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"Die Zeit von Glyphosat ist abgelaufen"
Politik 2 Min. 23.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Landwirtschaftsminister Fernand Etgen

"Die Zeit von Glyphosat ist abgelaufen"

Geschlossen gegen Glyphosat: Landwirtschaftsminister Fernand Etgen mit Vertretern von "Meng Landwirtschaft".
Landwirtschaftsminister Fernand Etgen

"Die Zeit von Glyphosat ist abgelaufen"

Geschlossen gegen Glyphosat: Landwirtschaftsminister Fernand Etgen mit Vertretern von "Meng Landwirtschaft".
Foto: Steve EASTWOOD
Politik 2 Min. 23.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Landwirtschaftsminister Fernand Etgen

"Die Zeit von Glyphosat ist abgelaufen"

Pol SCHOCK
Pol SCHOCK
Die Plattform „Meng Landwirschaft“ bestärkt Landwirtschaftsminister Fernand Etgen in seiner Haltung gegen das umstrittene Herbizid - und fordert eine generell Abkehr von Pestiziden.

(ps) - "Eine Protestaktion zur Unterstützung meiner politischen Haltung habe ich noch nie erlebt", so Landwirtschaftsminister Fernand Etgen am Mittwochnachmittag. Rund zwanzig Aktivisten der Plattform "Meng Landwirtschaft" hatten sich vor dem Landwirtschaftsministerium versammelt, um dem Minister eine klare Botschaft mit auf den Weg nach Brüssel zu geben: Nein zu Glyphosat!

Am Montag dem 27. November kommt der Berufungsausschuss der EU nämlich erneut zusammen, um über die Verlängerung des umstrittenen Herbizids Glyphosat abzustimmen. Kritiker halten es für hochgradig giftig: Es bestehe ein hohes Krebsrisiko, töte Insekten und zerstöre die Biodiversität. Befürworter verneinen diese negativen Folgen und verweisen auf die Effektivität des Produkts. 

Landwirtschaftsminister Etgen hat dazu seit kurzem eine klare Position: "Die Zeit von Glyphosat ist abgelaufen," sagt er, "es gehört verboten." Deshalb stimme er gegen eine Verlängerung von weiteren fünf Jahren. Sollte es in der kommenden Woche nicht zu einer Einigung der EU-Staaten kommen, wovon Etgen ausdrücklich ausgeht, liegt der Ball bei der EU-Kommission. Sie müsste gegebenenfalls über eine weitere Zulassung des Herbizids entscheiden.

Aktionsplan zur Reduzierung der Pestizide

Etgens Ziel ist dabei ein so genanntes "Phasing out". Sprich: Eine geregelte Übergangsphase, die es Bauern und Winzern erlaube,  ihre landwirtschaftliche Produktion nachhaltig umzustellen. Auch "Meng Landwirtschaft" fordert eine solche Übergangsphase  und terminiert sie auf drei Jahre. Etgen will sich bei der Übergangsdauer jedoch nicht festlegen: "Das müssen Experten entscheiden."

Dabei geht es "Meng Landwirtschaft"  bei ihrer Protestaktion nicht nur um Glyphosat, sondern generell um die Reduzierung von Pestiziden. Die Plattform, die sich aus 23 Organisationen wie Greenpeace, natur&ëmwelt, Méco oder auch Bio-Lëtzebuerg zusammenstellt, wartet bereits seit längerem auf den Aktionsplan zur Reduzierung der Pestizide. Laut EU-Recht müsse Luxemburg bereits seit 2012 über einen solchen Plan verfügen. Etgen hat bereits zweimal einen Entwurf vorgelegt, der jedoch sowohl in Brüssel als auch in Umweltschützerkreisen auf Kritik stieß. Es fehlten klare Ziele sowie präzise Instrumente, um die Pestizidmengen zu verringern. Im vergangenen Monat reichte der Méco sogar eine Klage bei der Europäischen Kommission ein. 

Doch wie es nun heißt, soll es voran gehen. Der Aktionsplan soll überarbeitet worden sein - Etgen will ihn im nächsten Regierungsrat vorstellen. Denn wie der Minister mittlerweile offen sagt, müsse die Landwirtschaft langfristig von Pestiziden wegkommen. Und er habe vollstes Vertrauen in die Luxemburger Agronomen, den Wandel zu meistern. "Luxemburger Bauern sind so dynamisch und innovativ, dass ich kein Problem bei der Umstellung sehe."

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