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Die Liberalen behaupten sich
Politik 9 3 Min. 15.10.2018

Die Liberalen behaupten sich

Spitzenkandidat Xavier Bettel und Parteipräsidentin Corinne Cahen freuen sich über das gute Resultat der DP.

Die Liberalen behaupten sich

Spitzenkandidat Xavier Bettel und Parteipräsidentin Corinne Cahen freuen sich über das gute Resultat der DP.
Foto: Pierre Matgé
Politik 9 3 Min. 15.10.2018

Die Liberalen behaupten sich

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die DP kann ihr historisches Resultat von 2013 fast halten. Die Liberalen fahren zwölf Sitze ein, nur im Zentrum müssen sie ein Mandat abgeben. Spitzenkandidat Xavier Bettel kann sein Resultat von 2013 allerdings nicht wiederholen.

Während des ganzen Abends herrschte bei der DP eine angespannte Stimmung. Am Ende hätte es fast gereicht: Die Liberalen fahren zwölf Mandate ein, müssen also gegenüber 2013 nur einen Sitz abgeben. Insgesamt gingen 16,91 Prozent der Stimmen an die DP, 1,34 Prozent weniger als vor fünf Jahren.

Die Liberalen waren dennoch mehr als zufrieden. Als Spitzenkandidat Xavier Bettel und Parteipräsidentin Corinne Cahen kurz vor 22 Uhr in der Wahlzentrale auftauchten, wurden sie von ihren Anhängern begeistert begrüßt. Cahen sprach von einem „mega Abend“ und von einem „formidablen Resultat“.

Premierminister Xavier Bettel wurde konkreter: „Wir wurden bestätigt, die Wähler haben uns ein klares Mandat erteilt unsere Politik weiterzuführen.“ Die DP sei bereit, erneut Regierungsverantwortung zu übernehmen. Wenig später stellte er im RTL-Interview dann klar, dass die „Mehrheit nicht abgewählt wurde“. Bettel sieht keinen Grund, weshalb seine Partei keine Gespräche mit den beiden bisherigen Koalitionspartnern LSAP und Déi Gréng führen sollte. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass die drei Koalitionsparteien weitermachen werden, so Bettel.

Bis alle Stimmen ausgezählt waren, durchlebten die Liberalen allerdings ein Wechselbad der Gefühle. Als gegen 19 Uhr die Resultate aus dem Osten vorlagen, atmeten die Anhänger der DP erst einmal auf. Mit 20,66 Prozent der Stimmen und einem Plus von zwei Prozent gegenüber 2013 reichte es erneut für zwei Sitze.

Gewählt wurden die beiden Abgeordneten Lex Delles und Gilles Baum. Delles erhielt 10.401 Stimmen, Baum 7.299. Als Bürgermeister konnte Delles das Ergebnis seiner Partei in seiner Heimatgemeinde Mondorf deutlich verbessern: 36,09 Prozent der Wähler entschieden sich für die DP, ein Plus von fast drei Prozent. Mondorf ist übrigens die einzige Gemeinde, in der die Liberalen im Osten stärkste Partei wurden. Die frühere RTL-Moderatorin Monica Semedo schaffte den Sprung ins Parlament nicht, sie landete nur auf dem vierten Platz der DP-Liste.

Die Liberalen konnten auch im Bezirk Norden ihre beiden Sitze, trotz eines deutlichen Verlusts von 6,58 Prozent, verteidigen. Landwirtschaftsminister Fernand Etgen und der Nordabgeordnete André Bauler konnten sich behaupten. Etgen erhielt 9.819 Stimmen, Bauler 9.227. Wohnungsbauminister Marc Hansen landete mit 8.573 Stimmen nur auf dem dritten Platz, vor dem Abgeordneten Edy Mertens, der 7.715 Stimmen verbuchen kann. Beide haben den Sprung ins Parlament verpasst.

Nur noch fünf Mandate im Zentrum

Im Bezirk Zentrum mussten die Liberalen, wie die CSV und die LSAP, einen Sitz abgeben. Am Ende reichte es nur noch für fünf Mandate. Spitzenkandidat Xavier Bettel landete mit 30.774 Stimmen auf dem ersten Platz. Allerdings lässt er im Vergleich zu 2013 Federn. Damals hatte er 32.064 Stimmen auf sich vereinen können. Auf Platz zwei folgt Parteipräsidentin Corinne Cahen mit 19.471 Stimmen. Die Bürgermeisterin der Hauptstadt, Lydie Polfer, landet mit 18.934 Stimmen auf Platz drei. Die Abgeordnete Simone Beissel konnte ihr Mandat mit 14.630 Stimmen verteidigen, genau wie Staatssekretär Guy Arendt (13.931). Joelle Elvinger und DP-Generalsekretär Claude Lamberty gingen leer aus.

Im Zentrum ist die DP in drei Gemeinden stärkste Partei: In Bartringen konnten die Liberalen 30,78 Prozent der Stimmen einfahren, zwei Prozent mehr als vor fünf Jahren. Auch in der Nachbargemeinde Strassen landeten sie auf Platz 1, mit 29,42 Prozent (2013: 29,52 Prozent). Mit 26,73 liegt der Stimmenanteil in der Hauptstadt nahezu unverändert. Allerdings ist ihr die CSV mit 26,68 Prozent dicht auf den Fersen.

Keine Veränderungen im Süden

Im Süden, ein traditionell schwieriges Terrain für die Liberalen, bleibt alles beim Alten. Wie bereits vor fünf Jahren gewinnt die DP drei Mandate. Insgesamt erhielt die Partei 11,8 Prozent der Stimmen, etwa ein Prozent weniger als 2013.

Mit Spannung war das Resultat von Finanzminister Pierre Gramegna erwartet worden, der 2013 als Quereinsteiger in die Regierung berufen worden war. Bei seiner ersten Kandidatur konnte Gramegna gestern 18.383 Stimmen verbuchen. Damit landete er klar vor Bildungsminister Claude Meisch, der es auf 15.527 Stimmen brachte. Max Hahn erhielt 11.228 Stimmen. Fraktionspräsident Eugène Berger schaffte den Sprung ins Parlament nicht. Auch der Bettemburger Schöffe Gusty Graas wurde abgewählt.


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