Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Dreckige Flüsse: Strengere Auflagen gefordert
Politik 2 Min. 25.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Dreckige Flüsse: Strengere Auflagen gefordert

Carole Dieschbourg versprach, dass die Kontrollen an den Gewässern verstärkt werden.

Dreckige Flüsse: Strengere Auflagen gefordert

Carole Dieschbourg versprach, dass die Kontrollen an den Gewässern verstärkt werden.
Foto: Anouk Antony
Politik 2 Min. 25.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Dreckige Flüsse: Strengere Auflagen gefordert

Eine Aktualitätsstunde im Parlament beschäftigte sich mit den jüngsten Vorfällen von Wasserverschmutzung.

(wel) - In Sassenheim brennt die Firma Kronospan und Löschwasser gerät in die Korn, weil das Rückhaltebecken schwer zugeht und nicht dicht ist. In Beggen läuft über 20 Stunden wegen einer technischen Panne ungeklärtes Abwasser in die Alzette. In Bettemburg ist es der Fehler einer Baufirma, die Schmutzwasser in die Alzette geraten lässt und es nicht meldet. Und schließlich brennt in Echternach die Firma Euro-Composites und Löschwasser, Löschschaum sowie Lösungsmittel und Phenolharz fließen in die Sauer, weil das Rückhaltebecken noch im Bau war.

Vier Vorfälle der Wasserverschmutzung, vier ganz unterschiedliche Ursachen und dabei ist die Wasserqualität in Luxemburg schon nicht die beste – Anlass genug jedenfalls für die DP, eine Aktualitätsstunde zu beantragen. „Wir müssen den Gewässerschutz mehr in den Fokus nehmen“, forderte Gusty Graas und rannte damit bei allen Parteien offene Türen ein. Vor allem die Kläranlagen und die Industriezonen wurden aufs Korn genommen.

96 Kläranlagen sind mechanisch

„Es gibt 212 Kläranlagen in Luxemburg, 96 sind noch mechanisch – das reicht heute nicht mehr“, sagte Graas. Jeder Betreiber einer Kläranlage müsse schauen, dass seine Anlage auf dem neuesten Stand der Technik ist und Alarmsysteme für Pannen vorsehen.“ Ali Kaes (CSV) brachte einen nationalen Wasserpreis ins Spiel, denn: „Gemeinden und Wassersyndikate sind damit überfordert, es ist eine nationale Angelegenheit.“


Kronospan-Brand hat Folgen für Korn
Die Verschmutzung in der Korn nach dem Kronospan-Brand ist wieder verschwunden. Es könnte aber ein bis zwei Jahre dauern, bis dass der Bach sich auf biologischer Ebene erholt.

„Wir müssen endlich begreifen, dass man Umweltschäden finanziell nicht entschädigen kann, es sind Schäden über viele Jahre, die Konsequenzen haben müssen. Haft- und Geldstrafen sind möglich“, meinte Franz Fayot (LSAP) und wollte von Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) wissen, ob Anzeigen erstattet wurden. David Wagner (Déi Lénk) forderte derweil strengere Auflagen für Betriebe.

Für Dieschbourg sind Wasserschutzzonen das effizienteste Mittel: 23 bestünden und 29 seien geplant. Es seien auch 37 biologische Kläranlagen in der Prozedur und 60 würden erneuert. „Die Mittel dafür sind gestiegen“, sagte sie. Um besser auf Unfälle vorbereitet zu sein, habe sie 2018 einen Kontrolldienst für die Rückhaltebecken eingerichtet. „Wir brauchen eine Sicherheitskultur“, mahnte sie und versprach, dass die Kontrollen verstärkt werden. 

Das Wirtschaftsministerium, das Wasserwirtschaftsamt, das CGDIS und die einzelnen Betriebe müssten nun zusammenarbeiten, um alle Becken in den Industriezonen zu erfassen und zu klären, wer den Unterhalt übernimmt. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Kronospan-Brand hat Folgen für Korn
Die Verschmutzung in der Korn nach dem Kronospan-Brand ist wieder verschwunden. Es könnte aber ein bis zwei Jahre dauern, bis dass der Bach sich auf biologischer Ebene erholt.
Die Last der Flüsse
Die lange Liste der Verfehlungen – Eine Bestandsaufnahme zum internationalen Tag der Flüsse
Der Schein trügt: Die luxemburgischen Gewässer sind weiterhin stark unter Druck.
Stille Gewässer: Immer weniger Fischarten
Um die Situation der Fische ist es in den Gewässern des Großherzogtums nicht gut bestellt: Insgesamt elf Arten sind seit den Anfängen des 20. Jahrhunderts in Luxemburg verschwunden - aus vielen Gründen.
Fischer an der Mosel, Foto Lex Kleren