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Deutliche Übersterblichkeit wegen Covid-19
Politik 07.06.2021

Deutliche Übersterblichkeit wegen Covid-19

Besonders in den Monaten November und Dezember notiert der Statec eine hohe Übersterblichkeit.

Deutliche Übersterblichkeit wegen Covid-19

Besonders in den Monaten November und Dezember notiert der Statec eine hohe Übersterblichkeit.
Archivfoto : Lex Kleren
Politik 07.06.2021

Deutliche Übersterblichkeit wegen Covid-19

Patrick JACQUEMOT
Patrick JACQUEMOT
2020 sind 326 Menschen mehr gestorben als 2019. Besonders stark hat sich das Phänomen bei Menschen über 75 Jahren gezeigt.

4.609 Sterbefälle wurden im Jahr 2020 in Luxemburg registriert. Das sind mehr als während der vier Jahre davor. Die Sterblichkeitsrate steigt auf 7,3 Prozent - der höchste Wert seit zehn Jahren. Höhere Werte wurden zuletzt in den Jahren 2003 und 2006 notiert, als extreme Hitzewellen besonders den schwachen und älteren Mitmenschen zu schaffen machten. 

Dass die Pandemie an diesem Phänomen Schuld trägt, dürfte außer Frage stehen. Die Analysten des statistischen Amtes Statec gehen davon aus, dass die Sterblichkeit im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent höher lag, als man es sich nach einem milden Winter (2018/2019) hätte erwarten können. Doch mit dem ersten Covid-Toten im März 2020 nahmen die Dinge einen anderen Lauf.


Close up of a doctor hand with blue glove giving support and love to a patient at hospital. Coronavirus pandemic concept.
Zahl der Sterbefälle in Luxemburg um 8,5 Prozent gestiegen
Vergangenes Jahr verzeichnete man in Luxemburg 4.609 Todesfälle, wie der Statec am Mittwoch meldet.

Die Übersterblichkeit könnte laut Statec 438 Menschen hinweggerafft haben. Die Zahl entspricht in etwa derjenigen der offiziellen Covid-Toten, die das Gesndheitsministerium für 2020 publizierte. Welle für Welle forderte ihre Opfer, eine Tendenz, die sich bei den 90-94-Jähringen besonders abzeichnete: So verschieden 2020 23 Prozent aus dieser Altersgruppe. Auch liegt die Übersterblichkeit bei den Männern höher als bei den Frauen.

Dass ältere Menschen überproportional an oder mit Covid-19 gestorben sind ist auch im internationelen Vergleich zu beobachten. Dennoch sorgen die Ausbrüche in einzelnen Alters- und Pflegeheimen des Landes für heftige Diskussionen, was die Schutzmaßnahmen anbelangt und so wurde eine parlamentarische Untersuchung eingeleitet, die von Jeannot Waringo, der sich mit seinem Bericht über die Abläufe am großherzoglichen Hof einen Namen gamacht hatte. 


Eine höhere Sterblichkeit geht logischerweise mit einer gesunkenen Lebenserwartung einher: Sie liegt aktuell bei 80,1 Jahren für die Männer, derweil Frauen statistisch 85,3 Jahre alt werden.

Die Pandemie hat bis dato 818 Menschen das Leben gekostet, unter ihnen 54 Prozent Männer und 36 Prozent Frauen.


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