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"Der Finanzplatz steht auf soliden Füßen"
Politik 25.09.2018

"Der Finanzplatz steht auf soliden Füßen"

Mehr Transparenz und gezieltere Werbung. Für Finanzminister Pierre Gramegna sind dies einige der Gründe für die positive Entwicklung des Finanzplatzes.

"Der Finanzplatz steht auf soliden Füßen"

Mehr Transparenz und gezieltere Werbung. Für Finanzminister Pierre Gramegna sind dies einige der Gründe für die positive Entwicklung des Finanzplatzes.
Foto: Guy Wolff
Politik 25.09.2018

"Der Finanzplatz steht auf soliden Füßen"

Patrick BESCH
Patrick BESCH
Am Dienstag hat Pierre Gramegna eine Bilanz der Finanzpolitik der vergangenen fünf Jahre gezogen. Die positive Entwicklung des Finanzplatzes sieht er als Bestätigung für seine Politik.

Ungefähr 40 Unternehmen haben sich bis jetzt wegen des bevorstehenden Brexit dazu entschlossen, ihren Sitz von London nach Luxemburg zu verlegen. Für Pierre Gramegna (DP) ist dies der Beweis, dass die Politik der aktuellen Regierung erfolgreich war. "Der Finanzplatz Luxemburg ist heute fitter und attraktiver als vor fünf Jahren, auch ohne das Bankgeheimnis", so der Finanzminister am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz, auf der er die Entwicklung des Finanzplatzes der vergangenen fünf Jahre Revue passieren ließ.

Bei seinem Amtsantritt seien die Aussichten nicht so rosig gewesen, bemerkte der Minister. Vor allem wegen seines schlechten Rufes sei der Finanzplatz Luxemburg bedroht gewesen. "Die Regierung hat sich proaktiv dafür eingesetzt, dass Luxemburg überall von den schwarzen Listen verschwindet. Heute zählen wir zu den Vorreitern in Sachen Finanztransparenz, vor allem, was den automatischen Informationsaustausch von Steuerdaten mit anderen Ländern angeht", bezeugte Gramegna. Nicht mehr das Bankgeheimnis, sondern der hohe Grad an Transparenz, aber auch das sichere soziale Umfeld und die guten Infrastrukturen würden Luxemburg zu einem attraktiven Standort für Banken und Finanzinstitute machen.


Camille Thommes
«Etre pro-actifs et pas seulement réactifs»
La conférence Global Distribution de l'ALFI s'ouvre aujourd'hui au Centre de conférences. Camille Thommes, directeur général de l'ALFI, détaille les perspectives de développement du secteur des fonds luxembourgeois.

Werbung für Luxemburg

Ein weiteres Anliegen der Regierung sei eine bessere und vor allem gezieltere Vermarktung des Standortes Luxemburg nach außen gewesen. "Auf meinen unzähligen Reisen habe ich versucht, den Ruf unseres Finanzplatzes aufzupolieren und somit neue Unternehmen nach Luxemburg zu locken", so Gramegna. Als erfolgreiches Beispiel dieser Vermarktungsstrategie führte der Finanzminister die verstärkte Präsenz chinesischer Akteure auf dem nationalen Finanzmarkt an. So habe sich zum Beispiel die Zahl von sogenannten "Dim Sum Bonds" in den vergangen fünf Jahren verdreifacht.

Die aktuelle Regierung sei auch in ihrer Bestrebung, den Finanzplatz zu diversifizieren, erfolgreich gewesen. Vor allem die positive Entwicklung in den Bereichen der grünen Investmentfonds und der FinTech sah der Finanzminister als Bestätigung seiner Anstrengungen. "Luxemburg ist heute ein weltweiter Vorreiter, was grüne und nachhaltige Klimafonds angeht."

Für eine Reform der Fondsbesteuerung (taux d'abonnement), wie kürzlich von der Association luxembourgeoise des fonds d'investissement (Alfi) gefordert wurde, sah der Finanzminister keine Notwendigkeit: "Die positive Entwicklung des Fondssektors bezeugt doch, dass die Rahmenbedingungen stimmen." Gramegna zeigte sich lediglich zur Steuerentlastung bei nachhaltigen Fonds bereit.


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