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Die Covid-Check-Zertifikate bringen neue Freiheiten
Politik 1 5 Min. 10.06.2021
Digitaler Impfpass

Die Covid-Check-Zertifikate bringen neue Freiheiten

Die 160.000 schon Geimpften bekommen neue Zertifikate mit dem neuen europäischen QR-Code nach Hause geschickt. Die CovidCheck.lu-App zum Lesen der Zertifikate kann jeder herunterladen.
Digitaler Impfpass

Die Covid-Check-Zertifikate bringen neue Freiheiten

Die 160.000 schon Geimpften bekommen neue Zertifikate mit dem neuen europäischen QR-Code nach Hause geschickt. Die CovidCheck.lu-App zum Lesen der Zertifikate kann jeder herunterladen.
Foto: Gerry Huberty
Politik 1 5 Min. 10.06.2021
Digitaler Impfpass

Die Covid-Check-Zertifikate bringen neue Freiheiten

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Paulette Lenert und Marc Hansen stellen die drei Typen des europäischen digitalen Covid-Check für Geimpfte, Getestete und Geheilte vor. Seit Donnerstag sind sie in Funktion.

Wer am Donnerstag geimpft wurde, bekam ihn schon, den neuen europäischen QR-Code auf seinem Impfzertifikat, der in allen EU-Ländern sowie den Efta-Ländern wie der Schweiz und Norwegen gültig ist. 160.000 neue Zertifikate für die, die vorher geimpft wurden, werden ab Freitag mit der Post ankommen. 


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Am Donnerstag stellten Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) und Digitalisierungsminister Marc Hansen (DP) die Covid-Check-Zertifikate sowie die App „CovidCheck.lu“ vor, die heruntergeladen werden kann, wenn man die QR-Codes lesen möchte. Dort sind der Name, das Geburtsdatum und der Impfstoff verzeichnet. Die Daten werden aber nur angezeigt und nicht auf einem Server gespeichert.

Macht einfacheres Reisen möglich

„Die Covid-Check-Zertifikate sind standardisierte Dokumente, die gratis sind und entweder auf Papier oder digital erkennen lassen, ob eine Person geimpft ist, ein negatives PCR-Testergebnis hat oder als geheilt gilt“, erklärte Lenert. „Sie entsprechen dem europäischen Reglement, das einfacheres Reisen ermöglichen soll, weil es europaweit gelesen werden kann. Es ist aber kein Pass und kein Reisedokument, um Grenzen zu passieren.“ 

Die App ist im Apple Store und im Google Play Store erhältlich. Das ganze System ist für den Bürger gratis.
Die App ist im Apple Store und im Google Play Store erhältlich. Das ganze System ist für den Bürger gratis.
Foto: Gerry Huberty

Ein grünes Zeichen erscheint, wenn ein negativer PCR-Test (72 Stunden gültig) oder Schnelltest (48 Stunden gültig) vorliegt, wenn man als geheilt gilt (elf Tage nach einem positiven Test und bis zum 180. Tag nach dem Abstrich) oder als durchgeimpft gilt. Das ist 14 Tage nach der Impfung mit einem Einmal-Impfstoff wie Johnson&Johnson der Fall oder ab dem Tag der Zweitimpfung. 

Als geheilt Geltende bekommen Zertifikat nach Hause

Wenn man schon Covid hatte, gilt man mit der ersten Impfung als geschützt. Die QR-Codes für die 30.000 als geheilt geltenden Personen werden ab Montag verschickt. Man kann sein digitales oder Papier-Zertifikat überall dort, wo ein negativer Covid-Test verlangt wird, vorzeigen und sich so das Leben erleichtern. 


A French red cross member administers a dose of the Pfizer/BioNTech vaccine to a woman at the Covid-19 vaccination center Paris La Defense Arena in Nanterre, west of Paris on the opening day on May 3, 2021. (Photo by BERTRAND GUAY / AFP)
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Allerdings werden in jedem Land weiterhin eigene Regeln gelten, was damit möglich ist. Denn Schnelltests werden etwa nicht überall anerkannt. Sechs Wochen haben die Länder nun Zeit, den digitalen Impfpass  umzusetzen. Die EU-Kommission verhandelt derweil noch weiter mit anderen Ländern, das EU-System anzuerkennen. 

Restaurants müssen sich für Covid-Check anmelden

Restaurants in Luxemburg können sich ab dem 13. Juni, wenn das neue Covid-Gesetz in Kraft tritt, entscheiden, ob sie die derzeitigen Regeln mit Schnelltest und maximal vier Personen pro Tisch beibehalten wollen oder sich für den Covid-Check eintragen. Dann wird mit der App „CovidCheck.lu“, die im Übrigen jeder herunterladen kann, um seine oder die QR-Codes anderer Personen zu lesen, am Eingang geprüft, ob der Restaurantbesuch möglich ist. 

Die Gastronomen sind allerdings weiterhin nicht dazu verpflichtet, auch die Identität der Gäste zu kontrollieren. Das kann nur die Polizei und deswegen muss ein Gastronom sich zum Covid-Check-System anmelden. Das gilt auch für Sport- und Kulturveranstaltungen bis zu 300 Leuten. 

Die Organisatoren teilen dafür per E-Mail an eine Adresse, die seit Donnerstag funktioniert die Veranstaltung mit und brauchen dann keine weitere Genehmigung mehr. „Wir müssen wissen, wo etwas organisiert wird, damit wir kontrollieren können, ob der Covid-Check auch richtig durchgeführt wird“, betonte Lenert. 

Private Großfeiern nicht möglich

Das gilt aber nicht für private Großfeiern, außer es ist ein Traiteur oder Restaurant involviert, das die Veranstaltung anmeldet. Für private Feste gilt weiterhin die Grenze von zehn Personen. "Schummeln bringt uns nicht weiter, das muss jeder verstehen. Das Virus ist noch immer da, wir sind noch in der  Pandemie und die Verantwortung einer für den anderen bleibt bestehen."

Die App istgGanz einfach zu bedienen, zeigte Marc Hansen.
Die App istgGanz einfach zu bedienen, zeigte Marc Hansen.
Foto: Gerry HUberty

Hansen erläuterte, dass der neue europäische QR-Code den nationalen ersetzt, der bislang über Gouv-Check lesbar war. „Die Zertifikate kann man als Papier mitnehmen, wenn man nicht digital unterwegs ist, oder ab Donnerstag auf sein Handy oder Tablett von MyGuichet.lu mit dem Luxtrust-Zugang herunterladen, beziehungsweise einen Screenshot davon machen.“ 

Ab Montag sind dann auf MyGuichet.lu auch die PCR-Tests sowie die zertifizierten Schnelltests erhältlich. 250.000 Personen sind bereits auf MyGuichet. „Das kann man schnell nachmachen und für sich kreieren“, warb Hansen. 

Defekte Codes bei Guichet.lu melden

Die CovidCheck.lu-App wurde vom Centre des technologies de l’information de l’Etat (CTIE) entwickelt und ist im Apple Store und Google Play Store erhältlich. Sie kann jedes europäische Zertifikat lesen, kennt die Regeln, die in Luxemburg gültig sind und weist dann mit grün oder rot aus, ob das Zertifikat in Luxemburg als gültig bewertet wird oder nicht


A nurse prepares a dose of the Covid-19 vaccine developed by China's Sinopharm company, at a vaccination center of a seniors club in Budapest on February 25, 2021, amid the ongoing coronavirus Covid-19 pandemic. - Hungary on February 24, 2021 became the first EU nation to start using China's coronavirus Sinopharm vaccine, Prime Minister Viktor Orban said. The country of 10 million has ordered around five million doses of the Chinese jab, and has already started inoculating its population with Russia's Sputnik V vaccine -- another EU first. (Photo by ATTILA KISBENEDEK / AFP)
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Reist man ins Ausland, kann man dort die entsprechende App herunterladen und so selber checken wie es um sein eigenes Zertifikat in dem Land steht. Hansen wies aber auch darauf hin, dass es bei zwei Prozent der nun verschickten Papier-Zertifikate zu defekten Codes kommen kann. „Wenn weder grün noch rot angezeigt wird, kann man sich über die Hotline bei Guichet.lu mit seiner Matrikelnummer einen neuen Code anfragen.“ 

Der europäische Impfpass sei ein ehrgeiziges Projekt, aber auch ein einfaches und schnelles Mittel, das das Leben der Bürger stark vereinfache. „Es ist ein Mittel, uns allen ein Stück Freiheit zurückzugeben und wir haben uns große Mühe gegeben, es so schnell wie möglich umzusetzen.“ 

Am Freitag befasst sich der Regierungsrat mit der Frage, wie man den Personen, die sich noch nicht impfen lassen konnten oder wollten entgegenkommen kann. Eventuell mit kostenlosen Schnelltests. Nicht zuletzt die Menschenrechtskommission hatte beanstandet, dass sozial schwächere Personen bei den Schnelltests finanziell an Grenzen stoßen könnten. 

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