Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Die zwei Seiten einer Medaille
Politik 12.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Studie zum Tanktourismus

Die zwei Seiten einer Medaille

Eine radikale Änderung der Akzisen auf fossile Brennstoffe würde das Überleben einer ganzen Branche in Frage stellen, so der "groupement pétrolier".
Studie zum Tanktourismus

Die zwei Seiten einer Medaille

Eine radikale Änderung der Akzisen auf fossile Brennstoffe würde das Überleben einer ganzen Branche in Frage stellen, so der "groupement pétrolier".
Foto: Gerry Huberty
Politik 12.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Studie zum Tanktourismus

Die zwei Seiten einer Medaille

Steve BISSEN
Steve BISSEN
Der "groupement pétrolier" stellt die Methodik der vorgestellten Studie zum Tanktourismus in Frage.

(stb) - Ende November haben Umweltministerin Carole Dieschbourg und Staatssekretär Camille Gira die lange erwartete Studie zum Tanktourismus vorgestellt, die von Finanzwissenschaftler Dieter Ewringmann ausgearbeitet wurde. Laut Studie übertreffen die ökologischen, ökonomischen und steuerlichen Kosten die Einnahmen bei weitem: 3,5 Milliarden Euro Kosten stehen 2,1 Milliarden Euro Einnahmen gegenüber. "Luxemburg importiert Steuergewinne und exportiert Schäden an Umwelt und Gesundheit", so Ewringmann anlässlich der Vorstellung der Studie.

In einer Pressemitteilung distanziert sich der "Groupement pétrolier" von einzelnen Schlussfolgerungen aus der Ewringmann-Studie. Der Verband wehrt sich in erster Linie gegen die Argumentation, dass Schäden an Umwelt und Natur exklusiv dem Spritverkauf zugeordnet werden. Um eine korrekte Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen vornehmen zu können, müsse man zusätzlich auch die Einnahmen und wirtschaftlichen Aktivitäten in Verbindung mit dem Spritverkauf in die Rechnung miteinbeziehen.

Die Studie verlange zwar mehr Elektromobilität. Die damit verbundenen Kosten würden aber nicht in der Studie aufgeführt. Beruhigend sei allerdings, dass die Regierung keine radikale Änderung der Akzisen auf fossile Brennstoffe plane. Denn eine solche Änderung würde das Überleben einer ganzen Branche in Frage stellen.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Trotz oder gerade wegen des "Dieselgate" überschreiten Stickoxyd-Werte mancherorts in Luxemburg immer noch das EU-Limit. Experten fordern ein Umdenken bei der Akzisenpolitik, doch die Regierung zögert.
Tanktourismus-Studie liegt vor
75 Prozent des verkauften Sprits fließt ins Ausland. Jedoch bloß vier Prozent können mit dem Etikett "Tanktourismus" behaftet werden. Das sind zwei der Ergebnisse der Studie zum Tanktourismus.
Politischer Balanceakt zwischen Erhalt von Budgeteinnahmen und Reduzierung von CO2-Belastungen.
Am Freitag wird die lang ersehnte Studie zum Tanktourismus der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Mineralölbranche kämpft seit Jahren mit schrumpfenden Verkaufszahlen.
Die lang ersehnte Studie zum Tanktourismus soll am 25. November im Ministerrat vorgestellt werden. In Luxemburg wurden 2015 rund 2,4 Milliarden Benzin und Diesel verkauft.
In Luxemburg wird fünf Mal mehr Diesel als Benzin verkauft.
Beim Verkauf von Benzin sind hierzulande die Steuereinnahmen binnen zehn Jahren um 35 Prozent geschrumpft. Beim Diesel ist es ein Minus von zehn Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Die von der Regierung in Auftrag gegebene Studie zum Tanktourismus lässt weiter auf sich warten.