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Der zweite Tag der Staatsvisite: Zwischen Weltraum, Geschichte und Armee

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Der zweite Tag der Staatsvisite: Zwischen Weltraum, Geschichte und Armee

Der zweite Tag der Staatsvisite: Zwischen Weltraum, Geschichte und Armee

Der zweite Tag der Staatsvisite: Zwischen Weltraum, Geschichte und Armee


von Sarah CAMES/ 16.10.2019

Staatsbesuch Belgien - Centre militaire de Diekirch / Photo: Blum LaurentLaurent Blum

Bis Donnerstag besucht das belgische Königspaar Luxemburg im Rahmen einer Staatsvisite.

Großherzog Henri und König Philippe im Centre militaire in Diekirch.
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Der zweite Tag: Besuch am Centre Militaire in Diekirch
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Großherzog Henri und König Philippe im Centre militaire in Diekirch.
Foto: Laurent Blum

Der Staatsbesuch, der am Dienstag regnerisch begann, setzte sich am Mittwoch genau so fort. Davon ließen sich König Philippe von Belgien und Großherzog Henri am Mittwochmorgen allerdings nicht beeindrucken.

Für Großherzog Henri und König Philippe begann der zweite Tag des belgischen Staatsbesuches mit einem Besuch an der Militärkaserne Grand-Duc Jean in Diekirch. Dort wurden sie mit Militärmusik und einem militärischen Salut begrüßt. General Alain Duschène und der Kommandant der Militärkaserne, Yves Kalmes, empfingen die beiden Staatsmänner.

Es erklangen die belgische und die luxemburgische Nationalhymne bevor der Großherzog und der König jeweils einen Blumenkranz an das Monument auf der Place du Souvenir niederlegten, im Andenken an die luxemburgischen Soldaten, die ihr Leben für das Heimatland gelassen haben. Es folgte eine Schweigeminute.

Verteidigungsminister François Bausch und Henri Kox, der beigeordnete Minister der Verteidigung waren ebenfalls bei der Zeremonie anwesend.


Regnerischer Auftakt eines Staatsbesuchs
Bis Donnerstag besucht das belgische Königspaar Luxemburg im Rahmen einer Staatsvisite.

Die belgische Delegation wurde von Didier Reynders, dem belgischen Vizepremier und Verteidigungsminister, vertreten.  

Nach der Inspektion der Truppen und der Kranzniederlegung an der Place du Souvenir ging es für Großherzog Henri und den belgischen König Philippe weiter in die großflächige Lagerhalle der Militärkaserne auf dem Herrenberg. 

Dort waren mehrere Stände aufgebaut, an denen den beiden Ehrengästen die besonderen Kooperationsprojekte zwischen der belgischen und der luxemburgischen Armee vorgestellt wurden.

 Verschiedenste Bereiche waren vertreten: Von der Minenräumung und Satellitenkommunikation, bis hin zu gemeinsamen Projekten im Bereich der militärischen Ausbildung oder des Ankaufs von militärischen Fahrzeugen.

Auch der belgisch-luxemburgische Militär-Airbus "A400M", der voraussichtlich 2021 ausgeliefert werden soll, wurde auf einem Stand vorgestellt. Ein Modell des Airbus bekam von Großherzog Henri und König Philippe besondere Aufmerksamkeit.

Im Anschluss an den Rundgang gab es ein kleines Frühstück im Stehen mit Teilchen und Kaffee, bevor es für König Philippe und Großherzog Henri in Richtung Betzdorf weiterging. Dort begann um 11 Uhr eine Besichtigung der Société Européenne des Satellites (SES).

Besichtigung der SES in Betzdorf

Großherzog Henri und König Philippe trafen zusammen mit Didier Reynders, dem belgischen Vize-Premier und Verteidgungsminister, planmäßig am Schloss Betzdorf ein.

Dort wurden sie von Premierminister Xavier Bettel und mehreren Mitgliedern des Verwaltungsrats der SES in Empfang genommen. Auch die Ministerpräsidentenvon Wallonien, der flämischen Regierung und der Region Brüssel-Hauptstadt, Elio Di Rupo, Jan Jambon und Rudi Verwoort, waren anwesend.

Den hohen Gästen wurden, neben einer Erklärung der Geschichte der SES, auch die strategische Vision für die Zukunft der Gesellschaft präsentiert. Dem König und dem Großherzog wurde anschließend ein Blick in den Kontrollraum des weltweit größten Satellitenbetreibers gewährt.

Belval : Königin Mathilde und Erbgroßherzogin Stéphanie am Campus Belval

Während König Philippe und Großherzog Henri in Diekirch die Truppen inspizierten und bei der SES in Betzdorf zu Gast waren, besuchten Königin Mathilde und Erbgroßherzogin Stéphanie die Cité des Sciences in Belval.

Erbgroßherzogin Stéphanie sprang am Mittwoch für Großherzogin Maria Teresa ein, die sich momentan noch von einem Eingriff am Knie erholen muss.

Für die Erbgroßherzogin von Luxemburg und die belgische Königin begann der Tag im Bâtiment Massenoire auf dem Universitätscampus in Belval.

Sie wurden um 10.25 Uhr vom Universitätsdirektor Professor Stéphane Pallage, Vizepremierminister Étienne Schneider und Bildungsminister Claude Meisch willkommen geheißen. Auch der Direktor des Fonds Belval, der Bürgermeister der Stadt Esch/Alzette und der Bürgermeister von Sassenheim waren anwesend.

Der Königin und der Erbgroßherzogin wurden bei ihrer Ankunft von der fünfjährigen Anaëlle und der gleichaltrigen Alexiane Blumen überreicht.

Im Inneren des Bâtiment Massenoire ging es dann mit einer kurzen Vorstellung der zukünftigen Projekte für die Hochöfen in Belval weiter. Luc Dahmen, der Direktor des Fonds Belval, gab außerdem einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Standort Belval.

Später gab es ein "Meet& Greet" mit den Sprechern, die am morgen Vorträge zur Seminarreihe "Medical Innovation bringing together the worlds of innovation an healthcare" abgehalten hatten.

Nach dem Empfang ging es für Königin Mathilde und Erbgroßherzogin Stéphanie weiter zum Learning Centre der Uni.lu, wo sie einer kurzen Ansprache von Universitätsdirektor Professor Stéphane Pallage zuhörten.

Rund zehn Kinder hatten am Mittwochmorgen die einmalige Chance, eine echte Königin zu treffen: Im "Espace Chill" des Learning Centre wurden neue Erziehungs- und Bildungsmethoden vorgestellt - im Beisein und mit der tatkräftigen Unterstützung der Kinder.

Royale Stippvisite zum Schloss Burglinster

Nachdem der Morgen mit einem getrennten Programm begonnen hatte, trafen sich König Philippe, Königin Mathilde und Großherzog Henri um 12.35 Uhr vor dem Schloss Burglinster. Auch Premierminister Xavier Bettel war da, um die Königin, die etwa eine halbe Stunde nach dem König und dem Großherzog eintraf, willkommen zu heißen.

Großherzog Henri und König Philippe waren bereits gegen 12 Uhr am Schloss Burglinster, wo sie von Premierminister Xavier Bettel und Oliver Paasch, dem Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, empfangen wurden.

Premierminister Xavier Bettel zusammen Oliver Paasch, dem Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien
Premierminister Xavier Bettel zusammen Oliver Paasch, dem Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien
Foto: Laurent Blum

Es folgte eine Präsentation zur multimedialen Geschichtserzählung und ein Vortrag über die Zusammenarbeit der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (DG), dem Zentrum für Ostbelgische Geschichte (ZOG) und dem Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C2DH) an einem Projekt, dass die 100-jährige Geschichte der deutschsprachigen Belgier zelebrieren soll. In dem Kontext wird im September 2020 die virtuelle Ausstellung "100 ans Ostbelgien" eröffnet.

Nach der Ankunft der Königin gab es im Anschluss im Rittersaal von Schloss Burglinster ein ausgiebiges Mittagessen, auf Einladung von Premierminister Bettel. Auch andere Mitglieder der Regierung waren anwesend.

Besuch in der Abtei Neumünster

Gegen 15 Uhr stand der nächste Punkt auf dem voll gepackten Terminplan des begischen Königspaares und ihres großherzoglichen Gastgebers an: Ein Besuch in der Abtei Neumünster, am Ufer der Alzette.

Dort wurden sie von Vizepremier Étienne Schneider, dem Minsterpräsident von Wallonien, Elio Di Rupo, und Ainhoa Achutegui, der Direktorin des Kulturzentrums Neumünster, in Empfang genommen.

Doch kurz nach der Ankunft der hohen Gäste gab es während der Ansprache von Elio Di Rupo einen unerwarteten Zwischenfall: Aus unbekanntem Grund wurde die Alarmanlage des Kulturzentrums ausgelöst und alle Anwesenden - inklusive König Philippe, Königin Mathilde und Großherzog Henri - mussten evakuiert werden.


Staatsbesuch: Falscher Alarm in der Abtei Neumünster
In der Abtei Neumünster, in der das belgische Königspaar und der Großherzog zu Besuch waren, gab es am Mittwochnachmittag einen kurzen Schreckmoment.

Rund zehn Minuten lang standen die Gäste im Innenhof der Abtei Neumünster, bevor sie wieder in der Salle Robert Krieps Platz nehmen konnten. Nach dem kurzen Zwischenfall ging es schnell wieder planmäßig weiter.

Das Königspaar nahm an dem Ende eines Symposiums teil, das bereits um 11 Uhr unter dem Titel "Belgium and Luxembourg, a collaborative journey addressing future space challenges" begonnen hatte. 

Luxemburg und Belgien lägen bei den Investitionen pro Kopf in den Raumfahrtsektor weltweit an der ersten respektive zweiten Stelle, sagte Elio di Rupo, Ministerpräsident der Wallonischen Region. Im Januar dieses Jahres hätten beide Länder ein Abkommen über die Nutzung von Weltraumressourcen abgeschlossen. 

„Dieser Vertrag formalisiert unsere Absicht, mit unseren europäischen Partnern an der Schaffung eines internationalen juristischen Rahmens zu arbeiten“, so di Rupo.

Vizepremier und Wirtschaftsminister Etienne Schneider empfahl, sich am Rezept des belgischen Zeichners Hergé und der Mondlandung seines Comic-Helden Tintin zu inspirieren und die richtige Balance zwischen dem Reellen einerseits und dem Imaginären, dem Fantastischen und der futuristischen Vision andererseits zu finden. So könnten die beiden kleinen Länder Luxemburg und Belgien große Weltraum-Nationen werden. 

Dann hielt Julian de Wit, ein Planetologe an dem renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), einen Vortrag über Exoplaneten.

Zu den Referenten des Symposiums gehörten neben Dr. Julien de Wit auch Frederic Conrotte, der Direktor der European Space Education Resource Office (ESERO) in Luxemburg, und Thierry du Pré-Werson, Präsident von Wallonie Espace und Vize-Präsident von Belgospace.

Im Anschluss fand im Foyer der Abtei Neumünster ein "Meet & Greet" mit Persönlichkeiten aus dem belgischen und luxemburgischen Filmwesen statt, zu dem Königin Mathilde unter anderem von Premierminister Xavier Bettel begleitet wurde.

Die Königin unterhielt sich unter anderem mit Guy Daleiden, dem Direktor des Film Fund Luxembourg, und mit Erwin Provoost, dem Direktor des flämischen Filmfonds (VAF).

Königin Mathilde traf außerdem auf den belgischen Plastiker Stéphane Halleux, der die Figuren für den Oscar-gekrönten animierten Kurzfilm "Mr Hublot" geschaffen hatte.

Am Abend wird das belgische Königspaar den Abend zusammen mit dem Großherzog mit einem kulturellen Highlight ausklingen lassen: einem Besuch in der Philharmonie. Das Konzert von Laureaten des Concours musical Reine Elisabeth, zusammen mit dem Philharmonischen Orchester Luxemburg, zu Ehren des belgischen Staatsbesuchs beginnt gegen 20 Uhr.  


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