Die wohl einzige Frage des Referendums am 7. Juni, die wirklich jemanden interessiert, ist offenbar jene zum Ausländerwahlrecht. Darauf lässt zumindest das Volumen der Zuschriften schließen, die in der Redaktion des „Luxemburger Wort“ auf den entsprechenden Aufruf hin eingegangen sind. Gleiches gilt auch für die Anzahl der Kommentare zum Thema auf Facebook. Während letztere kategorisch dafür oder dagegen sind, lesen sich die Leserbriefe weitaus differenzierter. Die Schreiber wägen ihre Worte, nicht jeder hat bereits eine abgeschlossene Meinung zum Thema. Dennoch überwiegt derzeit die Ansicht, dass man den Nicht-Luxemburgern das Wahlrecht unter den angekündigten Bedingungen besser nicht zuerkennen sollte.
Déi Argumenter fir een ageschränkt Wahlrecht fir Auslänner, déi zu Lëtzebuerg wunnen, kann een deelweis novollzéien a hunn och eng gewësse Berechtegung.
Eist nationalt Parlament, d'Chamber, vertrëtt déi 335 000 Lëtzebuerger, déi et gëtt, dovun 301 000 zu Lëtzebuerg an 34 000 am Ausland. Genau wéi bei all anerem nationale Parlament an Europa vertrëtt d'Chamber nimools alleguer d'Awunner vu Lëtzebuerg an op kee Fall déi Auslänner, déi hei wunnen.
Luxemburg hat jetzt 46 Prozent Ausländer. Wir sind also ein Land mit einer einzigartigen demografischen Situation. Deshalb brauchen wir auch einzigartige Lösungen.
Domatt déi Lëtzebuerger Sprooch sech net nach méi vun eis entfernt an eis Heemecht lëtzebuergeschsoll bleiwen, kann et net sinn, dass d'Auslänner hei d'Wahlrecht kréien.
Ich habe zur Referendumsfrage über das Ausländerwahlrecht nicht viel zu sagen. Nur eine Frage: Weshalb sollen wir Luxemburger eine Wahlpflicht (Pflicht!) ausüben, um den Ausländern ein Wahlrecht (Recht!) zu geben?
Ich als Deutsche, die seit 18 Monaten in Luxemburg lebt, bin der Meinung, dass die Luxemburger ihr Parlament selbst wählen sollen und nicht die Ausländer.
Politik soll endlech Klaartext schwätzen: Wahlrecht heescht och Wahlpflicht – eppes, wat eis auslännisch Matbierger an de Länner, wou se hier kommen, nët onbedéngt hunn.
Luxemburg, mit seinem fast 50-prozentigen Ausländeranteil nimmt zweifelsohne eine Sonderstellung in der Europäischen Gemeinschaft ein. In manchen Kreisen wird deshalb im Namen des Mitbestimmungsrechtes und der Gleichheit der Bürger eifrig über eine Wahlbeteiligung der Ausländer diskutiert.