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"Das ist schlichtweg falsch"
Politik 03.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Alerf-Vorwürfe: Bildungsministerium reagiert

"Das ist schlichtweg falsch"

Das Bildungsministerium weist Vorwürfe der Religionslehrer im Zusammenhang mit dem Werteunterricht von sich.
Alerf-Vorwürfe: Bildungsministerium reagiert

"Das ist schlichtweg falsch"

Das Bildungsministerium weist Vorwürfe der Religionslehrer im Zusammenhang mit dem Werteunterricht von sich.
Foto: Lex Kleren
Politik 03.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Alerf-Vorwürfe: Bildungsministerium reagiert

"Das ist schlichtweg falsch"

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Religionslehrer werfen dem Bildungsministerium vor, die Parität in den Arbeitsgruppen zum Werteunterricht zwischen Religions- und Ethikvertretern aufgehoben zu haben. Das Ministerium weist die Vorwürfe von sich.

(mig) - Das Bildungsministerium reagiert auf die Vorwürfe der Gewerkschaft der Religionslehrer im Fondamental (Alerf), wonach das Ministerium die Parität in der Arbeitsgruppe, die für die Ausarbeitung der Programme für den künftigen Werteunterricht zuständig ist, eigenmächtig aufgehoben haben soll. "Das stimmt schlicht und einfach nicht", hieß es am Donnerstag aus dem Bildungsministerium.

Erfahrung im Fach Moral- und Sozialunterricht

Man habe beschlossen, die paritätisch besetzte Arbeitsgruppe um vier weitere Mitarbeiter aufzustocken, die keiner der beiden Seiten zuzuordnen seien. Ziel sei es gewesen, die Arbeitsgruppe um zusätzliche Profile zu erweitern. Tatsache ist aber, und das dürfte auch der Grund für den Unmut der Religionslehrer gewesen sein, dass gezielt nach Lehrern mit Erfahrung im Fach Moral- und Sozialunterricht gesucht wurde.

Bei den vier zusätzlichen Mitarbeitern der Arbeitsgruppe handle es sich um "Titulaires de classe", Klassenlehrer also, die das Fach ab 2017/18 unterrichten sollen, hieß es weiter aus dem Ministerium. Die Arbeitsgruppe für die Programme im Secondaire sei auf vergleichbare Weise erweitert worden.

"Wir haben die Alerf darüber im Rahmen unserer Gespräche ins Bild gesetzt", sagt Lex Folscheid vom Bildungsministerium. Die Parität sei nach wie vor gegeben. Die Rekrutierung der Klassenlehrer erfolgte Folscheid zufolge über einen schriftlichen Aufruf. Bisher hat erst eine Arbeitssitzung stattgefunden.


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