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Der Plan, der nicht aufgeht
Politik 2 Min. 13.12.2018

Der Plan, der nicht aufgeht

Claude Wiseler während der Wahlkampagne.

Der Plan, der nicht aufgeht

Claude Wiseler während der Wahlkampagne.
Foto: Gerry Huberty
Politik 2 Min. 13.12.2018

Der Plan, der nicht aufgeht

Steve BISSEN
Steve BISSEN
Der RTL-Dokumentarfilm „Am Plang“ gewährt rückblickend berufliche als auch private Einblicke in das Leben des ehemaligen CSV-Spitzenkandidaten Claude Wiseler inmitten der heißen Wahlkampfphase und berichtet von Höhen und Tiefen.

Mit einem „Plang fir Lëtzebuerg“ war Claude Wiseler bei den vergangenen Chamberwahlen angetreten, um die Christsozialen nach fünf Jahren Opposition wieder zurück in die Regierungsverantwortung zu führen. Dieser Plan ging bekanntlich nicht auf. Der RTL-Dokumentarfilm „Am Plang“, der am Mittwoch erstmals ausgestrahlt wurde, wirft nun noch mal einen Blick zurück auf den Wahlkampf des CSV-Spitzenkandidaten.

Einblicke in berufliches und privates Leben

Ein Kamerateam von RTL hatte Wiseler sechs Monate lang begleitet von Wahlkampfmeetings, über Parteiversammlungen und Benefizspielen, bis zum Tag der Entscheidung am 14. Oktober und dem anschließenden, bitteren Eingeständnis, dass der CSV unter seiner Führung eine Rückkehr an die Schalthebel der Macht versagt blieb. Neben seinem Wirken in der Politik gewährt die Doku aber auch Einblicke in das Privatleben eines Wahlkämpfers im engsten Familienkreis zum Beispiel bei einer Geburtstagsfeier oder auch in den Ferien, wo Wiseler sich dem Wahlkampf nicht ganz entziehen kann. Dabei verzichtete die RTL-Redaktion auf eine Kommentierung oder Einordnung der Geschehnisse, was dem Zuschauer die Möglichkeit bietet, sich sein eigenes Bild von Wiseler zu machen.

Das Ergebnis ist ein sehr persönliches Porträt. Im Fokus steht viel mehr der Mensch Claude Wiseler, weniger seine politischen Überzeugungen. Ein Mensch, der von einem Termin zum nächsten rennt, der trotz aller Wahlkampfhektik aber die Ruhe bewahrt, stets höflich im Umgang bleibt und Frontalattacken gegen den politischen Gegner vermeidet. Beispielhaft zeigt dies der Film in einer Szene am Wahlabend, als Wiseler und LSAP-Spitzenkandidat Etienne Schneider vor dem Auftritt in der RTL-Elefantenrunde geschminkt werden.

Der Plan ging nicht auf: Claude Wiseler und Marc Spautz trösten sich am Wahlabend gegenseitig.
Der Plan ging nicht auf: Claude Wiseler und Marc Spautz trösten sich am Wahlabend gegenseitig.
Foto: Gerry Huberty

Während Schneider - trotz einer historischen Wahlniederlage für die Sozialisten – gegenüber einem RTL-Journalisten versucht, die höheren Stimmenverluste der Christsozialen in den Vordergrund zu stellen, bleibt Wiseler ruhig und gelassen. Er schmunzelt - geht aber der direkten Konfrontation aus dem Weg. Es ist diese sachliche, politisch korrekte Art und Weise, die ihm andere nach dem erneuten Gang in die Opposition ankreiden. Zu brav, zu wenig aggressiv – sagen die Kritiker.

Die Enttäuschung am Wahlabend

Außerdem zeigt der Film eindrücklich die große Enttäuschung am Wahlabend und in den darauffolgenden Tagen. Obwohl alle Prognosen vor dem Urnengang auf einen Wahlsieg der CSV hindeuten, verlieren die Christsozialen zwei Mandate und die Koalition aus DP, LSAP und Déi Gréng kann ihre Mehrheit hauchdünn verteidigen. Ein Schock für die CSV und deren Spitzenkandidat Claude Wiseler. Wie bereits vor fünf Jahren will wieder einmal keiner mit ihnen über eine Regierungsbildung reden. Blau-Rot-Grün geht in eine zweite Amtszeit. Der Traum vom Posten des Premierministers ist ausgeträumt. Eine Enttäuschung, die Wiseler in den folgenden Tagen nicht verbergen kann und erst einmal verdauen muss - sein „Plang fir Lëtzebuerg“ gescheitert.


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