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Déi Gréng: Viele Wege zum Erfolg
Déi Gréng werden erstmals die Landeswahlen aus der Regierung heraus bestreiten.

Déi Gréng: Viele Wege zum Erfolg

Foto: Chris Karaba
Déi Gréng werden erstmals die Landeswahlen aus der Regierung heraus bestreiten.
Politik 2 Min. 24.01.2018

Déi Gréng: Viele Wege zum Erfolg

Bérengère BEFFORT
Sie zanken sich nicht in der breiten Öffentlichkeit. Sie halten sich bei Wahlkampfthemen noch bedeckt. Doch Déi Gréng machen sich wohl Gedanken über die Zeit nach dem 14. Oktober 2018. Das zeigte auch ihr Neujahrsempfang.

(BB) -  Grüne Mandatsträger zeigen sich gerne gelassen. So auch beim Neujahrsempfang der Partei. Zurzeit sei es zu früh, um Wahlkampf zu betreiben, noch wolle man sich auf die Arbeit in der Koalition konzentrieren, beteuerten Minister und Abgeordnete. Wer näher hinhörte, verstand dennoch: So langsam kommt auch bei Déi Gréng Lampenfieber auf.

Bei den Landeswahlen werden Déi Gréng erstmals in ihrer Parteigeschichte als scheidender Koalitionspartner ins Rennen gehen. Vor 2013 waren sie immer in der Rolle des Challengers. Nun wollen sie aber keinesfalls auf die harte Oppositionsbank zurück. Sie streben eine weitere Runde in der Regierungsverantwortung an.

„Wir werden das Land noch nachhaltig gestalten ...“, sagte Präsident Christian Kmiotek, und setzte gekonnt eine Redepause ein, „wenn wir das auch dürfen“. In welcher politischen Konstellation das passieren könnte, sei „egal“. Denn Déi Gréng müssten vor allem an sich glauben.

Nach 35 Jahren Parteigeschichte und bald fünf Jahren in der Regierungsverantwortung habe es die Partei geschafft, „raus aus den Kinderschuhen zu kommen“, motivierte Kmiotek die Parteimitglieder. Die Grünen hätten gezeigt, dass sie ein verlässlicher Partner sind. Und so will die Partei gestärkt und selbstbewusst ihren Hut in den Ring werfen. „Früher haben sich Sozialisten und Liberale an der Seite der CSV abgelöst. Jetzt haben wir allerdings gezeigt, dass es eine dritte und sogar eine vierte Option geben kann“, so der Parteipräsident.

Programme und Schnittmengen

Ob nun im klassischen Regierungstandem oder in Koalitionen aus mehreren Parteien, für die Grünen rund um Felix Braz und François Bausch ist vieles durchaus denkbar. Letztlich seien die Wahlprogramme und inhaltlichen Schnittmengen entscheidend. „Die Programme liegen zurzeit noch gar nicht vor. Und deshalb können wir Fragen über Koalitionsvorstellungen nicht beantworten“, wollte Kmiotek die eifrigen Nachfrage von Medienvertretern dämpfen.

Die Karten würden im Oktober gemischt, meinte Kmiotek wiederum in Richtung der Mitglieder. Dann komme es auch auf die Teamfähigkeit an. Eine Eigenschaft, mit der die Grünen besonders punkten könnten.

Mit seiner Ansprache konnte der Parteipräsident die Teilnehmer begeistern, und wusste zugleich jeglicher Kritik am Führungsstil die Luft aus den Segeln zu nehmen. Denn Kmiotek ging nicht auf die Diskussion ein, inwiefern sich die Grünen in der Koalition hinreichend behauptet haben. Oder auch, wieso ehrgeizige Reformpläne nicht weiter fortgeschritten sind. Viel mehr rückte er eine allgemein positive Note in den Vordergrund: Die Partei wisse sich durch „ihre Diskussionskultur, Konsensfähigkeit und Werte“ hervorzutun. Sie spiele nicht mit den Ängsten der Menschen, und es gebe keine Egotrips.

Kandidaten werden später vorgestellt

Mit welchen Inhalten Déi Gréng den Wahlkampf konkret bestreiten werden, ist jedenfalls noch in Ausarbeitung. Entsprechende Diskussionen hätten erst begonnen, so Christian Kmiotek. Ihr Wahlprogramm wollen Déi Gréng Ende Juni vorstellen. Ein paar Tage später präsentiert die Partei dann ihre Kandidaten. Somit unterscheiden sich Déi Gréng von anderen Parteien, die fürs Erste ihre Kandidaten küren.

Dass Déi Gréng anders vorgehen, wollten sie ferner mit dieser Geste zeigen: Drei junge Nachwuchspolitiker, die sich bei den Gemeindewahlen durchgesetzt haben, wurden demonstrativ nach vorne gerufen und beglückwünscht. So sollte nicht der Eindruck aufkommen, dass es nur um Macht und Machterhalt für die Parteispitze gehen könnte.


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