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Editorial: Was macht den Erfolg aus?
Leitartikel Politik 2 Min. 26.08.2014

Editorial: Was macht den Erfolg aus?

Leitartikel Politik 2 Min. 26.08.2014

Editorial: Was macht den Erfolg aus?

Laurent SCHÜSSLER
Laurent SCHÜSSLER
Der Sport ist per Definition objektiv. Zeiten, Weiten, Tore und Treffer bestimmen nach genau fest gelegten Regeln den oder die Beste(n). Sie geben hingegen keinen Aufschluss auf den Grad der Genugtuung eines jeden.

Der Sport ist per Definition objektiv. Zeiten, Weiten, Tore und Treffer bestimmen nach genau fest gelegten Regeln den oder die Beste(n). Sie geben hingegen keinen Aufschluss auf den Grad der Genugtuung eines jeden.

Und so kann man im gleichen Wettkampf unzufriedene Sieger und glückliche Unterlegene Seite an Seite sehen. Dies ist die subjektive Seite der vermeintlich schönsten Nebensache der Welt. Jene, die Emotionen auslöst.

Die besten Luxemburger Schwimmer kehrten so am Wochenende mit einer Vielzahl an Landesrekorden von der Schwimmeuropameisterschaft aus Berlin zurück und unterstrichen ein weiteres Mal, dass sie sich international nicht zu verstecken brauchen. Sie schafften es zu großen Teilen, auf den Tag topfit zu sein.

Und trotzdem fällt das Fazit des Nationaltrainers gemischt aus. Es war mehr drin. Mit der Qualifikation für ein Finale, also einem Platz unter den acht besten Schwimmer Europas, begnügt man sich nicht mehr. Der nationale Verband legte bereits im Vorfeld die Latte recht hoch. Und konnte die eigenen Ansprüche während der EM nicht komplett erfüllen. Man gibt sich selbst als Verband aus einem kleinen Land selbstkritisch.

Da gab es aus dem Lager der Luxemburger Leichtathleten schon weniger kritische Töne zu hören. Einige Tage vor den Schwimmern hatten sich die besten Leichtathleten des Alten Kontinents in der Schweiz Rendezvous gegeben. Und auch wenn mit Ausnahme der einzigen weiblichen Starterin kein Luxemburger in Zürich eine reelle Chance auf die zweite Runde hatte, so zeigte sich der Delegationsleiter doch zufrieden.

Mit vier selektionierten Läufern sei die Bilanz bereits vor Reiseantritt positiv gewesen. Welcher Kontrast zum Ansatz der Schwimmer. Doch bei den Leichtathleten scheint noch der altehrwürdige olympische Leitsatz vom „dabei sein ist alles“ vorzuherrschen.

Es sind nicht nur die individuellen Sportarten, die mit ganz unterschiedlichen Erwartungen an die internationalen Wettkämpfe herangehen. Dabei sollen doch gerade diese einen Saisonhöhepunkt markieren. Einige beschwerliche Lehrstunden hat in diesen Tagen die Nationalmannschaft im Basketball hinter sich. Man weiß um die Schwierigkeit, auf internationaler Ebene mitzuhalten. Doch es überrascht nicht nur den Laien, wenn man nach Niederlagen mit 50 Punkten Differenz gegen Nationen, die nicht zur europäischer Spitze gehören, von einem Spiel spricht, das sich zeitweise auf Augenhöhe abgewickelt haben soll.

Die oft gescholtenen Luxemburger Fußballer lassen hingegen vor den in Kürze beginnenden Qualifikationsspielen zur Europameisterschaft in Frankreich über ihren Trainer gestiegene Ambitionen laut werden. In einem Interview mit der Internetseite des Weltfußballverbandes gab Luc Holtz zu verstehen, dass die Erwartungen im eigenen Lager größer geworden seien, da nunmehr bereits der dritte Gruppenplatz für eine Endrundenqualifikation ausreichen kann. Das sind klare Worte.

Der Luxemburger Sport scheint an einer Weggabelung angekommen. Auf der einen Seite wollen verschiedene Verbände die heimischen Gefilden verlassen, um im Kampf mit vermeintlich überlegenen Gegnern die eigene Entwicklung voranzutreiben. Jene auf der anderen Seite schielen zwar oftmals neidisch auf sie hinüber, bevorzugen es aber, an ihren Gewohnheiten möglichst wenig zu ändern. Mit den bekannten Resultaten. Womit wir bei den eigenen Erwartungen angelangt wären ...


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