Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Diagnose Demenz - was nun?
Politik 29.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Neues Präventionsprogramm

Diagnose Demenz - was nun?

Wenn das Erinnerungsvermögen abnimmt: Im frühen Stadium kann Demenz durch therapeutische Maßnahmen noch verzögert werden.
Neues Präventionsprogramm

Diagnose Demenz - was nun?

Wenn das Erinnerungsvermögen abnimmt: Im frühen Stadium kann Demenz durch therapeutische Maßnahmen noch verzögert werden.
Guy Wolff
Politik 29.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Neues Präventionsprogramm

Diagnose Demenz - was nun?

Kommt es zur Diagnose Demenz fühlen sich viele Patienten alleingelassen. Ein neues Betreuungsprogramm des Gesundheitsministeriums soll helfen, den Krankheitsverlauf zu verzögern.

(BB) - Kommt es zur Diagnose Demenz, scheint es kein Zurück mehr zu geben. Noch ist keine Heilung möglich. Hoffnung soll dennoch ein neues Programm des Gesundheitsministeriums verschaffen, dass auf Präventionsmaßnahmen setzt, um den Verlauf der Krankheit und schwere Hirnschäden möglichst zu verhindern oder zumindest lange hinauszuzögern.

"Wir wollen den Patienten nicht alleinlassen. Wenn wir im Frühstadium handeln, können wir die Entwicklung günstig beeinflussen ", sagt Gesundheitsministerin Lydia Mutsch. Ein ganzheitliches und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittenes Programm soll demnach Hilfe bieten. Die Teilnahme am Präventionsprogramm ist freiwillig und kostenlos.

Ziel ist es, betroffene Personen über längere Zeit zu begleiten und sie im Alltag mit Rat und Tat zu unterstützen. "Der Patient soll lernen seinen Lebensstil zu ändern", erklärt Dr. Tobias Hartmann, des Deutschen Instituts für Demenzprävention und Koordinator des Programms. Ernährungsratschläge, geistiges Training und körperliche Fitness, sowie medizinische Unterstützung bilden hier ein Bündel an Maßnahmen, um die Gesundheit zu fördern. 

Neuer Ansprechpartner: Der Memory Coach

Das Programm umfasst demnach Sportvereine, Club Senior, medizinische Fachspezialisten und Gesundheitseinrichtungen. Als zentrale Kontaktperson ist ein Memory Coach zuständig.

Die Sprechstunde mit dem Memory Coach erfolgt in einer Maison Médicale. Der Berater beantwortet Fragen rund um die Erkrankung, zeichnet praktische Hilfsangebote auf und begleitet betroffene Personen sowie ihre Angehörigen. Ein erster Memory Coach nimmt die Arbeit Mitte September in der Maison Médicale in der Hauptstadt auf. Zwei weitere sollen im Süden und Norden des Landes folgen.

Das für die Patienten kostenlose Präventionsprogramm ist zunächst für sechs Jahre angesetzt und soll kontinuierlich an wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden. Das Gesundheitsministerium sieht ein Gesamtbudget von 2,7 Millionen vor. Zurzeit leiden in Luxemburg offiziellen Angaben zufolge rund 6000 Personen an einer Demenzerkrankung.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Heute ist Welt-Alzheimertag
„Bonjour an Awuer – Demenz ass keen Tabu“ heißt das Projekt, welches das Familienministerium am heutigen Welt-Alzheimertag präsentiert. Und es gibt weitere, neue Hilfsangebote.
Mit der steigenden Lebenserwartung steigt auch das Risiko einer Demenz-Erkrankung.