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Der Monat der Medienerziehung: Programm vorgestellt
Politik 2 Min. 27.02.2019

Der Monat der Medienerziehung: Programm vorgestellt

Kontrolle der Medien ist durch das Internet unmöglich geworden, jetzt heißt es, zum richtigen Umgang erziehen.

Der Monat der Medienerziehung: Programm vorgestellt

Kontrolle der Medien ist durch das Internet unmöglich geworden, jetzt heißt es, zum richtigen Umgang erziehen.
Foto: Getty Images
Politik 2 Min. 27.02.2019

Der Monat der Medienerziehung: Programm vorgestellt

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Zum ersten Mal findet vom 18. bis 22. März die Europäische Woche der Medienerziehung statt. In Luxemburg hat Medienerziehung eine längere Tradition. Auch dieses Jahr wird ihr ein ganzer Monat gewidmet.

Der Presserat beispielsweise organisiert schon seit 17 Jahren in Zusammenarbeit mit den Schulen die "Semaine de la presse" und den "Concours jeune journaliste". Mittlerweile haben sich weitere Organisationen der Medienerziehung verschrieben. Sie haben sich nun informell zusammengetan, um den Monat der Medien- und Informationserziehung zu gestalten: Der Fokus liegt auf dem Austausch von Informationen und deren Verantwortungen

Das Motto lautet denn auch "sharing: caring or scaring". Das Programm richtet sich bei weitem nicht nur an Kinder und Jugendliche, sondern auch an Eltern, Lehrer, Erzieher, Presse, Politiker - an alle Erwachsenen, denn auch ihnen tut die Schulung in Sachen kritischer Medienumgang gut.  

Jeder kann aktiv produzieren und nicht nur konsumieren

Die "Autorité luxembourgeoise indépendante de l'audiovisuel" (Alia), die luxemburgische Kontrollinstanz der audiovisuellen Medien, war am Mittwoch Gastgeber, als das Programm für die kommenden Wochen zur Medienerziehung  vorgestellt wurde. "Medienerziehung ist kein neues Phänomen", sagte Alia-Direktor Romain Kohn und verwies auf die 1980er Jahre, als die Privat-Fernsehsender anfingen. "Damals schon kam die Forderung auf, Erziehung anzubieten, damit die Sendungen kritisch betrachtet werden. Heute ist mit dem Internet, mit sozialen Medien, mit Streaming und Videos der Fächer breiter geworden und jeder kann aktiv produzieren und nicht nur konsumieren."

Wir können nicht mehr alles kontrollieren."

Hinzu kommt die Missinformation - Stichwort Fake News. Vor allem soziale Medien werden gezielt zur Manipulation genutzt. "Wir können nicht mehr alles kontrollieren, wir hecheln der Entwicklung hinterher. Deswegen ist die Medienerziehung so wichtig", erklärte Kohn. Es soll der sichere Umgang mit Medien vermittelt werden, auf Gefahren aufmerksam gemacht werden, aber ohne Medien zu verteufeln oder mit erhobenem Finger zu schulmeistern. 


Child playing with a smartphone next to the television. (Photo by: BSIP/UIG via Getty Images)
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Man soll auch unterscheiden lernen zwischen News und Fake News, nicht einer Quelle glauben, sondern mehrere konsultieren, um sich ein Bild machen zu können. Und auf Gefahren, wie Mobbing im Internet oder Pornografie, und den Umgang damit hingewiesen werden. "Es gibt viel Unsicherheit, was und wann Kinder mit welchen Bildern konfrontiert werden können, Das sehen wir an der Zahl der Beschwerden, die wir als Alia erhalten", sagte Claude Wolff.   

Von Workshops über Konferenzen, Schulungen, Filme bis zu Kochkursen

Die Partner des Monats der Medienerziehung sind das Centre Information Jeunes CIJ, das auch die Internetplattform mit dem Programm verwaltet, der Service National des Jeunes (SNJ), die Universität Luxemburg, das Zentrum fir politesch Bildung (ZpB), der Presserat, Bee Secure, Digital Luxembourg, Radio Graffiti und das Luxembourg City Film Festival. 


Weniger ist mehr
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Die Aktivitäten reichen denn auch von Workshops, Konferenzen, Schulungen, Filmen bis hin zu Kochkursen, um das kritisch zu hinterfragen und mit frischen Produkten nachzukochen, was in Medien als gesunde Ernährung angepriesen wird. "Wir haben an verschiedenen Tagen noch Platz frei für weitere Interventionen", sagte Kalisa Didace, Direktionsbeauftragter der Agence National pour l'Information des Jeunes des CIJ. 

Das Programm, die Möglichkeit, noch eine Aktivität einzutragen und weitere Informationen gibt es auf der Webseite von CIJ-Jugendinfo.


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