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Die Eckpunkte der neuen Pflegeversicherung
Politik 2 Min. 06.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Minister Schneider gibt Aufschluss

Die Eckpunkte der neuen Pflegeversicherung

Zum 1. Januar 2017 soll die Neuausrichtung der Pflegeversicherung in Kraft treten, laut Zeitplan von Minister Romain Schneider.
Minister Schneider gibt Aufschluss

Die Eckpunkte der neuen Pflegeversicherung

Zum 1. Januar 2017 soll die Neuausrichtung der Pflegeversicherung in Kraft treten, laut Zeitplan von Minister Romain Schneider.
Foto: Romain Schanck
Politik 2 Min. 06.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Minister Schneider gibt Aufschluss

Die Eckpunkte der neuen Pflegeversicherung

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Flexibilität bei der Pflege, qualitativ hochwertige Leistungen und genug Geld bis 2035: Das sind laut Minister Romain Schneider die Pfeiler der neuen Pflegeversicherung.

(BB) - "Die neue Pflegeversicherung ist kein Sparpaket. Es wird keinen Abbau beim Pflegepersonal oder bei den Leistungen geben", versicherte Sozialminister Romain Schneider bei der Präsentation der Reform. Was sich ändern soll, erklärte der Minister auf Basis von ein paar Stichworten:

"Mehr Flexibilität"

Das neue Betreuungsangebot für pflegebedürftige Personen beruht künftig auf einem Stufenmodell. Jeder Bezieher kann nach wie vor Unterstützung für die wesentlichen Aktivitäten des Alltags erhalten, zum Beispiel bei der Körperpflege, der Ernährung der der Mobilität und beim Ankleiden. Die Leistungen beziehen sich auf die individuelle Pflegebedürftigkeit und sind neuerdings in 15 Pflegestufen gegliedert. Jeder Pflegegrad entspricht Zeitspannen, die die Dienstleister flexibel umsetzen können.

Für Stufe 1 sollen es pro Woche zwischen 210 und 350 Minuten Pflege sein. Die Handlungen der Pfleger müssen demnach nicht mehr Tag für Tag der selben, strikt definierten Zeit entsprechen. Der neue Rahmen ermöglicht den Dienstleistern einen gewissen Gestaltungsspielraum. Die Pfleger und darüber hinaus die Pflegenetzwerke sollen somit die Hilfestellung flexibler ausrichten können.

Minister Schneider erkennt im Stufenmodell zwei Vorteile: Das neue System soll zum einen den individuellen Bedürfnissen der Bezieher näher Rechnung tragen. Die Dienstleister orientieren sich zum anderen an Fallpauschalen für die staatliche Finanzierung ihrer Tätigkeiten.

"Hochwertige Leistungen"

Zusätzlich zu den wesentlichen Aktivitäten des Alltags können Pflegebedürftige weiterhin eine individuelle Beratung sowie Unterstützung bei der Versorgung des Haushalts erhalten. Die staatliche Unterstützung in Stunden wird hier zum Teil neu definiert. Das gilt sowohl für die zugestandene Hilfe zu Hause als auch in den Pflegeheimen. Die Qualität der Leistungen soll dann stärker von einem staatlichen Kontrollgremium überprüft werden.

Der individuelle Hilfsbedarf  wird weiterhin von der"Cellule d'évaluation" festgestellt. Das bisherige Gremium wird allerdings im Rahmen der Reform ausgebaut und avanciert zur eigenständigen "Autorité d'évaluation". Der Pflegebedarf jedes Beziehers soll öfters als bisher untersucht werden, um die Hilfestellung besser an die gesundheitliche Entwicklung einer Person anzupassen.

Änderungen im Sinn von mehr Qualität sind auch bei den pflegenden Angehörigen zu erwarten. Hier will das Ministerium unter anderem Fortbildungskurse für Pflegepersonen des Familien- oder Verwandtenkreises anbieten.

"Finanzielle Absicherung"

Mit der Reform soll die neue Pflegeversicherung finanziell bis 2035 abgesichert sein. Die gestraffte Gliederung der Pflegeversicherung soll zur Stabilität des Systems beitragen.

Darüber hinaus profitiert die Reform auch vom allgemeinen Wirtschaftsaufschwung und der Schaffung neuer Arbeitsstellen. Zusätzliche Beschäftigte auf dem Arbeitsmarkt entrichten zusätzliche Beiträge für die Pflegeversicherung. Das sind jeweils 1,4 Prozent des Einkommens einer Person.

Der Beitrag von Privatpersonen wird außerdem durch eine Beteiligung des Staats (40% der Gesamtausgaben) ergänzt. Hinzu kommt noch ein kleiner Anteil des  Elektrizitätssektors.


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