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Déi Lénk präsentieren Programm und Kandidaten
Zehn Schwerpunktthemen wurden vorgestellt

Déi Lénk präsentieren Programm und Kandidaten

Foto: Lex Kleren
Zehn Schwerpunktthemen wurden vorgestellt
Politik 5 Min. 21.06.2018

Déi Lénk präsentieren Programm und Kandidaten

Annette WELSCH
Annette WELSCH

Gut gelaunt starteten Déi Lénk am Donnerstag in den Wahlkampf. In zehn kurzen und knackigen Interventionen stellten verschiedene der Kandidaten die zehn thematischen Schwerpunkte des Wahlprogramms vor. "Es ist ein gutes Wahlprogramm - wir wissen, was wir tun müssen, um eine bessere Welt zu schaffen", waren die einleitenden Worte des Linken-Urgesteins Änder Hoffmann. Er zeigte sich begeistert von der großen Diversität der Kandidaten: "Sie zeigen einen repräsentativen Querschnitt des neuen Salariats und der neuen unabhängigen Berufe des 21. Jahrhunderts."

Lex Kleren

"Es ist ein Programm, das den Weg ebnet für Veränderungen und mit einer Politik für viele und nicht nur wenige, die immer mehr bekommen", befand der ehemalige Abgeordnete Serge Urbany. "Wir zeigen im 20. Jahr unserer Gründung, dass wir den Herausforderungen gewachsen sind." Es war dann Marc Baum, der in der Mitte der Legislatur das Parlamentsmandat  von Urbany übernommen hatte und der den Reigen der Wahlthemen begann.

Zehn Schwerpunktthemen

Unter dem Schlagwort "Anteil" ging es um Arbeit, die "die Grundlage unseres Reichtums ist, nicht die Unternehmen", wie Baum direkt klarstellte. "Es ist die zentrale Kategorie, unser ganzes Sozialsystem ist darauf aufgebaut, aber sie wurde immer mehr abgewertet". Arbeit müsse aber auch garantieren können, dass man ehrbar davon leben kann und nicht dem Armustrissiko ausgesetzt ist. "Wenn Leute, die Vollzeit arbeiten,  nicht mehr davon leben können, dann läuft etwas fundamental falsch in einer Gesellschaft", sagte Baum und bezog sich auf die 12 Prozent sogenannten working poor in Luxemburg. 

Der Mindestlohn müsse in Etappen erst auf 2.250, dann auf 2.390 Euro erhöht werden. Die öffentliche Hand sei verpflichtet, jedem eine Arbeit zu bieten, anstatt die Arbeitslosigkeit zu verwalten.  "Es gibt so viel gesellschaftlich nützliche Arbeit." Dass es seit 50 Jahren nicht mehr zu einer gesetzlichen Verkürzung der Arbeitszeit, prangerte der nächste Redner an und forderte unter dem Schlagwort "Zeitwohlstand" die Einführung der 32-Stunden-Woche. Sie sei überfällig, durchführbar und nötig, weil künftig viele Arbeitsplätze durch Automatisierung verlorengehen würden.

Elternurlaub verdoppeln

Lex Kleren

Werde die 32-Stunden-Woche über zehn Jahre bis 2030 progressiv eingeführt werden, wie die Linken sich das vorstellen, so bleibe mehr Zeit für die Familie. Unter dem Motto "Choix" plädieren sie denn auch dafür, dass der Elternurlaub von beiden Eltern gleichzeitig genommen werden kann, zumal in den ersten drei Monaten und verdoppelt wird. So könnten die Kinder bis zur Einschulung und nicht nur die ersten zwei Lebensjahre von den Eltern versorgt werden.

Zum Stichwort "Chancengleichheit" wird eine öffentliche Schule gefordert, die gratis ist und bleibt und keine Privatisierung  gefördert wird für die wenigen, die es sich leisten könne. Schüler sollen in einem spielerischen Umfeld lernen, damit sie mit Freude in die Schule gehen.  Zum Thema "Steuergerechtigkeit" fordern Déi Lénk wie nicht anders zu erwarten höhere Steuern für Betriebe und vor allem internationale Konzerne, auf Kapitalerträge und eine Abflachung der starken Steuerprogression auf mittlere Einkommen zu Lasten der Großverdiener.

Gratis Transport für alle

Verändern möchten die Linken auch die Wohnungspolitik. Es muss mehr von öffentlichen Bauträger gebaut werden und leerstehende Wohnungen sowie unbebaute Grundstücke müssen besteuert werden. Das steht unter dem Thema "Verantwortung". Um die Forderung des gratis Transports für alle geht es beim Stuichwort "Mobilität". 30 Millionen würde es den Staat pro Jahr nur kosten. Es sei eine Notwendigkeit für ökologische und soziale Werte.

Auch grüne Themen haben die Linken drauf: Der Ressourcenverbrauch muss gestoppt werden, die Biolandwirtschaft gefördert - kurz: Die ökologische Transition muss angegangen werden. "Respekt" ist hier das Stichwort. "Wir brauchen eine andere Art von Handel, er muss dem Menschen dienen", forderte Nathalie Oberweis zum Thema "Kooperation". Der Freihandel sei keine Lösung, von ihm profitierten nur die multinationalen Konzerne und die Ursachen der Migration seien oft im Freihandel zu finden.

Und schließlich geht es unter dem Thema "Solidarität" um das Militär und um ganz konkrete Forderungen: Raus aus der NATO und sie auflösen. Luxemburg sei Teil einer Aufrüstungsspirale und dass das Budget für die Verteidigung, das von 0,4 Prozent des BIP auf 0,8 Porznet getsiegen ist, bald höher liegt als der Anteil für die Entwicklungshilfe finden die Linken "eine Schande". Die Linke sei und bleibe eine Friedensplattform.

Lex Kleren

Die Kandidaten


Zentrum

Wagner David (39), Luxemburg; Ana Correia Da Veiga (35), Luxemburg; Nathalie Oberweis (35), Luxemburg; Michel Erpelding (34), Luxemburg; Béatriz Carrilho (62), Hesperingen; José Luis Correia (45), Luxemburg; Joël Delavaux (45), Luxemburg; Jean-Paul Faber (74), Strassen; Guy Foetz (66), Luxemburg; Alessandra Galli (53), Luxemburg; Sandrine Gashonga (40), Luxemburg; Jeff Ries (50), Schüttringen; Claude Schiltz (42), Nommern; Jeanne Schosseler (62), Luxemburg; Claude Simon (57), Luxemburg; Tania Soubry (35), Schoenfels; Isabella Tessaro (59), Luxemburg; Mark Theis (64), Luxemburg; Josée Thillmany (63), Strassen; Concetta Valvason (52), Hesperingen; Sebastian Weier (34), Luxemburg.

Süden

Marc Baum (39), Esch/Alzette; Myriam Cecchetti (52), Sassenheim; Carole Thoma (27), Düdelingen; Gary Diderich (35), Differdingen; Patrizia Arendt (56), Sassenheim; Laurent Biltgen (46), Esch/Alzette; Thessy Erpelding (51), Düdelingen; Nathalie Haas (26), Düdelingen; Yves Jadin (47), Düdelingen; Geneviève Jadoul (42),  Esch/Alzette; Christophe Kemp (23), Steinfort; Sandra Laborier (38), Esch/Alzette; Tania Mousel (28), Beles; Ben Muller (20), Lamadelaine; Jos Piscitelli (59), Beles; Sonya Scalise (38), Oberkorn; Andrea Spigarelli (37), Schifflingen; Jos Thill (63), Düdelingen; Jean-Claude Thümmel (58), Petingen; Laura Urbany (31), Esch/Alzette; Serge Urbany (66), Sassenheim; Lisa Wandivinit (27), Düdelingen; Line Wies (29), Esch/Alzette.

Osten

Anne Arendt (29), Dalheim; Gaby Biermann (64), Dalheim; France Bollig (56), Dalheim; Adela Fuentes (43), Altwies; Jean Krier (31), Grevenmacher; Sylvie Schroeder (52),   Grevenmacher; Dan Zebrowsky (52),  Grevenmacher.

Norden

Cathy Clement (38), Bettel; Thoma Forgiarini (24), Vianden; Katy Fox (38), Beckerich; Tres Gorza (65), Oberfeulen; Hubert Hollerich (51), Ulflingen; Karin Meyer (52), Ulflingen; Nico Schannel (61), Bettendorf; Philippe Schumann (28), Tandel; Jenny Spielmann (26), Erpeldingen.


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