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„Eine Spielwiese für Innovationen“
Politik 3 Min. 16.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Die Bürgerbewegung Transition Minett setzt auf lokaler Ebene nachhaltige Initiativen um

„Eine Spielwiese für Innovationen“

Ein Projekt mit einer edukativen, solidarischen und ökologischen Berufung: der „Quartiersgaart“.
Die Bürgerbewegung Transition Minett setzt auf lokaler Ebene nachhaltige Initiativen um

„Eine Spielwiese für Innovationen“

Ein Projekt mit einer edukativen, solidarischen und ökologischen Berufung: der „Quartiersgaart“.
Foto: Guy Jallay
Politik 3 Min. 16.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Die Bürgerbewegung Transition Minett setzt auf lokaler Ebene nachhaltige Initiativen um

„Eine Spielwiese für Innovationen“

Bei dem „urban gardening“-Projekt handelt es sich um eine Initiative der Bürgergruppierung Transition Minett, die seit 2012 im Großherzogtum agiert – und nach dem Vorbild der seit 2006 entstandenen „Transition towns“ im Ausland funktioniert.

VON DIANE LECORSAIS (LUXEMBURGER WORT)

Im Quartiersgarten im „Breedewee“ in Esch/Alzette ist an diesem Freitagnachmittag richtig was los. In der provisorisch eingerichteten Küche wird Gemüse geschnippelt, mehrere Kinder toben auf einem Baum, in den davor gelegenen Beeten reifen dicke Zucchini, Bohnen, Kartoffeln, Tomaten und Erdbeeren. Bei dem „urban gardening“-Projekt handelt es sich um eine Initiative der Bürgergruppierung Transition Minett, die seit 2012 im Großherzogtum agiert – und nach dem Vorbild der seit 2006 entstandenen „Transition towns“ im Ausland funktioniert.

Das Konzept lautet wie folgt: Einzelne Individuen schließen sich zusammen, um gemeinsam eine möglichst unabhängige, resiliente, verbundene und gerechte Gesellschaft aufzubauen. Bei Transition Minett bedeutet dies konkret: In einer optimistischen Herangehensweise lokale Projekte realisieren, die sich in erster Linie um die Themen Ernährung und Energie drehen. Die Aktionen sind als Antwort auf den Klimawandel und als Reaktion auf sich zunehmend verknappende, fossile  Energieressourcen zu verstehen.

„Lebensbejahend und generationenübergreifend“

„Der Hintergrund des Ganzen ist nicht schön. Doch soll unsere Initiative lebensbejahend sein – und generationenübergreifend“, bringt Norry Schneider, Mitbegründer von Transition Minett, es auf den Punkt. Darüber hinaus gehe es um die Freude, etwas in der Gemeinschaft zu schaffen, um den sozialen Austausch und den interkulturellen Aspekt. „Beteiligung ist extrem wichtig. Jeder kommt zu Wort, jeder kann und soll etwas beitragen“, unterstreicht Norry Schneider.

Transition Minett ist inzwischen in drei Bereichen aktiv. Dazu gehört der bereits erwähnte Gemeinschaftsgarten, der im Juli 2013 inmitten der Stadt lanciert wurde. Ein Projekt mit einer edukativen, solidarischen und ökologischen Berufung, erklären die Initiatoren. Im „Quartiersgaart“, der übrigens selbstverwaltend ist, soll und kann jeder eine Hand mit anpacken. „Dieser Garten ist offen für jeden. Ausnahmslos“, betont Norry Schneider. Zweimal wöchentlich gibt es eine Art „Bereitschaft“, die Menschen wissen, dass sie vor Ort ein Gruppenmitglied antreffen. Oftmals kommen Bürger vorbei, die sich in einer schwierigen sozialen Lage befinden. Im „Breedewee“ wird somit nicht nur gegärtnert, sondern auch geplaudert und diskutiert. Um Nachhaltigkeit, Ernährung, Ökologie und Solidarität geht es auch bei der Initiative „Mesa Minett“. Wo kommt unser Essen her? Wo und wie wird es produziert? Diese Fragen sollen wieder in den Mittelpunkt gelangen. Via kollektive Bestellungen können die sogenannten „consom'acteurs“ (Konsumakteure) lokal und regional hergestellte, ökologische Lebensmittel erwerben und sich mit deren Produzenten austauschen. „Kreativ sein, statt passiv zu konsumieren“, fasst Teilnehmerin Nina Kass die Aktion zusammen. Die „transitioner“ wollen sogar noch einen Schritt weiter gehen und einen solidarischen Lebensmittelladen mitsamt kleinem Restaurant eröffnen.

Vernetzung
mit ähnlichen Vereinigungen

Schließlich hat Transition Minett eine eigene Energiegenossenschaft gegründet. „Die Bürger sollen ihre primären Bedürfnisse an Strom selbst abdecken können“, erklärt der Vorsitzende Albert Kalmes. Natürlich wolle man sich nicht von der Welt abkapseln – aber, soweit wie möglich,  unabhängig von großen Konzernen funktionieren. Zudem soll die lokale Wirtschaft gefördert werden.

Die Umsetzung des Vorhabens steht unmittelbar bevor: In Zusammenarbeit mit Firmen aus der Region wird die Genossenschaft 
eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach einer Sporthalle in Esch-Lallingen installieren. Der auf diese Weise erzeugte Solarstrom wird ins regionale Stromnetz eingespeist werden – getreu dem Motto „lokal herstellen, lokal konsumieren“.

Für die Zukunft plant Transition Minett, sich verstärkt mit anderen Organisationen, die das gleiche Ziel verfolgen, zu vernetzen. Durch Pilotprojekte sollen neue, alternative Praxen aufgebaut werden, die dann wiederum weiterentwickelt und, bestenfalls, an anderen Stellen kopiert werden sollen.

„Wichtig ist, dass man Dinge ausprobiert. Und dabei das Recht hat, Fehler zu begehen“, unterstreicht Norry Schneider. Kurzum: Es handele sich um „eine Spielwiese für Innovationen“.

In der provisorischen Küche im Gemeinschaftsgarten wurde inzwischen gekocht – Bruschetta, „pain perdu“, Salate und gefüllte Kohlblätter. Dies einerseits mit Produkten aus der Eigenproduktion sowie andererseits mit überschüssigen Lebensmitteln aus einem Supermarkt. Entlang der Straße duftet es nach knusprigen Croutons, die neugierigen Blicke häufen sich. Transition Minett möchte dort sein, wo die Menschen sind. Und das Stadtbild mitprägen.


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