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Die Schule von morgen
Politik 3 Min. 20.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Digital (4) Education

Die Schule von morgen

Die Tagung ICT Spring auf Kirchberg war der perfekte Standort für die Vorstellung der Strategie "Digital (4) Education".
Digital (4) Education

Die Schule von morgen

Die Tagung ICT Spring auf Kirchberg war der perfekte Standort für die Vorstellung der Strategie "Digital (4) Education".
Guy Jallay
Politik 3 Min. 20.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Digital (4) Education

Die Schule von morgen

Am Mittwoch stellte Bildungsminister Claude Meisch die Strategie "Digital (4) Education" vor, mit der die Schüler von heute, deren Lebenswirklichkeit bereits in weiten Teilen eine digitale ist, auf morgen vorbereitet werden sollen.

(mig) - Wer in zehn oder 20 Jahren ins Berufsleben einsteigt und dort Erfolg haben möchte, wird andere Kompetenzen an den Tag legen müssen als heute. Komplexe lebens- und arbeitsweltliche Anforderungen und ständige Veränderung werden die Regel sein. Es ist die Aufgabe der Schule, die Schüler optimal darauf vorzubereiten, sagte der liberale Bildungsminister Claude Meisch am Mittwoch bei der Vorstellung der Strategie auf der Frühjahrstagung ICT Spring im European Convention Center auf Kirchberg.

Vier Kompetenzfelder werden Bildungsminister Claude Meisch zufolge ausschlaggebend sein, und zwar die vier "K"s: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken. Damit die jungen Leute von heute sich sowohl im beruflichen als auch im privaten Alltag zurechtfinden, hält Meisch zwei weitere Fähigkeiten für bedeutsam.

Nur wer die Welt, in der er lebt, die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge und die gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt versteht, sich seiner aktiven und passiven Rolle in der Welt bewusst ist, seine Stärken und Schwächen kennt, sich seiner Handlungsfähigkeit und seiner Verantwortung bewusst ist, hat gute Chancen, trotz Unsicherheiten und einer komplexen Lebenswirklichkeit, Halt und Orientierung zu finden, beruflich wie auch privat.

Fünffach digital

Die Strategie umfasst fünf digitale Dimensionen. Sie dreht um den digitalen Bürger, den "Peer" als Mitglied der digitalen Gemeinschaft, den digitalen Schüler, den digitalen Arbeitnehmer und Unternehmer .

Damit die Schüler die erforderlichen Kompetenzen erwerben, werden um diese fünf Achsen Projekte angeboten:

  • Das bestehende Projekt "Bee Secure" hat zum Ziel, den Schülern einen verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien beizubringen und ihnen aufzuzeigen, was erlaubt ist und was nicht bzw. mit welchen Konsequenzen sie bei einem unrechtmäßigen Benutzen der neuen Informationstechnologien rechnen müssen.
  • Das Projekt "eduSphere" richtet sich an Lehrkräfte und bietet neue pädagogische Lösungen im schulischen Alltag. Dabei handelt es sich um eine Art Depot, wo Wissen, Erfahrungen, gute Praktiken gesammelt, aufbewahrt und mit anderen geteilt werden.
  • Das Projekt "MathemaTIC" hilft den Lehrern bei der Individualisierung des Mathematikunterrichts, damit jeder Schüler gemäß seinem Entwicklungsstand Aufgaben lösen, sie bei Bedarf auch von zu Hause aus wiederholen und sich so weiterentwickeln kann.
  • Das Programm "Digital Classroom Lëtzebuerg" bereitet die jungen Menschen auf die Anforderungen im Berufsleben vor. Ab September 2015 werden 12.000 Lehrer und 45.000 Schüler im Fondamental und im Secondaire im Rahmen dieses Projektes kostenlos mit Software (Office 365 for Education) ausgerüstet, die sie in der Schule und privat nutzen können. Die Wahl der Software begründete Meisch mit dem Argument, man wolle sicherstellen, dass in der Schule die gleiche Software benutzt wird wie in der Arbeitswelt. 
  • In einigen Schulen werden im Secondaire probeweise so genannte "Tablet Classes" ins Leben gerufen. Die Schüler werden mit Tablets ausgestattet, die sie in der Schule und zu Hause nutzen. Bevor das Pilotprojekt verallgemeinert wird, wird das tablet-gestützte Lernen in einzelnen Klassen getestet.
  • Beim Programm "Bee Creative" geht es darum, den Unternehmergeist der Schüler zu fördern. Geht es nach Claude Meisch, müssen die Schulen sich noch weiter öffnen und Partnerschaften mit Betrieben eingehen, andererseits aber auch den Schülern genügend Zeit und auch den Raum zur Verfügung zu stellen, um sich in der Disziplin der Unternehmensgründung zu üben. 

Zukunftsorientierte Standortpolitik

"Digital (4) Education" ist Teil der größeren Strategie "Digital Luxembourg", mit der die Regierung das Land zur Hochburg der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien machen und zahlreiche Investoren nach Luxemburg locken möchte. "Die Schulen haben einen wichtigen Beitrag zu leisten, den ICT-Standort Luxemburg abzusichern", sagte Meisch bei der Vorstellung der Strategie auf der Frühjahrstagung ICT Spring auf Kirchberg.



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