Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Duell zwischen Jung und Alt
Politik 2 Min. 29.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Duell zwischen Jung und Alt

Beim Thema Rentenabsicherung gingen die Meinungen der Gesprächsteilnehmer auseinander.

Duell zwischen Jung und Alt

Beim Thema Rentenabsicherung gingen die Meinungen der Gesprächsteilnehmer auseinander.
Foto: DPA
Politik 2 Min. 29.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Duell zwischen Jung und Alt

Steve BISSEN
Steve BISSEN
Diese Woche diskutierten auf Einladung des Magazins "Forum" Nachwuchspolitiker und Mandatsträger über die Zukunft Luxemburgs. Im Zentrum stand die Nachhaltigkeit des Luxemburger Modells.

Am Mittwochabend duellierten sich im Exit07 in Hollerich Vertreter der Jugendparteien auf Initiative der Zeitschrift „Forum“ mit gestandenen Politikern zu den Zukunftsthemen Pensionen, Mobilität, Schule, Digitalisierung, Finanzplatz und Landwirtschaft.

Wie ein roter Faden durchzog dabei das Thema Nachhaltigkeit die Debatten zwischen Jung und Alt. Wie nachhaltig ist die Ausrichtung des luxemburgischen Finanzplatzes? Wie nachhaltig ist die Mobilitätspolitik mit Blick auf den 1,1-Millionen-Einwohner-Staat? Ist Luxemburg auf die Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung vorbereitet? Ist das derzeitige Rentensystem auf Dauer noch tragbar? Themen, die die junge Generation umtreiben.

Reform des derzeitigen Rentensystems

So mahnte beispielsweise CSJ-Präsidentin Elisabeth Margue in ihrem Beitrag nötige Reformen bei der Pensionsversicherung an, um die Finanzierbarkeit des umlagebasierten Rentensystems auf Dauer sicherzustellen. Dabei komme man nicht umhin, an einzelnen Stellschrauben zu drehen – sprich eine Erhöhung des Pensionsalters, höhere Beitragszahlungen oder Leistungskürzungen. „Es ist besser jetzt zu handeln, als abzuwarten, bis es zu spät ist“, so Margue, die darauf verweist, dass die finanziellen Reserven der Pensionskasse zwar derzeit prall gefüllt sind, die Ausgaben ab 2023 aber höher sind als die Einnahmen. Je länger eine Reform auf die lange Bank geschoben werden werde, umso schmerzhafter werde diese am Ende ausfallen. „Es ist natürlich einfacher nichts zu tun, als etwas zu tun“, so Margue.

Ideen, die bei den Mandatsträgern nicht auf ungeteilte Begeisterung stießen. Der Abgeordnete Marc Baum sieht derzeit keinen akuten Handlungsbedarf: „Wir haben ein stabiles und leistungsfähiges Rentensystem.“ Dieser „Generationenvertrag“ zwischen Jung und Alt sei der Grund dafür, dass das Armutsrisiko bei Rentnern deutlich geringer ist als im Durchschnitt. Leistungskürzungen kommen für ihn nicht in Frage. Beitragserhöhungen für Spitzenverdiener und die Erschließung neuer Einnahmequellen sind da schon eher nach dem Geschmack des linken Politikers.

Gast Gibéryen erkennt zwar die Notwendigkeit von Reformen, damit das Rentensystem auf Dauer finanzierbar bleibt. Mit konkreten Aussagen, ob nun Beitragserhöhungen, Leistungskürzungen oder eine Erhöhung des Pensionsalters, hielt sich der ADR-Politiker aber zurück – genauso wie seine Abgeordnetenkollegen und die Mitglieder der Regierung.

Mit Steuererhöhungen oder Leistungskürzungen gewinnt man nun einmal keinen Blumentopf bei Chamberwahlen.

Die Teilnehmer an der Table ronde waren: die Minister Claude Meisch (DP), Carole Dieschbourg (Déi Gréng), Staatssekretärin Francine Closener (LSAP) sowie die Abgeordneten Marc Baum (Déi Lénk), Laurent Zeimet (CSV) und Gast Gibéryen (ADR) auf der einen und die Jungpolitiker Tania Mousel (Déi Lénk Jeunes), Jimmy Skenderovic (JSL), Elisabeth Margue (CSJ), Jessie Thill (Déi Jonk Gréng), Loris Meyer (JDL) und Michel Lemaire (ADRenalin) auf der anderen Seite.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Trotz der früher oder später drohenden Rentenmauer bleiben Luxemburger eher gelassen. Sie gehen nicht nur deutlich früher in Rente als ihre europäischen Nachbarn. Auch die betriebliche wie private Vorsorge 
hält sich hierzulande in Grenzen.
Das gesetzliche Rentensystem genießt in Luxemburg einen großen Vertrauensvorschuss, obschon Kritiker warnen, dass die Reserven in zwei bis drei Jahrzehnten aufgebraucht sein könnten.
Luxemburg ist im März vom Internationalen Währungsfonds kritisiert worden, sein Rentensystem noch nicht ausreichend reformiert zu haben. Wir sprachen darüber mit dem Präsidenten der Pensionskasse, einem Wirtschaftswissenschaftler der Uni Luxemburg und dem Direktor des Statistikamtes Statec.
Heute werden so viele Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt, dass davon nicht nur die laufenden Renten der älteren Leute bezahlt werden können. Es fällt
sogar ein Überschuss an. Doch die Zahl der Beschäftigten wächst nicht mehr so schnell wie in den Boomjahren vor der Krise.