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Die unbegleiteten Minderjährigen
Politik 26.10.2016 Aus unserem online-Archiv
39 Asyl-Anträge seit Jahresbeginn

Die unbegleiteten Minderjährigen

Auch in Luxemburg werden jedes Jahr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gezählt.
39 Asyl-Anträge seit Jahresbeginn

Die unbegleiteten Minderjährigen

Auch in Luxemburg werden jedes Jahr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gezählt.
Foto:AFP
Politik 26.10.2016 Aus unserem online-Archiv
39 Asyl-Anträge seit Jahresbeginn

Die unbegleiteten Minderjährigen

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, die in Luxemburg Asyl beantragen, genießen speziellen Schutz. Dieser wird allerdings in manchen Fällen missbraucht.

(jag) - 39 unbegleitete Minderjährige haben seit Jahresbeginn einen Antrag auf Asyl in Luxemburg gestellt, 2014 waren es 31 Minderjährige und 2015 ingesamt 103 Personen. Dies geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Martine Mergen hervor.

Laut Außenministerium würden die Minderjährigen sofort nach ihrer Ankunft in Luxemburg einem zuständigen Verwalter unterstellt. Die Prozedur sieht des Weiteren spezielle Garantien für Minderjährige vor. Diese werden nach ihrer Ankunft in der LuxExpo Halle auf Kirchberg in das Rot-Kreuz-Wohnheim Lilly Unden überstellt.

Dort besteht bereits eine spezialisierte Betreuungsstruktur. Sämtliche Kosten für den Lebensunterhalt werden vom OLAI übernommen. Anschließend werden die Minderjährigen vom ONE, dem "Office National de l'Enfance" in Empfang genommen und auf spezialisierte Jugendheime verteilt.

Das Außenministerium bestätigt, dass viele Minderjährige kurz nach ihrer Ankunft in Luxemburg wieder verschwinden. Von insgesamt 83 gemeldeten Minderjährigen seien seit Anfang dieses Jahres 37 wieder verschwunden. Für viele dürfte Luxemburg demnach nur ein Transitland gewesen sein. Zudem geben viele Antragsteller ohne Papier fälschlicherweise an, noch minderjährig zu sein.

Für sie ergibt sich dadurch eine günstigere Ausgangssituatioun, um sich innerhalb der EU frei zu bewegen. Besonders bei Antragstellern aus den Maghrebstaaten sei dies in letzter Zeit beobachtet worden, so noch das Außenministerium. Unter den zahlreichen Ankömmlingen im Monat Oktober hätten sich besonders viele Antragsteller aus Marokko als Minderjährige ausgegeben.    


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