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Ein Parteivorsitz, zwei Kandidaten
Der scheidende Parteivorsitzende Marc Spautz bei seiner Rede beim Neujahrsempfang der CSV.

Ein Parteivorsitz, zwei Kandidaten

Foto: Guy Jallay
Der scheidende Parteivorsitzende Marc Spautz bei seiner Rede beim Neujahrsempfang der CSV.
Politik 17 2 Min. 10.01.2019

Ein Parteivorsitz, zwei Kandidaten

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Am 26. Januar wählt die CSV eine neue Parteispitze. Seit Donnerstag ist es amtlich. Für den Parteivorsitz liegen zwei Kandidaturen vor, für den Posten des Generalsekretärs eine. Der Neujahrsempfang in Niederanven stand ganz im Zeichen der Erneuerung.

„Et deet mer déck“, sagte gestern CSV-Präsident Marc Spautz zum Schluss seiner Neujahrsrede im prall gefüllten Kulturzentrum Am Sand in Niederanven. Es war seine neunte Neujahrsrede. Und es war seine letzte, denn in gut zwei Wochen tritt entweder der redegewandte Europaabgeordnete Frank Engel oder der smarte Abgeordnete und Stadtschöffe Serge Wilmes seine Nachfolge an.

In der kurzen Zeit bis zum Kongress am 26. Januar werden sie, aber auch Député-maire Felix Eischen, der für den Posten des Generalsekretärs kandidiert, sich in den vier Bezirken den Fragen der Parteimitglieder stellen. Für die beiden Vizepräsidentenposten gingen zwei Kandidaturen ein, die von Elisabeth Margue, Gemeinderätin in der Hauptstadt, und die von Stéphanie Weydert, Schöffin in der Gemeinde Rosport-Mompach.

„Déck“ tue es ihm, nicht weil er an seinem Stuhl klebe, sondern weil es stets ein schönes Erlebnis gewesen sei, vor so vielen Parteimitgliedern zu stehen, „die die Stärke der Partei ausmachen“, sagte Spautz. Zuvor war er auf die Entwicklung der Partei in den vergangenen Jahren eingegangen.

Vieles sei der CSV gelungen. Spautz erinnerte an die parteiinterne Erneuerung, an den Erfolg der CSV bei den Europawahlen 2014 und an die Kommunalwahlen 2017, aus denen die CSV erstmals als stärkste Partei hervorgegangen war. „Was uns aber nicht gelungen ist, ist die Rückkehr in die Regierung“, so Spautz. „Wir brauchen das Ergebnis vom 14. Oktober nicht schönzureden. Wir haben unser Ziel nicht erreicht und das müssen wir hinterfragen.“

Man müsse analysieren, „warum die CSV zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 so sehr an Zustimmung verlor“. Aufschluss könne die von der Chamber in Auftrag gegebene Studie über die Wählerwanderung geben, deren Ergebnisse für Mitte des Jahres erwartet werden.

Opposition war nicht unser Ziel, aber nun sind wir in der Opposition und da haben wir unsere Verantwortung zu übernehmen.

Spautz ging aber auch auf die bevorstehenden Europawahlen ein. Es gelte, mit aller Kraft die drei Sitze der CSV im Europaparlament zu verteidigen.

Für die neue Fraktionschefin Martine Hansen war es die erste Neujahrsrede. Sie sprach sich dafür aus, als Fraktion und als Partei offen und nah an den Menschen zu sein und warnte davor, sich in eine „Krautmarkt-Blase“ zurückzuziehen. „Dort spielt das Leben nicht“, sagte Hansen.

In den Rückspiegel zu schauen sei wohl nötig, „aber wir müssen vor allem nach vorne schauen“, sagte die Fraktionschefin. „Opposition war nicht unser Ziel, aber nun sind wir in der Opposition und da haben wir unsere Verantwortung zu übernehmen. Wir werden eine kritische, eine konstruktive und, wenn nötig, auch eine etwas lautere Opposition machen“, so Hansen.

Der Regierung warf sie fehlende Weitsicht vor. „Aber wir brauchen Weitsicht. Man kann ein Land nicht nur im Jetzt steuern.“ Die Regierung habe ein Schönwetterpaket präsentiert, aber ein Plan für die Zukunft des Landes sei nicht zu erkennen.




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