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Datenschutz für Jugendliche: Immer häufiger Fälle von Sexting
Der Austausch von Nacktfotos über soziale Netzwerke und Handys kann ernsthafte Konsequenzen haben.

Datenschutz für Jugendliche: Immer häufiger Fälle von Sexting

AFP
Der Austausch von Nacktfotos über soziale Netzwerke und Handys kann ernsthafte Konsequenzen haben.
Politik 2 Min. 15.09.2014

Datenschutz für Jugendliche: Immer häufiger Fälle von Sexting

Sexting ist kein neues Phänomen. Dabei handelt es sich um intime Fotos oder Videos, die Teenager von sich machen und die später im Internet landen.

(ml) - Datenschutz als ein lästiges Hindernis im Alltag zu empfinden ist nicht mehr zeitgemäß. Experten warnen besonders Jugendliche vor einem leichtfertigen Umgang mit dem Internet. Jeder Nutzer sollte sich im Netz frei nach dem Motto  "Think before you post" verhalten.

"Jugendliche unterschätzen manchmal die Gefahren, die das Internet birgt", sagt George Knell von der bee secure_Helpline und dem Kanner-Jugendtelefon. Ein Foto, das auf einer Party schnell auf Facebook gepostet wird, kann Jahre danach zum Beispiel dazu führen, dass man eine Stelle, für die man sich beworben hat, nicht bekommt. Allgemein gilt der Ratschlag, im Internet sehr behutsam mit Profildaten, privaten Mail- Adressen und Fotos umzugehen.

Wenn das Nacktvideo im Internet landet

Immer mehr Jugendliche kämpfen mit den schlimmen Folgen des Sexting. Der Trend bereitet Eltern und Lehrern zunehmend Sorgen. Oft beginnt es ganz privat: Frisch verliebte Teenager schicken sich einander intime Bilder. Trennt sich z.B. ein Paar, besteht die Gefahr dass einer der beiden aus Rache brisante Bilder ins Netz stellt. Danach haben sämtliche Schulkameraden es gesehen. Was privat gemeint war, wird oft weitergeleitet und landet im Netz.

Sexting ist kein Kavaliersdelikt und wird in Luxemburg ähnlich geahndet wie das Verbreiten von Kinderpornografie. Der Täter kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verurteilt werden. Hinzu kommt eine Geldstrafe zwischen 251 und 50 000 Euro.

Stößt man beim Surfen auf illegale Inhalte, kann jeder Nutzer dies auf der Internetseite Stopline.bee.secure.lu melden. Im ersten Semester dieses Jahres wurden auf dieser Hotline 418 Verdachtsfälle im Bereich der Kinderpornographie gemeldet. Rund die Hälfte davon wurde an die Polizei weitergeleitet, so Knell.

Das Recht am eigenen Bild

Seit 1982 gilt in Luxemburg das Recht am eigenen Bild. Deswegen sollte man vermeiden, private Angaben von Freunden oder Bekannten ohne deren Erlaubnis online zu setzen. Landet trotzdem ein Foto von einer Person ohne ihr Einverständnis im Internet, kann das Opfer mehrere Optionen in Anspruch nehmen, so Knell von bee secure.

Am einfachsten ist es, den Nutzer, der das Bild hoch geladen hat, aufzufordern  das Bild zu entfernen. Viele soziale Netzwerke bieten zudem eine Meldefunktion an, mit der die Betreiber der Internetseite gebeten werden, das belastende Foto zu löschen. Eine ultimative Möglichkeit besteht darin, eine Klage bei der Polizei einzureichen.

Cybermobbing im Aufwind

Einer Studie der Uni Luxemburg zufolge, wurden 2010 in Luxemburg bis zu zehn Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 24 Jahre mindestens einmal im Internet gehänselt. Vier Prozent der Befragten machten diese Erfahrung mindestens einmal im Monat. Die Studie besagt, dass Cybermobbing häufiger ausserhalb als innerhalb der Schule stattfindet. Aus den Erfahrungswerten, die bee secure in den Schulen gesammelt hat, geht hervor, dass das Phänomen zunimmt. Opfer von Cybermobbing sollten sich möglichst schnell Hilfe holen, am besten im Familien und Freundeskreis oder bei Lehrkräften.