer noch hinter der Analyse der Expertengruppe.“ Die Impfpflicht sei notwendig, „um uns gegen eine potenzielle neue Welle mit einer gefährlicheren Variante zu schützen. Wir wissen nicht, was die nächsten Monate bringen werden.“ Die Regierung arbeitet also weiter am Gesetzentwurf und hält an der Impfpflicht fest, solange die Pandemie dauert. Sollte sie enden, werde die Regierung sicher nicht an der Impfpflicht festhalten, so noch der Premier. 

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