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Erny Gillen beantragt Aufgabe des Priesteramtes
Politik 2 Min. 25.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Ehemaliger Generalvikar

Erny Gillen beantragt Aufgabe des Priesteramtes

Der ehemalige Generalvikar Erny Gillen will sein Priesteramt aufgeben und legt seine Verwaltungsratsmandate nieder.
Ehemaliger Generalvikar

Erny Gillen beantragt Aufgabe des Priesteramtes

Der ehemalige Generalvikar Erny Gillen will sein Priesteramt aufgeben und legt seine Verwaltungsratsmandate nieder.
Politik 2 Min. 25.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Ehemaliger Generalvikar

Erny Gillen beantragt Aufgabe des Priesteramtes

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Erny Gillen will sein Priesteramt aufgeben und legt seine Verwaltungsratsmandate nieder. Dazu gehört der Vorsitz des Verwaltungsrats von Saint-Paul Luxembourg.

(ml/TJ/rar/AC) - Erny Gillen, ehemaliger Generalvikar, orientiert sich persönlich und beruflich neu. Dies teilte das Erzbistum am Montag mit.

Gillen hat nach seinem Rücktritt als Generalvikar der Erzdiözese Luxemburg einen Studienaufenthalt am Boston College in den Vereinigten Staaten absolviert. Er will künftig als Wissenschaftler dem Thema “ethics and leadership” im europäischen und internationalen Zusammenhang nachgehen.

Der ehemalige Generalvikar habe vor einer gewissen Zeit Erzbischof Jean-Claude Hollerich darüber in Kenntnis gesetzt, dass er aus persönlichen Gründen aus dem Priestertum austreten möchte, bestätigte Roger Nilles, der Pressesprecher des Bistums, dem "Luxemburger Wort" auf Nachfrage.

Es bleibe abzuwarten, wie der Erzbischof mit dieser Entscheidung umgehe, so Nilles.  Nach kanonischem Recht könne Gillens Schritt zu einer Suspendierung führen. Faktisch würde sich jedoch nichts ändern, da Erny Gillen von sich aus auf sein Priesteramt verzichte, heißt es weiter.

"Ein Priester, der aus persönlichen Gründen zum Schluss kommt, sein Amt nicht mehr ausüben zu wollen, teilt dies dem für ihn zuständigen Bischof mit", erklärt Abbé Patrick Hubert, Offizial der Erzdiözese Luxemburg und damit Leiter der kirchlichen Gerichtsbarkeit. "Bleibt er trotz Beratungen und Ermahnungen bei seinem Entschluss, muss der Bischof ihn vom priesterlichen Dienst suspendieren, d.h. er untersagt ihm das Ausüben aller gottesdienstlichen und verwaltungstechnischen Funktionen."

Nachfolgeentscheidungen noch in dieser Woche?

Erny Gillen stellt seinen Posten als Verwaltungsratspräsident des Medienhauses Saint-Paul Luxembourg zur Verfügung. Er gibt ebenfalls sein Mandat an der Spitze der Société Lafayette, der Vermögensgesellschaft des Bistums, ab. Wer auf den beiden Posten seine Stelle übernehmen wird, ist noch nicht bekannt.

Derzeit würden Gespräche geführt, um die Nachfolge zu regeln, erklärt der Pressesprecher des Bistums. Namen seien ihm derzeit nicht bekannt, so Nilles, der jedoch nicht ausschließt, dass noch im Laufe dieser Woche Entscheidungen getroffen und der Öffentlichkeit mitgeteilt werden.

Ob der Verwaltungsrat von Saint-Paul Luxembourg und der Lafayette-Gesellschaft wie bis jetzt von der gleichen Person geleitet werden, bleibe abzuwarten, so Nilles. Möglich sei, dass die jeweiligen Posten künftig von zwei verschiedenen Personen bekleidet werden, da sie nicht aneinander gekoppelt seien.

Gillen war Generalvikar bis 2015

Gillen war von 2011 bis 2015 Generalvikar der Erzdiözese Luxemburg und war maßgeblich an der Ausarbeitung der Neuregelung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche beteiligt. Er war auf eigenen Wunsch von dem Posten zurückgetreten. Sein Nachfolger als Generalvikar ist Leo Wagener.

Das Erzbistum dankte Erny Gillen in einem am Montag veröffentlichten Presseschreiben für seinen unermüdlichen Einsatz. "Wir bedauern diesen Schritt, gleichzeitig respektieren wir die Entscheidung, die Erny Gillen getroffen hat und danken ihm für die geleisteten Dienste", so Nilles.

Am Dienstag ist der erste Jahrestag der Konventionen, die die Beziehungen zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften regeln. Einen Zusammenhang zwischen Gillens Entscheidung und diesem Jahrestag gebe es nicht, stellt der Pressesprecher des Bistums klar.


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Erny Gillen.