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Ein Komitee für alle
Politik 2 Min. 01.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg

Ein Komitee für alle

Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg ist eng mit der Villa Pauly verbunden. Noch weiß aber niemand, was aus dem Gebäude werden soll.
Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg

Ein Komitee für alle

Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg ist eng mit der Villa Pauly verbunden. Noch weiß aber niemand, was aus dem Gebäude werden soll.
Gerry Huberty
Politik 2 Min. 01.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg

Ein Komitee für alle

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Nächste Woche stimmt das Parlament über das Gesetz zum „Comité pour la Mémoire de la Deuxième Guerre mondiale“ ab. Die CSV hat allerdings Bedenken. In den Augen der Oppositionspartei bleiben zu viele Fragen ungeklärt.

(DS) - Am 9. Juni wird das Parlament über die gesetzliche Grundlage für das „Comité pour la Mémoire de la Deuxième Guerre mondiale“ abstimmen. Die Vertreter der Regierungsfraktionen zeigen sich sehr zufrieden, dass das gemeinsame Erinnerungskomitee so schnell Wirklichkeit wird, die CSV hegt allerdings Bedenken.

Für den Berichterstatter Alex Bodry (LSAP) ist es wichtig, dass es in Zukunft für alle Fragen, die sich mit der Erinnerung und mit dem Gedenken an den Zweiten Weltkrieg befassen, nur noch einen Ansprechpartner gibt. In dem neuen 18-köpfigen Gremium sind die Vertreter der Resistenz, der Zwangsrekrutierten und der jüdischen Gemeinde paritätisch vertreten.

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sei es angebracht, der Erinnerung eine andere Orientierung zu geben, auch deshalb, weil es immer weniger Zeitzeugen gebe, so Bodry. Er begrüßt auch den einheitlichen Gedenktag, die „Journée nationale du Souvenir“, der ebenfalls in dem Gesetz verankert ist.

Die CSV hegt Bedenken

Das Komitee als solches befürwortet auch Octavie Modert (CSV). Allerdings bleiben in ihren Augen noch zu viele Fragen unbeantwortet. Deshalb haben sich die Christsozialen bei der Abstimmung über den Bericht am Mittwoch auch enthalten.

Die Kritik der CSV  macht sich vor allem an der Art und Weise fest, wie das „Comité directeur pour le Souvenir de la Résistance“ (CDSR) und des „Comité directeur pour le Souvenir de l'Enrôlement forcé“ (CDSEF) abgewickelt werden. Laut Gesetz werden beide Gremien abgeschafft.

„Die Regierung hätte sich bereits im Vorfeld, noch bevor sie ihren Entwurf eingebracht hat, Gedanken darüber machen müssen, wie es mit den bestehenden Strukturen weitergehen wird“, meint Modert. Sie wirft der Koalition denn auch vor, sich nicht sorgfältig genug mit der ganzen Problematik auseinandergesetzt haben.

Was wird aus der Villa Pauly?

Es sei z. B. nach wie vor nicht gewusst, was aus den beiden Gebäuden, der Villa Pauly und dem alten Bahnhof in Hollerich, werden soll: „Beide Gebäude haben für Luxemburg einen hohen Symbolwert. Es wäre wichtig zu wissen, wie sie in Zukunft genutzt werden“, so Modert. Im Umgang mit dem Personal hat die Regierung laut Modert wenig Fingerspitzengefühl gezeigt.

Die CSV-Politikerin vermisst aber auch eine genau Definition dessen, was die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Zukunft ausmachen soll: „Die Fragen der CSV zu den Details zum neuen nationalen Erinnerungstag sind unbeantwortet geblieben“, moniert Modert. Auch sei nicht restlos geklärt, was aus den Beständen des CDSR und des CDSEF werden soll. Laut Gesetz sollen die Dokumente in das Nationalarchiv überführt werden.


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