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„Die Lage ist ernst“
Politik 19.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Landwirtschaftsdebatte im Parlament

„Die Lage ist ernst“

Bei Problemen im Umweltschutz darf man nicht ausschließlich mit dem Finger auf die Bauern zeigen, so die CSV-Interpellantin Martine Hansen.
Landwirtschaftsdebatte im Parlament

„Die Lage ist ernst“

Bei Problemen im Umweltschutz darf man nicht ausschließlich mit dem Finger auf die Bauern zeigen, so die CSV-Interpellantin Martine Hansen.
Foto: Tania Feller
Politik 19.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Landwirtschaftsdebatte im Parlament

„Die Lage ist ernst“

Am ersten Tag der Sitzungswoche setzte sich das Parlament mit dem Thema Landwirtschaft auseinander. Interpellantin war die CSV-Abgeordnete Martine Hansen.

(DS) – „Die Lage ist ernst“, so die CSV-Abgeordente Martine Hansen zu Beginn ihrer Ausführungen. Aus diesem Grund habe sie eine Interpellation zum Thema Landwirtschaft beantragt. Der Druck auf die Bauern nehme kontinuierlich zu. Dementsprechend schlecht sei auch die Stimmung im Agrarsektor.

Ökonomische, ökologische und soziale Aufgaben

Konkret wollte die Interpellantin deshalb von Landwirtschaftsminister Fernand Etgen (DP) wissen, welches die Hauptaufgabe der Landwirtschaft sei: „Liegt Priorität auf der Produktion von gesunden Nahrungsmitteln oder sind die Bauern nur noch Landschaftsgärtner?“ Hansen zufolge hat die Landwirtschaft sowohl ökonomische als auch ökologische und soziale Aufgaben.

Landwirtschaftsminister Fernand Etgen stellte darauf hin klar, dass „wir eine multifunktionale Landwirtschaft brauchen, deren erstes Ziel, die Produktion von hochwertigen Nahrungsmitteln ist.“ 

Schwieriges Miteinander

Die knapp vierstündige Debatte drehte aber immer wieder um das Mit- bzw. das Gegeneinander von Landwirtschaft und Naturschutz. Zwar räumte auch Hansen ein, dass die landwirtschaftliche Produktion zu Problemen beim Naturschutz führen kann, doch man sollte nicht ausschließlich mit dem Finger auf die Bauern zeigen. Minister Fernand Etgen ist sich durchaus bewusst, dass es immer wieder zu Spannungen  zwischen der Landwirtschaft und dem Naturschutz kommt. Deshalb müsse man in Zukunft verstsärkt zusammenarbeiten.

Vor allem die Kompensierungsmaßnahmen wurden immer wieder thematisiert. Für den Agrarminister steht fest, dass die Maßnahmen sich in Zukunft auf Flächen beschränken sollen, die bereits mit Auflagen durch die einzelnen Schutzzonen belegt sind, die besten Ackerflächen müssten für die Nahrungsmittelproduktion reserviert bleiben.

Zuvor hatte Gusty Graas (DP) darauf hingewiesen, dass von den knapp 130.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche 79.000 Hektar in eine der vielen Schutzzonen fallen. In seiner Antwort auf die Frage, ob im neuen Naturschutzgesetz eine landwirtschaftliche Schutzzone eingeschrieben wird, blieb der Minister allerdings eher vage.


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