Diskussionen um Mindestlohn: UEL wehrt sich gegen CSV-Kritik
(ham) - Der Präsident der „Union des Entreprises Luxembourgeoises“ (UEL) Michel Wurth stellt den sozialen Mindestlohn nicht in Frage. Genau so wenig wie die UEL selbst. Das hat der Patronatsvertreter am Montag in einer Mitteilung wissen lassen. Damit reagiert die UEL auf eine Kritik des CSV-Parteipräsidenten Marc Spautz.
Dieser hatte Michel Wurth im Rahmen einer Pressekonferenz am Montag vorgeworfen, den sozialen Mindestlohn in einem Interview mit Radio Lëtzebuerg am 21. Oktober als „Quatsch“ bezeichnet zu haben. Das stimme natürlich nicht, betont die UEL in der Mitteilung. Wurths Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.
„Der Arbeitgeber kann nur so viel Gehalt zahlen, wie der Angestellte als Gegenwert in die Firma mit einbringt. Da gibt es Grenzen“, so Wurth im Interview. Und diese Grenzen könnten viele kleine und mittlere Betriebe nicht überschreiten. Deshalb müsse man klar zwischen Sozialpolitik und Mindestlohnanpassung unterscheiden.
Auf die Nachfrage des Journalisten, ob dies denn nun ein „sofortiges und strukturelles Nein“ (zum Mindestlohn) bedeute, entgegnete Wurth: „Dat ass einfach Quatsch. Dat ass einfach d'ekonomesch Realitéit ze verneinen.“ Vielmehr sei die Politik gefordert, den Betroffenen mit Leistungen unter die Arme zu greifen, damit sie in Würde leben könnten, wie z.B. mit kostenloser Kinderbetreuung oder günstigem Wohnungsbau.
Keine einfache Lösung
Die UEL betont denn auch, dass sie das Prinzip des Mindestlohns nie in Frage gestellt hat. Vielmehr mache man sich darüber Sorgen, dass das Leben mit dem Mindestlohn in Luxemburg zunehmend schwerer wird.
„Allerdings zwingt der wirtschaftliche Sachverstand zur Einsicht, dass man das Problem mit einer Mehrbelastung der Betriebe über die Gehälter nicht wird lösen können“, so die Schlussfolgerung der UEL. Diese möchte der CSV und anderen politischen Dialogpartnern künftig das direkte Gespräch anbieten, um der „Karikierung ihrer Positionen“ entgegen zu wirken.
