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Die Briten entdecken Luxemburgisch
Politik 29.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Artikel im "Guardian"

Die Briten entdecken Luxemburgisch

Autorin Jennifer Rankin hat sich eingehend mit dem Luxemburgischen beschäftigt.
Artikel im "Guardian"

Die Briten entdecken Luxemburgisch

Autorin Jennifer Rankin hat sich eingehend mit dem Luxemburgischen beschäftigt.
Foto: Screenshot Guardian
Politik 29.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Artikel im "Guardian"

Die Briten entdecken Luxemburgisch

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Das Luxemburgische erlebe gerade seine Renaissance, so die britische Zeitung "The Guardian", die der Sprache einen ausführlichen Artikel widmet. Dabei kommen Sprachlehrer, ihre Schüler und sogar eine Professorin für Luxemburgische Studien in England zu Wort.

(tom) - Sollten in der kommenden Sommersaison vermehrt britische Touristen im Großherzogtum auftauchen, die ihren Kaffee oder ihr Bier auf Luxemburgisch bestellen wollen, wäre das kein Grund zur Verwunderung: Der "Guardian", eine der renommiertesten britischen Zeitungen, hat das Luxemburgische für sich entdeckt - und der Sprache einen langen und ausführlichen Artikel gewidmet

Der Aufhänger des Textes von Jennifer Rankin: Das wiedererstarkte Interesse am Luxemburgischen und die daraus resultierenden steigenden Zahlen in Sprachkursen. 

Mit 6500 Anmeldungen für 2016/17 liege die Schülerzahl doppelt so hoch wie vor zehn Jahren, zitiert Rankin das Kulturministerium. Es folgt ein ausführlicher, sauber recherchierter "Rundumschlag" - vom Stellenwert des Luxemburgischen, dass "traditionell nur zu Hause" gesprochen worden und erst seit 1984 Landessprache sei,  über die Petition 698 und den 40-Punkte-Plan der Regierung bis zur Erwähnung von Luxemburgischen Filmen, Belletristik und Songs von Serge Tonnar inklusive Video mit britischen Untertiteln. 

Sprache geht durch den Magen: Die Beispielsätze, die die Autorin zusammen mit der Übersetzung Lisa Schmit ausgewählt hat, vermitteln den britischen lesern auch ein gastronomisches Bild.
Sprache geht durch den Magen: Die Beispielsätze, die die Autorin zusammen mit der Übersetzung Lisa Schmit ausgewählt hat, vermitteln den britischen lesern auch ein gastronomisches Bild.
Foto: Screenshot Guardian

Da verzeiht man Rankin auch gerne, dass sie das Luxemburgische als "kurios klingend" empfindet. A propos kurios: Um den theoretischen Beobachtungen zum Stellenwert der Sprache Plastizität zu verleihen, hat der Guardian "typische" Luxemburger Sätze nebst englischer Übersetzung beigefügt. "Kënnt Dir mir wann ech gelift soen, wou een déi beschte Gromperekichelcher kritt? (Please can you tell me where is the best place to try gromperekichelcher ?)", heißt es da. Oder auch: "Villmools merci. Dës Quetschentaart ass wonnerbar, mä nach ee Béier an ech kippen ëm. (Thank you very much. This quetschentaart (plum tart) is really delicious, but if I have one more beer I’m going to pass out.)"

Kristine Horner ist die Direktorin des "Centre for Luxembourg Studies" an der University von Sheffield - den wenigsten Luxemburgern dürfte die Existenz ihres Insititus vor der Lektüre des Guardian-Artikels bekannt gewesen sein. Horner sieht in der Petition 698, die die Einführung des Luxemburgischen als erste Amtssprache forderte und im 40-Punkte-Plan der Regierung mehr als nur einen engstirnigen, provinziellen Reflex - sondern vielmehr eine "Bewegung, das Luxemburgische als etwas Besonderes wahrzunehmen, anstatt es einfach als Selbstverständlichkeit zu betrachten."


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