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Diplomat und Kosmopolit Adrien Meisch gestorben
Politik 2 Min. 14.05.2020

Diplomat und Kosmopolit Adrien Meisch gestorben

Adrien Meisch im Jahr 1988.

Diplomat und Kosmopolit Adrien Meisch gestorben

Adrien Meisch im Jahr 1988.
Foto: Joseph Lorent / LW-Archiv
Politik 2 Min. 14.05.2020

Diplomat und Kosmopolit Adrien Meisch gestorben

Mit Adrien Meisch verschwindet ein umtriebiger Botschafter, der auf dem diplomatischen Parkett und auch hinter den Kulissen viel für Luxemburg bewirkte.

Von Joseph Lorent

Nur wenige Wochen nach seinem 90. Geburtstag ist am Dienstag nach längerer Krankheit in einer Klinik in Südfrankreich mit Adrien Meisch eine große Luxemburger Persönlichkeit gestorben, die in verschiedenen Bereichen - allen voran in der Diplomatie und in der Kultur - Jahrzehnte hindurch aktiv war.

Geboren am 8. April 1930 in Luxemburg, schlug er eine Laufbahn auf außenpolitischer Ebene ein, zuerst 1957 und 1958 als Legationsattaché im Außenministerium. Die nächsten Etappen waren: Mitglied der Ständigen Vertretung Luxemburgs und Konsul des Großherzogtums in New York (1958-1960), Legationssekretär und beigeordneter Ständiger Vertreter bei der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel (1961-1965), Legationsrat und beigeordneter Ständiger Vertreter bei der OECD und der NATO (1965-1967), Legationsrat (1968-1969) und anschließend bis 1971 Direktor der Abteilung für politische Angelegenheiten im Außenministerium in Luxemburg.


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Dann begann seine Karriere als Botschafter, die sich über 27 Jahre erstrecken sollte. Sie fing1971 in Moskau an mit Zuständigkeit für die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und gleichzeitig für Polen und Finnland. Danach ging es 1974 nach Washington mit Zuständigkeit für die USA, Kanada und Mexiko. Die nächste Etappe war 1983 die Botschaft in Bonn und ab 1991 in der neuen Bundeshauptstadt Berlin. Sie dauerte zwölf Jahre, ehe es zum Abschluss wieder von 1995 bis 1998 nach Moskau in die nunmehrige Russische Föderation ging.

Adrien Meisch war ein ganz umtriebiger Botschafter, der auf dem diplomatischen Parkett und auch hinter den Kulissen durch sein kosmopolitisches Wesen und auch durch seine kulturelle Einstellung viel für Luxemburg bewirkte. Ein beredtes Beispiel für dieses Taktieren waren seine Treffen in Moskau mit Musikern und Intellektuellen während des Kalten Krieges.

Adrien Meisch (links) mit SES-Verantwortlichen zusammen und Kulturministerin Erna Hennicot-Schoepges (Bildmitte) im russischen Weltraumbahnhof Baikonur, wo eine Proton-Trägerrakete den sechsten Astra-Satelliten in seine Umlaufbahn beförderte.
Adrien Meisch (links) mit SES-Verantwortlichen zusammen und Kulturministerin Erna Hennicot-Schoepges (Bildmitte) im russischen Weltraumbahnhof Baikonur, wo eine Proton-Trägerrakete den sechsten Astra-Satelliten in seine Umlaufbahn beförderte.
Foto: Joseph Lorent / LW-Archiv

Auch später lud er in Deutschland und in den Vereinigten Staaten Prominenz aus Politik und Wirtschaft und namhafte Künstler in die Botschaft zu Empfängen ein, wo er als begabter Klavierspieler zusammen mit seiner Ehefrau Candace Johnson als Sängerin Konzerte gab, mit denen er seine Gäste auf kulturelle und gesellschaftliche Art für Luxemburg gewinnen konnte.


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Als Beispiele für sein erfolgreiches Wirken als vermittelnder Botschafter im Hintergrund bzw. Impulsgeber seien u.a. der Internationale Karlspreis von Aachen für das Luxemburger Volk, die Niederlassung deutscher Großbanken in Luxemburg, die Erfolgsgeschichte von Astra und der Satellitenbetreibergesellschaft SES, die Bestrebungen zur Schaffung einer Universität in Luxemburg und der Bau der Philharmonie und des Mudam genannt. Unbedingt erwähnen muss man auch seinen Einsatz für das Internationale Musikfestival von Echternach und das Orgelfestival von Düdelingen.

Unter den gegebenen Umständen wird Adrien Meisch im engsten Familienkreis auf dem Liebfrauenfriedhof in Luxemburg beigesetzt, während nach dem Ende der Covid-19-Pandemie eine große Trauerfeier mit kulturellem Einschlag womöglich in der Philharmonie geplant ist.

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