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Deutschland lässt Gigaliner zu: François Bausch: Verkehrstechnischer Unsinn
Politik 2 Min. 03.01.2017

Deutschland lässt Gigaliner zu: François Bausch: Verkehrstechnischer Unsinn

Gigaliner dürfen eine Gesamtlänge von 25,25 Metern haben. Zwei extralange Lastzüge können drei herkömmliche Lkw ersetzen.

Deutschland lässt Gigaliner zu: François Bausch: Verkehrstechnischer Unsinn

Gigaliner dürfen eine Gesamtlänge von 25,25 Metern haben. Zwei extralange Lastzüge können drei herkömmliche Lkw ersetzen.
Foto: Krone
Politik 2 Min. 03.01.2017

Deutschland lässt Gigaliner zu: François Bausch: Verkehrstechnischer Unsinn

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Deutschland hat Teile seines Straßennetzes für extralange Lastwagen freigegeben. In Luxemburg sind die so genannten Gigaliner mit mehr als 25 Metern Länge nicht gern gesehen. Verkehrsminister Bausch nennt die Verordnung „Unsinn“.

(vb) – Deutschland hat Teile seines Straßennetzes in einer Hauruck-Aktion für extralange Lastwagen freigegeben. In Luxemburg sind die so genannten Gigaliner mit mehr als 25 Metern Länge nicht gern gesehen. Für Verkehrsminister Bausch ist die Verordnung „umweltpolitischer Unsinn“.

Der deutsche Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat nicht nur seine Ministerkollegen überrascht. Auch in den Nachbarländern stößt die spontane Freigabe von Gigalinern auf Skepsis. Zwischen Weihnachten und Neujahr hat Dobrindt eine Verordnung erlassen, mit der der Regelbetrieb von Gigalinern in Deutschland beginnen kann.

Überlange Lastwagen dürfen auf Autobahnen und bestimmten anderen Straßen - insgesamt 11 600 Kilometer - fahren. Die sogenannten Gigaliner können bis zu 25,25 Meter lang sein, das sind 6,5 Meter mehr als die bisher erlaubte Lkw-Länge. Sie dürfen - wie herkömmliche Lkw auch - bis zu 44 Tonnen schwer sein. Für drei von fünf Gigaliner-Typen sind die Befristungen aufgehoben.

Der Luxemburger Verkehrsminister François Bausch (Déi Gréng) hat die Hauruck-Aktion aus Deutschland mit Befremden aufgenommen. „Diese Transportpolitik steht im Widerspruch zu den Entscheidungen der UN-Klimakonferenz COP 21 und ist verkehrstechnischer Unsinn“, urteilte Bausch per Twitter.

In einer Erklärung heißt es vom Nachhaltigkeitsministerium am Dienstag: "Gigaliner stehen in einem absoluten Gegensatz zu einer nachhaltigen Transportpolitik nach dem Motto 'Schiene statt  Straße'. Gigaliner tun das genaue Gegenteil und fördern den Warentransport über die Straße."

In Luxemburg sind die extralangen Lkw nicht erlaubt. Zwar fährt das Busunternehmen Sales Lentz teilweise mit dreiteiligen Gelenkbussen, die 24,50 Meter lang sind, fast so lang wie Gigaliner. Doch das sei etwas ganz anderes, sagt Dany Frank, Sprecherin im Nachhaltigkeitsministerium. Die Gelenkbusse seien sowohl vom Gewicht her als auch vom Drehgestell her nicht mit Gigalinern vergleichbar. Zudem sei die Straßen-Infrastruktur in Luxemburg nicht generell für Gigaliner geeignet, weshalb Brücken, Bahnübergänge und Autobahnanschlüsse für viel Geld umgebaut werden müssten, heißt es vom Verkehrsministerium.

In Deutschland sieht Verkehrsminister Dobrindt Vorteile für Umwelt und Verkehr. In einem Bericht kam die Bundesanstalt für Straßenwesen zu dem Schluss, dass zwei Fahrten mit Lang-Lkw drei Fahrten mit herkömmlichen Lastwagen ersetzen können. Damit werde bis zu einem Viertel Kraftstoff und damit auch CO2 gespart. Zudem verlagere sich der Gütertransport nicht von der Schiene auf die Straße. Auch auf den Zustand des Straßennetzes wirkten sich Gigaliner nicht aus.

Außer in Deutschland sind die auch "EuroCombi" genannten Lastwagen in Schweden und Finnland zugelassen. In Dänemark und den Niederlanden laufen Praxistests.


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