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Die Gewinner und Verlierer im Beliebtheitsranking
Politik 5 Min. 17.06.2021
Politmonitor

Die Gewinner und Verlierer im Beliebtheitsranking

Gesundheitsministerin Paulette Lenert thront unangefochten auf Platz eins im Politmonitor-Ranking.
Politmonitor

Die Gewinner und Verlierer im Beliebtheitsranking

Gesundheitsministerin Paulette Lenert thront unangefochten auf Platz eins im Politmonitor-Ranking.
Foto: Guy Jallay
Politik 5 Min. 17.06.2021
Politmonitor

Die Gewinner und Verlierer im Beliebtheitsranking

Marc SCHLAMMES
Marc SCHLAMMES
Zum dritten Mal in Folge bilden Paulette Lenert, Jean Asselborn und Xavier Bettel das Spitzentrio. Ein Deputierter sorgt derweil für eine Überraschung.

Keine andere Partei kann in der Breite eine derartige Popularität ihrer Spitzenpolitiker vorweisen wie die LSAP. Ein Umstand, der mit Blick auf die Parlamentswahlen und das kopflastige luxemburgische Wahlsystem ein gutes Omen für die Sozialisten darstellt.   

Der Politmonitor im Frühsommer 2021 offenbart, dass Gesundheits- und Verbraucherschutzministerin Paulette Lenert Platz eins behauptet, Außenminister Jean Asselborn nach einem kurzzeitigen Durchhänger im Herbst 2020 zurück auf Rang zwei klettert, Landwirtschafts- und Sozialminister Romain Schneider sowie Chancengleichheits- und Innenministerin Taina Bofferding sich in den Top fünf beziehungsweise Top zehn etablieren: Folglich kann die LSAP mit dem Abschneiden ihrer Minister zufrieden sein.

Zum guten Gesamtergebnis der LSAP-Minister trägt auch Wirtschafts- und Entwicklungshilfeminister Franz Fayot bei. Zwar schafft er es in seiner noch jungen Ministerkarriere nicht unter die besten Zehn; er kann aber zum zweiten Mal in Folge an Prozentpunkten zulegen, nach plus sieben im Herbst 2020 nun ein Plus von drei, und landet auf Rang 13. 

Zwei Minister rutschen ab

Direkt hinter Dan Kersch. Noch vor sechs Monaten behauptete der LSAP-Arbeits- und Vizepremierminister Platz sieben – nun fällt er mit einem Minus von sechs Prozentpunkten aus den Top Ten. Nur ein Regierungsmitglied muss diesmal eine schlechtere Bewertung durch die Wähler hinnehmen. 

Corinne Cahen rutscht laut Politmonitor in der Wählergunst ab und verliert elf Prozentpunkte.
Corinne Cahen rutscht laut Politmonitor in der Wählergunst ab und verliert elf Prozentpunkte.
Foto: Guy Jallay

Elf Prozentpunkte büßt Familienministerin Corinne Cahen (DP) ein, die mit ihrem Krisenmanagement in den Alten- und Pflegeheimen keine gute Figur abgab. Sie reiht sich mit einem anderen liberalen Regierungskollegen, Bildungsminister Claude Meisch, der wie im Herbst verliert und Schlusslicht aller 17 Minister ist, im hinteren Peloton des Politikerfeldes ein. 


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Bis auf Weiteres können die Liberalen auf die immense Popularität ihres Premierministers zählen. Hinter Paulette Lenert muss Xaver Bettel, der ein Minus von drei Prozentpunkten verbucht, den Platz des Kronprinzen diesmal jedoch wieder Jean Asselborn überlassen. 

Mit Finanzminister Pierre Gramegna sowie Mittelstands- und Tourismusminister Lex Delles ist die DP mit zwei weiteren Ministern in den Top Ten vertreten. Wie Schneider, mit dem er sich Platz vier teilt, kommt Gramegna auf 60 Prozent. 

Großer Graben zwischen Kompetenz und Sympathie

Doch während der LSAP-Minister mit je 60 Prozent Kompetenz und Sympathie gewissermaßen den Status quo verkörpert, ist der Schatzmeister von Blau-Rot-Grün jener Politiker, bei dem der Graben zwischen Sympathie – 50 Prozent – und Kompetenz – 70 Prozent – am größten ausfällt. 

Marc Hansen, als Minister unter anderem zuständig für die Beziehungen zum Parlament, verteidigt sein Mittelfeld-Ranking und landet auf Platz 16, gemeinsam unter anderem eben mit Parlamentspräsident Fernand Etgen (DP).


(1re rangée de g. à dr.) Corinne Cahen, ministre de la Famille et de l'Intégration, ministre à la Grande Région ; Pierre Gramegna, ministre des Finances ; Jean Asselborn, ministre des Affaires étrangères et européennes, ministre de l'Immigration et de l'Asile ; François Bausch, Vice-Premier ministre, ministre de la Défense, ministre de la Mobilité et des Travaux publics, ministre de la Sécurité intérieure ; Dan Kersch, Vice-Premier ministre, ministre des Sports, ministre du Travail, de l'Emploi et de l'Économie sociale et solidaire ; Romain Schneider, ministre de l'Agriculture, de la Viticulture et du Développement rural, ministre de la Sécurité sociale ; Claude Meisch, ministre de l'Éducation nationale, de l'Enfance et de la Jeunesse, ministre de l'Enseignement supérieur et de la Recherche ; Carole Dieschbourg, ministre de l'Environnement, du Climat et du Développement durable --- (2e rangée de g. à dr.) Franz Fayot, ministre de la Coopération et de l'Action humanitaire, ministre de l'Économie ; Lex Delles, ministre des Classes moyennes, ministre du Tourisme ; Sam Tanson, ministre de la Culture, ministre de la Justice ; Claude Turmes, ministre de l'Aménagement du territoire, ministre de l'Énergie ; Marc Hansen, ministre de la Fonction publique, ministre aux Relations avec le Parlement, ministre délégué à la Digitalisation, ministre délégué à la Réforme administrative ; Paulette Lenert, ministre de la Santé, ministre de la Protection des consommateurs, ministre déléguée de la Sécurité sociale ; Henri Kox, ministre du Logement, ministre délégué à la Défense, ministre délégué à la Sécurité intérieure
Grüne Minister unter Druck
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Von Plätzen im Mittelfeld können zumindest drei der fünf Grünen-Minister nur träumen. Zufrieden mit ihrem Abschneiden kann lediglich Justiz- und Kulturministerin Sam Tanson sein, die drei Prozentpunkte zulegt und den Sprung in die Top Ten schafft. 

Aus diesen Top Ten muss sich Mobilitäts- und Armeeminister François Bausch verabschieden; er erleidet als Vize-Premier das gleiche Schicksal wie Dan Kersch. 

Auf die anderen Minister von Déi Gréng stößt man schneller, wenn man die Tabelle von unten liest; Energie- und Landesplanungsminister Claude Turmes (28.) sowie Klima- und Umweltministerin Carole Dieschbourg (25.) verlieren je einen Prozentpunkt, Wohnungsbau- und Polizeiminister Henri Kox (21.) verbucht ein Minus von zwei Prozentpunkten. Für dieses Trio wie für François Bausch bleibt als Trost, dass die Verluste minimal ausfallen.

Ein Pirat in den Top Ten

Für den grünen Achtungserfolg sorgt Meris Sehovic. Der Ko-Vorsitzende von Déi Gréng, der sich zuletzt regelmäßig zu Steuerfragen zu Wort meldete, steigert sich um sieben Prozentpunkte. Damit landet er zwar auf dem vorletzten Platz; er rückt aber näher heran an Djuna Bernard, die als Ko-Vorsitzende gegenüber Sehovic über den vermeintlichen Vorteil verfügt, als Abgeordnete eine weitere Plattform zur Profilierung zu nutzen. 

Sven Clement surft auf der Popularitätswelle und verbucht den höchsten Zuwachs im Politmonitor.
Sven Clement surft auf der Popularitätswelle und verbucht den höchsten Zuwachs im Politmonitor.
Foto: Anouk Antony

Wie man diese politische Profilierung nahezu in Perfektion inszeniert, macht Sven Clement vor. Der Piraten-Deputierte, der in den Monaten der Corona-Krise als eloquenter Oppositionspolitiker mit inhaltlichem Biss herangewachsen ist, legt um elf Prozent zu – das beste Ergebnis aller 35 Politiker – und entert, um im Piratenjargon zu bleiben, die Top Ten. 

Dort muss er sich ganz knapp Claude Wiseler geschlagen geben, der die Pandemie als gesundheitspolitischer Sprecher der Christlich-Sozialen zum politischen Comeback nutzte, das im April mit dem CSV-Parteivorsitz gekrönt wurde. Mit einem Plus von fünf Prozentpunkten bleibt Wiseler die Nummer eins unter den Oppositionspolitikern und unter allen Deputieren.

Vor allem kann er seine Parteikollegen auf sichere Distanz halten. Serge Wilmes als ewiger Hoffnungsträger seiner Partei büßt auf Platz 14 drei Prozentpunkte ein; noch heftiger trifft es Martine Hansen (15.), die als Fraktionschefin fünf Prozentpunkte verliert. 

Hansen und Hansen

Sie kann sich damit trösten, zumindest das beste Ergebnis der vier Fraktionsvorsitzenden einzufahren: Georges Engel (16., LSAP), ist ihr zwar dicht auf den Fersen, Gilles Baum (28., DP) und Josée Lorsché (31., Déi Gréng) kommen unter ferner liefen. Während Paul Galles kein Kapital aus seinem Übergangsjob als Generalsekretär der CSV schlägt, landet sein Nachfolger Christophe Hansen auf Anhieb auf Platz 21, wie auch der neue Ko-Fraktionschef der Partei, Gilles Roth. 

Der zweite Neuling, Myriam Cecchetti (Déi Lénk) muss sich mit Rang 35 begnügen. Ihr Vorgänger, Marc Baum, landete im Herbst 2020 auf Platz 24.

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