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Die Sonderurlaubstage: Zankapfel Sonderurlaub
Im Privatsektor haben Väter zehn Tage Sonderurlaub, im öffentlichen Dienst vier Tage.

Die Sonderurlaubstage: Zankapfel Sonderurlaub

Foto: Getty Images
Im Privatsektor haben Väter zehn Tage Sonderurlaub, im öffentlichen Dienst vier Tage.
Politik 2 Min. 10.02.2018

Die Sonderurlaubstage: Zankapfel Sonderurlaub

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die neuen Sonderurlaubstage im Privatsektor sind zum Teil auch im öffentlichen Dienst anwendbar. Das gilt für den Congé postnatal und den Congé pour raisons familiales. Noch in dieser Legislaturperiode soll es zu einer Harmonisierung aller Sonderurlaubstage kommen.

(mig) - Vergangenes Jahr wurden Änderungen beim Arbeitsrecht vorgenommen, die zum 1. Januar in Kraft getreten sind. Konkret ging es um Anpassungen bei den Sonderurlaubstagen im Privatsektor, ausgehandelt zwischen Arbeitsminister Nicolas Schmit und den Sozialpartnern. Doch auch im öffentlichen Dienst sind die Neuregelungen teilweise anwendbar.

Mutterschaft und familiäre Gründe

So wurde der nachgeburtliche Mutterschaftsurlaub (Congé postnatal) im gesamten öffentlichen Dienst für alle Mütter von acht auf zwölf Wochen angehoben, unabhängig davon, ob sie ihre Kinder stillen oder nicht.

Im Gespräch mit dieser Zeitung hatte der zuständige Minister Dan Kersch Ende Januar angegeben, der längere Sonderurlaub sei in der fonction publique schon vorher recht flexibel gehandhabt worden. Kersch zufolge ist das aktuelle Gesetz zweideutig „und lässt die eine oder die andere Interpretation zu“. Nun wird das Gesetz nachgebessert.

Das Gleiche gilt aber auch für den Sonderurlaub aus familiären Gründen. Er ist nach dem Alter des Kindes gestaffelt und variiert zwischen fünf und 18 Tagen pro Kind in der jeweiligen Altersspanne (siehe Grafik).

Er ist im gesamten öffentlichen Dienst anwendbar und weitaus großzügiger als die bisherige Regelung von zwei Tagen pro Jahr und Kind bis 15 Jahre. Das geht aus einem Dokument hervor, das an alle Staatsbediensteten geschickt wurde und auf der Internetseite der fonction publique heruntergeladen werden kann.

Salariés de l'Etat im Vorteil

Bei den Staatsbeamten (Fonctionnaires) und den Staatsangestellten (Employés de l'Etat) sind nur diese beiden Neuerungen anwendbar. Bei den Salariés de l'Etat (Arbeiter) kommen sämtliche Änderungen zum Tragen, sofern sie günstiger sind als die bisherige Regelung.

Die Arbeitsbedingungen der Salariés de l'Etat werden über einen Kollektivvertrag geregelt, und insofern muss das im Privatsektor geltende Arbeitsrecht angewandt werden. Die Salariés de l'Etat sind also die Gewinner, denn für sie gelten in allen Fällen die günstigsten Bedingungen.

Harmonisierung als Ziel

Wie Minister Dan Kersch und CGFP-Sprecher Max Lemmer gestern auf Nachfrage erklärten, befinden sich beide Seiten in Gesprächen über eine Harmonisierung aller Sonderurlaubstage im privaten und öffentlichen Sektor, „um alle Diskussionen künftig zu vermeiden“, so Kersch. Beide Seiten sind zuversichtlich, sehr bald (nach den Ferien) eine Einigung zu finden.

Bei der Adoption gibt es zwei Varianten: den Sonderurlaub von zehn Tagen (ähnlich dem Vaterschaftsurlaub) und den Adoptionsurlaub von acht oder zwölf Wochen (ähnlich dem nachgeburtlichen Mutterschaftsurlaub)


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