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Trockener und warmer Frühling hat der Ernte geschadet
Politik 2 Min. 30.06.2022
„Die Lage ist kritisch“

Trockener und warmer Frühling hat der Ernte geschadet

Mai-Temperaturen zwischen 13 und 16 Grad mit nur wenig Niederschlag haben den Frühlingsernten zu schaffen gemacht.
„Die Lage ist kritisch“

Trockener und warmer Frühling hat der Ernte geschadet

Mai-Temperaturen zwischen 13 und 16 Grad mit nur wenig Niederschlag haben den Frühlingsernten zu schaffen gemacht.
Foto: Nico MULLER
Politik 2 Min. 30.06.2022
„Die Lage ist kritisch“

Trockener und warmer Frühling hat der Ernte geschadet

Florian JAVEL
Florian JAVEL
Die Dürre macht der Landwirtschaft zu schaffen - wie Betriebe entschädigt werden sollen, geht aus einer parlamentarischen Anfrage hervor.

Zu warm und zu trocken - so lautete der Wetterbericht des agrarmeteorologischen Wetterdienstes für den Monat Mai. Temperaturen zwischen 13 und 16 Grad mit nur wenig Niederschlag haben der Frühlingsernte zu schaffen gemacht. Um die Schäden zu kompensieren, sei die Landwirtschaft auf den Regen im Juni angewiesen, betonte der Wetterdienst noch Ende Mai - was auch eintraf: 22,4 Millimeter in Remich, 31,1 Millimeter in Merl, 28,19 Millimeter in Küntzig und 29,56 Millimeter in Asselborn waren Anfang Juni zu vermerken.

Der Winterweizen konnte durch den Niederschlag im Juni gerettet werden, bestätigt Landwirtschaftsminister Claude Haagen (LSAP) in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage des DP-Abgeordneten Gusty Graas. Die warmen und trockenen Mai- und Juni-Temperaturen haben der Frühlingsernte dennoch stark geschadet. „Die Hitzewelle Mitte Juni könnte die Situation weiter verschlimmert haben. Die Lage ist kritisch“, so der Minister. Es sei dennoch zu früh, um die Lage einzuschätzen und genaue Prognosen zu erstellen, wie es nun um die Frühlingsernte stehen könnte.

Schäden sollen finanziell kompensiert werden

Was gedenkt das Landwirtschaftsministerium zu tun, um die heimischen Landwirte angesichts der Klimakrise zu entlasten, wollte Graas in seiner Frage an den Minister erfahren. Das Ministerium, so Haagen, rufe die heimischen Betriebe dazu auf, eine Ertragsausfallversicherung bei einer in Luxemburg eingetragenen Versicherungsgesellschaft abzuschließen. Die zu zahlenden Versicherungsprämien werden nämlich zum Teil vom Ministerium subventioniert.  Die staatliche Beihilfe auf den anfallenden Versicherungsprämien beträgt bei einem Ernteausfall für Grünlandflächen 65 Prozent. 


Landwirtschaft, Trockenheit, Bauer, Traktor,  Feld bei Mertzig, Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Niederschläge in Luxemburg: Ein trockener Jahrgang
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Wie viel die Ernteausfallversicherung den Landwirten finanziell einbringt, wird auf Basis der von den Wetterstationen der ASTA (Administration des services techniques de l'agriculture) gesammelten Daten indexiert und ausgerechnet. Zu früh sei es dennoch, um die Höhe der diesjährigen Beträge auszurechnen. Erste Einschätzungen würden erst nach dem Eintreffen erster Resultate für den Monat Juni durch den Niederschlagsmesser möglich, so Haagen.

Mehr Landwirte schließen Ernteausfallversicherung ab

Die provisorische Bilanz der Anzahl an Versicherungsverträgen, die im laufenden Jahr abgeschlossen wurden, weist auf eine Zunahme bei Weizen und Grünlandflächen hin. Im Kontext der mit dem Ukrainekrieg verbundenen Preisexplosionen bei Weizen haben sich die heimischen Landwirte vermehrt zugunsten einer Ertragsausfallversicherung entschieden, wobei 13 Prozent mehr Weizen- und Ölpflanzenflächen nun versichert sind. 38 Prozent dieser landesweiten Flächen sind somit insgesamt im Falle eines Ernteausfalls aufgrund der Dürre versichert. 

Wie hoch der Betrag der staatlichen Beihilfe liegt, die das Ministerium dieses Jahr an die heimischen Landwirte auszahlen könnte, ist noch ungewiss, bestätigt Haagen in seiner Antwort. 2021 hatte das Ministerium noch  1,2 Millionen Euro an 785 Betriebe im Land, deren Grünlandflächen versichert waren, ausbezahlt. Im Falle von Ertragsausfällen bei Weizen-, Mais-, Raps-, Hülsenfrüchte- und Kartoffelkulturen bekamen zudem 785 Betriebe über zwei Millionen vom Landwirtschaftsministerium. 

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