Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Der Weg zur Weltbischofssynode
Politik 2 Min. 06.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Fragen zu Ehe und Familie

Der Weg zur Weltbischofssynode

Vor der Eröffnung der Synode traf der Papst mit zehntausenden Gläubigen zur einer abendlichen Gebetsstunde auf dem Petersplatz zusammen.
Fragen zu Ehe und Familie

Der Weg zur Weltbischofssynode

Vor der Eröffnung der Synode traf der Papst mit zehntausenden Gläubigen zur einer abendlichen Gebetsstunde auf dem Petersplatz zusammen.
AFP
Politik 2 Min. 06.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Fragen zu Ehe und Familie

Der Weg zur Weltbischofssynode

Zur Vorbereitung hatte der Papst zu einer weltweiten Umfrage zur katholischen Lehre in Sachen Sexualität und Familie (hier die Luxemburger Antworten) eingeladen. Das LW nennt einige Daten zur Debatte um die Umfrage.

(KNA) - Knapp 200 Bischöfe aus aller Welt - meist die Vorsitzenden ihrer nationalen Konferenzen - treffen sich vom 5. bis 19. Oktober mit dem Papst zu einer außerordentlichen Bischofssynode unter dem Leitwort "Die pastoralen Herausforderungen der Familie".

Zur Vorbereitung hatte der Papst zu einer weltweiten Umfrage zur katholischen Lehre in Sachen Sexualität und Familie (hier die Luxemburger Antworten) eingeladen. Das LW nennt einige Daten zur Debatte um die Umfrage.

November 2013: Papst Franziskus schickt 39 Fragen an die Bischöfe in aller Welt, um vor der im Oktober 2014 geplanten Weltbischofssynode zur Familie in Erfahrung zu bringen, wie ernst es den Katholiken mit der kirchlichen Lehre im Alltag ist. Bis Ende Januar 2014 sollen die Meinungsbilder aus aller Welt in Rom vorliegen. Neu ist, dass nicht nur die Bischofskonferenzen, sondern auch die Gläubigen aufgefordert werden, zu antworten.

AFP

Februar 2014: Die Antworten und Meinungen der Umfrage in Luxemburg werden von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Bischofsvikar Leo Wagener ausgewertet. Die meisten Antworten stammen von Personen, die sich der Kirche verbunden fühlen. Umso alarmierender erscheinen die Antworten, aus denen eine zunehmende Kluft zwischen der lehramtlichen Verkündigung der Kirche und der Rezeption und Wirkung dieser Lehre bei den Kirchenmitgliedern hervorsticht.

Juni 2014: Der Vatikan veröffentlicht das Arbeitspapier zur Bischofssynode zur Situation der Familie. Es gilt als Grundlage für die Generalversammlung. Danach sehen viele Bischöfe Gesprächsbedarf etwa bei den Themen wiederverheiratete Geschiedene, Homosexualität oder künstliche Empfängnisverhütung. Zudem machten sie konkrete Vorschläge für eine Vereinfachung von Ehenichtigkeitsprozessen. Es gebe eine große Kluft zwischen kirchlichem Familienbild und Lebenspraxis, heißt es.

September 2014: Der deutsche Kardinal Marx teilt mit, dass die deutschen Bischöfe vor der Weltbischofssynode eigene Reformvorschläge mit Kardinal Gerhard Ludwig Müller diskutiert haben. Dabei sei es insbesondere um den Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen gegangen.

Laut Marx will die Mehrheit der deutschen Bischöfe dabei "in eine Richtung gehen, wie sie Kardinal Walter Kasper vorgeschlagen hat". Kasper wirbt für einen "Weg der Barmherzigkeit" gegenüber Menschen, die nach einer gescheiterten Ehe eine zweite Zivilehe eingehen. Einen entsprechenden Text wollen die deutschen Bischöfe in die Beratungen der Synode einbringen.

September 2014: Anfang Oktober veröffentlichen fünf Kardinäle, darunter der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ein Buch "In der Wahrheit Christi bleiben - Ehe und Gemeinschaft in der katholischen Kirche". Darin beziehen sie Position gegen eine Liberalisierung der katholischen Ehelehre und eine Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zur Kommunion.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die Bischofssynode feierte am Samstag ihr 50-jähriges Bestehen. Papst Franziskus nutzte den Festakt zu einer Grundsatzrede über mehr kollegiale Wege und Strukturen in der Kirche: "Kirche und Synode sind Synonyme."
Papst Franziskus sprach sich für ein Überdenken des Papstprimats aus.
"Barmherzigkeit ist nicht alles"
Das hat es so in Rom noch nicht gegeben: ein Kardinal, der ein Buch vorstellt, das sich offen gegen den Vorschlag eines anderen Kardinals wendet.
Worüber die Synode nach dem Willen von Kurienkardinal George Pell vor allem sprechen sollte, ist, dass die Leute wieder mehr Kinder bekommen sollen. Russlands Präsident Wladimir Putin habe das schon erkannt, der Westen aber nicht.
Reformen und Perspektiven zur Synode
Papst Franziskus will einen grundlegenden Perspektivwechsel. Die Kirche soll Barmherzigkeit üben, statt mit dem moralischen Zeigefinger zu drohen. Ein gewisses Spannungsverhältnis nimmt er dafür in Kauf.
Die Kirche müsse "eine Barmherzigkeit für alle finden". Äußerungen wie diese haben dazu geführt, dass Franziskus als ein Papst wahrgenommen wird, der Veränderungen und Reformen will.
Wozu der Papst eine Eheberaterin braucht
Die grundsätzlichere Frage lautet: Wie soll die katholische Kirche damit umgehen, dass viele Katholiken große Teile der offiziellen Lehre über Familie, Ehe und Sexualität ignorieren oder ablehnen.
Bischofsvikar Leo Wagener
Anlässlich der außergewöhnlichen Bischofssynode zur Familie in Rom haben wir mit dem für die Pastoral zuständigen Bischofsvikar Leo Wagener gesprochen.
Bischofsvikar Leo Wagener
Bischofstreffen zu Ehe und Familie
Es könnte wohl weniger heikle Themen geben, mit denen sich die Bischfssynode in Rom beschäftigt. Im Zentrum: Papst Franziskus, der zu der außergewöhnlichen Versammlung im Vatikan eingeladen hat.
Faithful hold candles during a vigil prayer in preparation for the Synod on the Family on October 4, 2014 at St Peter's square at the Vatican.  AFP PHOTO / GABRIEL BOUYS
Bei einer nächtlichen Andacht Petersplatz beten Gläubige mit dem Papst für ein gutes Gelingen der Synode.