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Juncker will eine "Politik aus einem Guss"
Politik 2 Min. 10.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Die neue EU-Kommission

Juncker will eine "Politik aus einem Guss"

Politik 2 Min. 10.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Die neue EU-Kommission

Juncker will eine "Politik aus einem Guss"

Der künftige EU-Kommissionspräsident hat am Mittag bekanntgegeben, welcher EU-Kommissar welchen Aufgabenbereich übernehmen soll. Neue „rechte Hand“ Junckers soll der bisherige Außenminister der Niederlande werden.

(dpa/vb/rar) - Der künftige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat am Mittag bekannt gegeben, welcher EU-Kommissar welchen Aufgabenbereich übernehmen soll. Juncker veröffentlichte in Brüssel bei einer Pressekonferenz die Verteilung der Ressorts.

Juncker will seine Amtsgewalten mit den Vize-Präsidenten teilen. Sein Ziel sei eine "Politik aus einem Guss", sagte der künftige Kommissions-Chef.

Neue „rechte Hand“ Junckers soll der bisherige Außenminister der Niederlande, Frans Timmermans, werden. Der frühere französische Finanzminister Pierre Moscovici erhält das neu zugeschnittene Ressort Wirtschaft und Finanzen, Steuern und Zoll.

Ich will eine Politik aus einem Guss

Die personelle Zusammensetzung wartet mit Überraschungen auf:

Der Euroskeptiker Jonathan Hill wird neuer Finanzkommissar. Der Brite erhält damit die Verantwortung für den europäischen Finanzsektor, dem wichtigsten Wirtschaftszweig Großbritanniens. Hill ist die rechte Hand von Premier David Cameron, der die Reform der EU im Sinne Großbritanniens vorantreiben soll.

Günther Oettinger aus Deutschland ist neuer Kommissar für Digitale Wirtschaft. Er war bisher Energiekommissar.

Der ehemalige französische Finanzminister Pierre Moscovici ist neuer Wirtschaftskommissar. Seine Ernennung gilt als heikel, weil gerade Frankreich große Probleme beim Schuldenabbau hat.

Handelskommissarin und damit zuständig für die Verhandlungen über das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP mit den USA ist die Schwedin Cecilia Malmström.

Das Binnenmarkt- und Industrieressort übernimmt die Polin Elzbieta Bienkowska. Bereits zuvor als EU-Außenbeauftragte designiert war die Italienerin Federica Mogherini.

Insgesamt gehören 14 Kommissare dem konservativen Lager der Europäischen Volkspartei an. Die Liberalen stellen fünf Kommissare, die Sozialisten und Sozialdemokraten acht.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Luxemburger seine Auswahl der neuen Kommissare vorgelegt. Der neuen Kommission mit 28 Mitgliedern gehören neun Frauen an. Juncker hatte wochenlang Schwierigkeiten, genügend Kandidatinnen zu bekommen. Die Amtszeit der Luxemburger EU-Kommissarin ist im Juli abgelaufen.

Luxemburg entsendet neben dem EU-Kommissionspräsidenten Juncker kein weiteres Kommissionsmitglied mehr nach Brüssel. Die neue EU-Kommission soll Anfang November ihre Arbeit aufnehmen.

Am Nachmittag (ab 15 Uhr) gibt die Pressesprecherin von Jean-Claude Juncker weitere Erklärungen zu den Zuständigkeitsbereichen innerhalb der neuen Kommission.

Hier ein Überblick über die Mitglieder der neuen EU-Kommission:

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