Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Die "Marke" Luxemburg
Politik 2 Min. 21.01.2016 Aus unserem online-Archiv
"Nation Branding"

Die "Marke" Luxemburg

Eigenschaften wie Offenheit, Dynamik und Zuverlässigkeit will man im Ausland vermarkten.
"Nation Branding"

Die "Marke" Luxemburg

Eigenschaften wie Offenheit, Dynamik und Zuverlässigkeit will man im Ausland vermarkten.
Foto: Teddy Jaans
Politik 2 Min. 21.01.2016 Aus unserem online-Archiv
"Nation Branding"

Die "Marke" Luxemburg

Steve BISSEN
Steve BISSEN
Staatssekretärin Francine Closener hat am Dienstag die Strategie zur Förderung des "Nation Branding" vorgestellt: "Es geht nicht darum uns nach außen als etwas zu verkaufen, was wir nicht sind"

(stb) - In einer gemeinsamen Sitzung der Wirtschaftskommission und des außenpolitischen Parlamentsausschusses hat am Donnerstag Francine Closener (LSAP), Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, die Strategie zur Förderung des Großherzogtums Luxemburg als Marke im Ausland, auch "Nation Branding" genannt, vorgestellt.

Im letzten Jahr wurden die wichtigsten Stärken des Landes (Zuverlässigkeit, Dynamik, Offenheit) ermittelt. Jetzt müsse man daran arbeiten, dass Luxemburg auf Anhieb mit diesen Stärken identifiziert werde. "Die Kombination dieser Stärken macht Luxemburg aus und unterscheidet uns von anderen Ländern. Jetzt geht es darum zu sehen, wie wir das umsetzen können. Damit die Darstellung nach außen funktionieren kann, müssen diese Stärken auch gelebt werden", so Francine Closener.

Es gehe darum zu zeigen, wer Luxemburg eigentlich ist und was die Qualitäten des Landes sind. "Es handelt sich nicht um eine Werbekampagne. Das wird immer falsch verstanden", so die Staatssekretärin.

Image muss Realität entsprechen

"Es bringt nichts ein Image aufzubauen, das nicht der Realität entspricht", fügte der DP-Abgeordnete André Bauler hinzu. Jeder, der Luxemburg besucht, müsse diese Stärken vorfinden können. Ansonsten sei man nicht glaubwürdig.Vielmehr bestehe die Aufgabe darin, die Anstrengungen für eine positive Vermarktung des Großherzogtums zu koordinieren, damit diese im Ausland anerkannt werden.

Deswegen sei es vor allem wichtig, dass alle Akteure an einem Strang ziehen, um das Bild eines zuverlässigen, offenen und dynamischen Landes auch nach außen zu transportieren. Angefangen bei der Tourismusbranche bis hin zu Polizei und öffentlichen Verwaltungen.

Um diese Strategie umzusetzen, wird unter anderem ein "Kreathon" (kreativer Marathon) am 3. und 4. März veranstaltet, wo alle Interessierte mitmachen können, seien dies Künstler, Designer oder Soziologen. "Dieser Prozess der Einbindung wird jetzt angestoßen, um alle Menschen mit ins Boot zu holen", so Francine Closener.

Nation Branding als langwieriger Prozess

Für Francine Closener war es wichtig zu betonen, dass es nicht möglich ist, ein fertiges Konzept vorzulegen, das auf ewig seine Gültigkeit hat. Beim "Nation Branding" handele es sich um einen langwierigen Prozess, der nie wirklich abgeschlossen sei.

Auch sei es wichtig, bekannte Persönlichkeiten, wie zum Beispiel David Goldrake, Jean-Claude Juncker, die Gebrüder Schleck oder Lea Linster, mit ins Boot zu holen, die im Ausland bereits über ein gewisses Ansehen verfügen. Diese müssten die Werte immer wieder transportieren und vermitteln.

Kritik aus den Reihen der Opposition

"Wir wissen nicht genau, wo die Regierung hinsteuern will und deswegen bleiben wir sehr skeptisch, einerseits gegenüber dem Konzept, und andererseits gegenüber den Werten, die dieses Konzept transportieren soll. Wir sind auch irritiert, dass das Parlament bisher noch nicht darüber debattiert hat. Wenn es um Werte geht, müsste ein Austausch in der Chamber stattfinden", so Laurent Mosar (CSV).

Déi Lénk können der Idee des "Nation Branding" ebenfalls nichts Positives abgewinnen. "Wir haben ein prinzipielles Problem mit dem Konzept 'Nation Branding'. Das Wort 'Branding' verknüpfe ich mit Marketing, Werbung. Ein Land ist aber kein Produkt oder eine Marke, die man verkauft oder vermarktet. Das ist typisch für die neoliberale Ideologie", so der Abgeordnete David Wagner.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Mit "Nation Branding" will die Regierung dem Land zu einem positiveren Image verhelfen. Doch wie funktioniert das genau? Ein Überblick zu einem Begriff, der seit Monaten durch den öffentlichen Raum schwebt.
Auch die Mitglieder des großherzoglichen Hofs tragen zum positiven Markenimage Luxemburgs bei. Nicht umsonst begleitet das erbgroßherzogliche Paar gelegentlich Wirtschaftsmissionen im Ausland, wie 2014 nach Japan.
Après le temps de la réflexion et de la consultation, voici venu le temps de l'action. Le secrétaire d'Etat à l'Economie présentera le 21 janvier prochain sa stratégie de promotion pour la «marque Luxembourg».
Pour promouvoir la marque Luxembourg, le gouvernement ne mènera pas seulement des actions hors de nos 
frontières, mais également sur le territoire national.
„Lëtzebuerg, du hannerhältegt Stéck Schäiss“
Im neuen Stück arbeitet Richtung22 seine bevorzugten Themem ab: Nation und Finanzplatz. Trotz teils laienhaftem Schauspielstil eine gelungene Satire.
Le Luxembourg depuis quelque temps travaille à son «nation branding», action hasardeuse en ce qu'elle présuppose qu'une nation est dotée d'une «image», que son exploration relève du marketing et que cette image dès lors est malléable.
Bei Luxemburg fällt Ausländern meist nur das Schlagwort "Finanzplatz" ein. Die Regierung will künftig das Image des Landes aufwerten und Stärken wie die Mehrsprachigkeit hervorheben.